Nach Corona-Durststrecke: “Hochzeiten boomen wieder”

Vorarlberg / 06.06.2023 • 13:48 Uhr
Johanna und Roman Neugebauer haben sich 2022 das Jawort gegeben. <span class="copyright">Myrtle Weddings</span>
Johanna und Roman Neugebauer haben sich 2022 das Jawort gegeben. Myrtle Weddings

Rekord an Eheschließungen in Vorarlberg. Wegen der Teuerung wird aber vermehrt in kleinem Kreis gefeiert.

Bregenz Verliebt, verlobt, verheiratet. Ganz so einfach war es für angehende Eheleute während der Coronapandemie nicht. Viele mussten ihre lange geplante Hochzeit kurzfristig verschieben oder heirateten im engsten Kreis. Inzwischen hat sich die Branche wieder erholt, wie aktuelle Zahlen der Statistik Austria belegen. Österreichweit lag die Zahl der Eheschließungen im vergangenen Jahr bei 47.482 – der höchste Wert seit dem Jahr 1987, wo letztmalig eine Prämie an Heiratswillige ausbezahlt wurde. Im vergangenen Jahr gab es in Vorarlberg insgesamt 2253 Eheschließungen, ein Plus von 5,3 Prozent.

Johanna und Roman Neugebauer gaben sich am 6. Mai 2022 das Jawort. <span class="copyright">Myrtle Weddings</span>
Johanna und Roman Neugebauer gaben sich am 6. Mai 2022 das Jawort. Myrtle Weddings

Dass Hochzeiten boomen, kann auch Gabi Micheluzzi (50), Geschäftsführerin der Hochzeitsfeen in Bregenz, bestätigen. Ihre Auftragsbücher sind seit letztem Jahr wieder prall gefüllt. Das habe auch damit zu tun, dass zwei Jahre lang fast gar keine Trauungen möglich waren und viele angehende Eheleute ihre Hochzeit verschoben haben. “Wir sind nun wieder so gut wie ausgebucht. Das lässt uns sehr positiv in die Zukunft blicken. Wir füllen unsere Termine schon bis ins Jahr 2026”, freut sich die Hochzeitsplanerin, die mit ihrem Team jährlich zwischen 220 und 230 Trauungen begleitet und organisiert. “Die Branche hat sich definitiv wieder erholt. Nach der Coronazeit ist das ein schönes Gefühl.”

"Wir merken, dass die Hochzeiten kleiner geworden sind", sagt Gabi Micheluzzi von den Hochzeitsfeen.
"Wir merken, dass die Hochzeiten kleiner geworden sind", sagt Gabi Micheluzzi von den Hochzeitsfeen.

Auch die Teuerung hält die Brautpaare laut Gabi Micheluzzi nicht davon ab, den schönsten Tag in ihrem Leben zu genießen. “Wir merken davon glücklicherweise noch nicht allzu viel. Was sich jedoch geändert hat, ist, dass die Hochzeiten kleiner geworden sind. Es wird eher mit 60 bis 80 als mit 120 Gästen geheiratet. Preislich macht das schon einen Unterschied.” In der Gastronomie seien die Preise seit vergangenem Jahr schließlich um fünf bis acht Prozent gestiegen. “Das ist sicherlich der größte Kostenfaktor bei einer Hochzeit.” Für Floristik zahle man rund fünf Prozent mehr. “Bei anderen Dienstleistungen sind die Preise relativ stabil geblieben”, weiß die Wedding-Plannerin.

"Brautpaare achten inzwischen mehr auf ihr Geld als noch vor zwei Jahren, das spürt man schon deutlich", sagt Stefanie Lässer, die auf Schloss Amberg Hochzeiten veranstaltet. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
"Brautpaare achten inzwischen mehr auf ihr Geld als noch vor zwei Jahren, das spürt man schon deutlich", sagt Stefanie Lässer, die auf Schloss Amberg Hochzeiten veranstaltet. VN/Paulitsch

Auch auf Schloss Amberg in Feldkirch hat das Hochzeitsgeschäft wieder voll Fahrt aufgenommen. “Im vergangenen Jahr waren wir mit rund 25 Hochzeiten fast ausgebucht, dieser Trend setzt sich auch heuer fort”, freut sich Veranstalterin Stefanie Lässer (30) von Lässiger Events. Der Trend zu kleineren Hochzeiten sei deutlich spürbar. “Brautpaare achten inzwischen mehr auf ihr Geld als noch vor zwei Jahren, das spürt man schon deutlich”, sagt Lässer. Momentan liege die durchschnittliche Gästezahl bei 40 bis 50 Personen. “Anfragen für Hochzeiten mit großen Gesellschaften sind seltener geworden.”

Auf Schloss Amberg in Feldkirch fanden im vergangenen Jahr 25 Trauungen statt. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Auf Schloss Amberg in Feldkirch fanden im vergangenen Jahr 25 Trauungen statt. VN/Paulitsch

Auch Johanna (31) und Roman Neugebauer (36) aus Koblach haben sich im vergangenen Jahr in kleinem Kreis das Jawort gebeben. Die Trauung fand vor elf Gästen im Standesamt Feldkirch statt, bevor im Gasthaus Hörnlingen in Rankweil im engsten Familienkreis weitergefeiert wurde. “Eine Hochzeit muss nicht teuer sein, um unvergesslich zu werden”, sagt Johanna Neugebauer. “Im Gegenteil, oft sind es gerade die einfachen und persönlichen Feiern, die die schönsten Erinnerungen schaffen. Rückblickend können wir sagen, dass unsere Entscheidung, unsere Hochzeit im kleinen Rahmen zu feiern, eine der besten war, die wir treffen konnten.”