Weichenstellung für den SPÖ-Vorsitz
Gremien treten am Montag zusammen. Bislang gibt es nur einen Kandidaten.
Schwarzach Der Vorarlberger SPÖ soll doch schon früher als gedacht klar sein, wer neuer Parteivorsitzender wird. Die Gremien tagen am Montagabend, dann ist auch eine geheime Wahl angesetzt, erfuhren die VN aus gut informierten Kreisen.
Nur ein Kandidat
Alles andere als eine Entscheidung für den derzeitigen Bludenzer Stadtpolizeikommandanten Mario Leiter zum zukünftigen Parteichef wäre eine große Überraschung. Bislang gibt es keine andere Kandidatin oder einen anderen Kandidaten. Einen Parteitag dürfte es wohl erst regulär im kommenden Jahr geben.
Schon bisher wies alles darauf hin, dass der frühere Bludenzer SPÖ-Stadtparteichef Leiter (57) neuer Chef der Vorarlberger Sozialdemokraten und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2024 wird. Zuletzt kommunizierte die amtierende Vorsitzende Gabriele Sprickler-Falschlunger (66), dass die Vorsitzsuche Ende Juli abgeschlossen sein soll. Nun geht es aber doch deutlich schneller.
„Guter Mann“
Mario Leiter selbst gab sich auf Anfragen immer bedeckt. Auch im Zuge der Vorgänge auf Bundesebene – der SPÖ-Mitgliederbefragung und der außerordentliche Parteitag in Linz – ließ sich der Stadtpolizeikommandant nicht in die Karten blicken, welchen der drei beziehungsweise später zwei Kandidaten er unterstützt. Der neue Bundesparteiobmann Andreas Babler bezeichnete Leiter vergangene Woche im Interview mit den VN als „guten Mann“.
Gabriele Sprickler-Falschlunger übernahm die Vorarlberger SPÖ im Oktober 2021 nach heftigen internen Streitereien. Zuvor hatte sie ihre politische Karriere eigentlich schon beendet. Die Dornbirner Allgemeinmedizinerin leitete die Landespartei nämlich bereits zwischen September 2016 und September 2018. Die neue alte Vorsitzende betonte schon frühzeitig, dass sie diese Funktion nur übergangsweise ausüben wird. Die Suche nach einem neuen Parteichef oder einer neuen Parteichefin gestaltete sich dann aber doch langwieriger als angenommen. Dass ihr eigentlich eine Nachfolgerin am liebsten wäre – daraus machte die 66-Jährige auch nie einen Hehl.
Frist immer wieder verlängert
2021 hatte Sprickler-Falschlunger noch eine Kandidatensuche für den neuen Vorsitz in drei bis vier Monaten angekündigt. Im VN-Sommergespräch 2022 hielt die SPÖ-Politikerin dann fest, ihr Engagement auf Ende des Jahres begrenzt zu haben. Bis dahin solle eine Entscheidung fallen. Auch daraus wurde bekanntlich nichts. Schließlich verlängerte die 66-Jährige die selbst verhängte Frist auf Anfang des Jahres 2023, später hieß es, im Juli solle es so weit sein. Zunächst war die Rede von fünf, dann von drei, schließlich von zwei Kandidaten. Nun gibt es offenbar nur noch einen. Und dieser heißt Mario Leiter.