Entscheidung in Sachen Windkraft

In Möggers und Eichenberg stehen demnächst Grundsatzbeschlüsse auf der Tagesordnung.
Möggers, Eichenberg Seit Mitte April steht fest: Auf 4,3 Prozent der Vorarlberger Landesfläche bläst theoretisch genügend Wind, um damit Strom in größerem Stil zu produzieren. Als eine der für die Windenergienutzung am besten geeigneten Regionen in Vorarlberg wird in der Studie zum Windenergiepotenzial der Pfänderrücken mit einer Windleistung zwischen 200 und 300 W/m2 angeführt. Potenzial an dem Standort sehen offenbar auch die Geldgeber. Wie Franz Rüf von der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie (AEEV) berichtet, hätten bereits mehrere Investoren ihr Interesse bekundet. In den Gemeinden ist derweil noch nichts entschieden.
“Viel zu klären”
Die Gemeindevertretung von Möggers entscheidet Anfang November, ob man den Weg in Richtung erneuerbare Energie in Form eines Windrads beschreiten soll oder nicht. „Grundsätzlich ist es so, dass wir nicht per se etwas gegen ein Windrad am Pfänderrücken haben, ich das aber zu einem Grundsatzbeschluss führen will“, erläutert Bürgermeister Lukas Greussing (36). Aber auch wenn das Votum Pro-Windkraft ausfallen sollte, heiße das noch gar nichts. „Es ist noch so viel zu klären, beispielsweise ist dort, wo das größte Potenzial wäre, seit einigen Monaten ein Quellschutzgebiet“, berichtet der Bürgermeister. Derzeit prüfe die Bezirkshauptmannschaft, was in den verschiedenen Zonen des Quellschutzgebiets möglich ist. Daneben müssten unter anderem die Zufahrtsmöglichkeiten noch einmal geprüft und Gutachten eingeholt werden. „Das sind alles Abklärungen, die man zu treffen hat, damit man weiß, ob es überhaupt Sinn macht, den Weg zu gehen. Wenn das alles in Ordnung ist, dann geht es in einem nächsten Schritt mit der Bevölkerung weiter“, unterstreicht Greussing.

Am Pfänderrücken könnten bis zu drei Windräder errichtet werden. „Gemessen und technisch ausgelotet haben wir einen Standort. Wahrscheinlich sind von der Windleistung her zwei Windräder sinnvoll“, führt Franz Rüf aus. Die Standorte befinden sich allesamt auf Möggerser Gemeindegebiet, betroffen ist aber auch Eichenberg. Zum einen wegen des Quellschutzgebiets, zum anderen wegen des nächsten Anrainers, der in Eichenberg wohnt. “Damit man es starten kann, muss der Wille von Möggers und Eichenberg da sein, sonst wird es einfach mühsam”, ergänzt Lukas Greussing.

Laut Nico Flachsenberger (47), der Ende September zum neuen Bürgermeister von Eichenberg gewählt wurde, steht kommende Woche der Grundsatzbeschluss in der Gemeindevertretung auf der Tagesordnung. In der letzten Sitzung sei das Thema schon einmal angesprochen worden, um ein Stimmungsbild zu bekommen. Bislang habe er nur negative Stimmen gehört. “Die Gemeindevertretung ist auch gegen Windmessungen, weil wir einfach schon zu viel Geld dafür ausgegeben haben. Aber jetzt hat sich jeder in den letzten Wochen Gedanken gemacht, daher kann die Abstimmung natürlich auch positiv ausfallen”, merkt Flachsenberger an.