Vorarlberger Familiennamen und ihre Geschichte: Die widerspenstige Wiese

Das ist die Geschichte hinter den häufigsten Nachnamen Vorarlbergs – Teil 6.
Burtscher wird meistens als Kurzform des männlichen Vornamens Burkhart interpretiert. Der Name Burkhart setzt sich zusammen aus ahd. burg (Burg) und ahd. harti (hart, kräftig, stark) – zu verstehen als: der die Burg stark und mutig Schützende.
Ein möglicher Zusammenhang besteht zum Flurnamen „Burtscha”: Im Klostertal gibt es einen Burtschakopf, ein Grashang an der Nordseite dieses Berges nennt sich Burtscha. Ein Berg über Bürserberg nennt sich ebenfalls Burtschakopf.
„Burtschiges Gras” bedeutet: zähes, borstiges Gras. Auch eine Herleitung von rätoromanisch burtgia, buorcha, buortga (lat. bifurca = Weggabelung; Sattel, Joch) ist in Betracht zu ziehen.
Der Name ist in 57 Vorarlberger Gemeinden ausgewiesen, am häufigsten in Bludenz. Die Schreibvariante Purtscher ist in 20 Vorarlberger Gemeinden belegt, am häufigsten in Thüringen. Die ältesten Belege lassen einen Schwerpunkt im Großen Walsertal erkennen. Burtscher ist mit mehr als 1540 Namensvertretern in Vorarlberg der fünfthäufigste Name.

Frühe Namensbelege
1410 Philipp Burtzscher, Valentschina (Blons)
1413 Hennin Burtschen auf Valentschina
1419 Hans der alte Buttschen, St. Gerold
1433 Hänsli Burtscher, Ludescherberg
1444 Philipp Burtscher uff Ruggal
1450 Jaekli Gaburtsch in Bartholomäberg
1455 Georg Purtscher in Sonntag
1477 Hans Putschen, Thüringen
1480 Hans Purtscher am Ludescherberg
1527 Hans Burtscher, Sonntag
Aus “Etymologisches Lexikon der Vorarlberger Familiennamen” von Hubert Allgäuer.