Rotes Kreuz ruft zum Blutspenden auf

Vorarlberg / 18.12.2023 • 19:47 Uhr
Ursula Kreil ruft die Bevölkerung zum Blutspenden auf. apa
Ursula Kreil ruft die Bevölkerung zum Blutspenden auf. apa

Zu Weihnachten drohen in Österreich Versorgungsengpässe bei Blutkonserven.

Wien, Bregenz Die derzeitige extrem hohe Zahl an Infektionserkrankungen in Österreich hat spürbare Auswirkungen auf die Versorgung mit Blutkonserven im Land. Das Rote Kreuz warnte am Montag vor einem signifikanten Rückgang an Blutspenden österreichweit und bittet daher „alle, die sich fit und gesund fühlen, jetzt zur Blutspende zu kommen“, wie es in einer Aussendung hieß.

In Vorarlberg ist die Situation nicht besorgniserregend, von einem Notstand sei man weit entfernt. „Wir hatten erst diesen Morgen eine Besprechung dazu“, erklärt Rotkreuzsprecherin Ulrike Breuss am Montag. Auch in Tirol sei der Lagerstand relativ gut aufgestellt, bestätigt das Österreichische Rote Kreuz den VN. Anders sei die Situation im Osten Österreichs. „Die Lagerbestände sind durch das Infektionsgeschehen deutlich zurückgegangen. Sollte es nicht noch vor Weihnachten zu einer Trendumkehr kommen, droht ein Engpass“, erklärt Ursula Kreil, stellvertretende medizinische Leiterin des Blutspendedienstes des Österreichischen Roten Kreuzes.

Konserve hält 42 Tage

„Blut ist eine wichtige Ressource, die nicht künstlich hergestellt werden kann. Noch dazu ist eine Blutkonserve nur 42 Tage haltbar. Engpässe bei der Versorgung können dramatische Folgen für Menschen haben, die auf Blutkonserven angewiesen sind – etwa chronisch Kranke oder Patientinnen und Patienten, die in Spitälern operiert werden müssen“, appelliert Kreil.

Die Spendenbereitschaft wie auch der Blutbedarf schwanken sowohl regional als auch saisonal. Derzeit machen jedoch die Krankenstände zu schaffen: Laut Daten der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) leiden aktuell etwa 255.000 Menschen in Österreich an einer Grippe oder grippeähnlichen Erkrankung – dabei stehen wir erst am Anfang der Grippewelle. Auch die Zahl der Covid-19-Erkrankungen bleibt hoch. Die beim Abwasserscreening gemessene Virenlast ist derzeit rund 60 Prozent höher als zum bisherigen Spitzenwert im August 2022.

Nach einer leichten Erkältung oder einer Covid-19-Infektion mit mildem Verlauf ist das Blutspenden bereits nach sieben Tagen wieder erlaubt. Bei hochfieberhaften Infekten ist eine Wartezeit von mindestens vier Wochen vor einer Blutspende einzuhalten, erklärt das Rote Kreuz. Vn-rau

Für weitere Infos zur Blutspende, sowie Details zu den Terminen in Ihrer Nähe auf www.blut.at oder kontaktieren Sie uns unter der kostenlosen Servicenummer 0800 190 190.