So lassen Lustenauer S-18-Gegner ihren Frust aus

Radar-Attrappen als Reaktion auf nicht-erfolgte kurzfristige Verkehrsmaßnahmen auf der L 203.
Darum geht’s:
- Eugen Schneider und seine Mitstreiter setzen sich gegen den überbordenden Verkehr ein.
- Sie fordern Maßnahmen wie bessere Aufteilung von Lkw, Reduktion des Schadstoffausstoßes und Nachtfahrverbote.
- Mit einer Radarattrappe machen sie auf ihre Forderungen aufmerksam.
Lustenau Das Ding schaut echt aus. Richtige Größe, passendes Muster, nicht zu übersehen. Als Eugen Schneider, Sprecher der Bürgerinitiative Lebensraum Zukunft Lustenau – Unteres Rheintal, mit seinen Mitstreitern am Montag kurz nach zehn Uhr das Objekt auf Höhe des Kindergartens Weiler wie eine Statue von seiner Ummantelung befreit, staunen die Anwesenden nicht schlecht. „Nachdem die versprochene permanente Radarüberwachung an der L 203 nicht gekommen ist, müssen wir uns selbst helfen”, erklärt der Aktivist und reicht ein schelmisches Lächeln nach.

Vor dem Kindergarten
„Ich habe niemanden gefragt, außer die Verantwortlichen im Kindergarten. Ich sagte ihnen, ich würde hier etwas aufstellen, was sie nicht betrifft”, fügt Schneider an.
Ihm und den seinen reicht’s. „Vor einem Jahr standen wir auch an dieser Straße. Damals noch mit Karina Lechtaler von der anderen Bürgerinitiative. Wir forderten Sofortmaßnahmen gegen den überbordenden Verkehr ein. Und was ist seitdem passiert? Nichts!”
Einmal sei für kurze Zeit eine Radarbox platziert worden. „Das hat echt was gebracht. Doch dann hat man sie einfach wieder entfernt”, schüttelt Schneider den Kopf. Vom Land sei eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Sofortmaßnahmen eingerichtet worden. „Doch wir durften da nicht dabei sein. Man sagte uns, nur Experten seien dort vertreten.”

Die Forderungen
Die Forderungen der S-18-Gegner: eine bessere Aufteilung von grenzüberschreitenden Lkw, eine Reduktion des Schadstoffausstoßes, eine Ausweitung des Nachtfahrverbots sowie die Installation von fixen Radarboxen auf der Durchzugsstraße. „In Lustenau fahren täglich 1200 Lkw über die Grenze, an anderen Grenzübergängen um vieles weniger”, untermauert Schneider die erste Forderung.

Tatsächlich scheint die Radarattrappe zu wirken. Kaum ist die erste auf dem extra dafür produzierten Betonsockel angebracht, bremsen mehrere Kraftfahrzeuge vor dem bemalten Kanalrohr ab. Sehr zur Freude der Anwesenden, deren Durchschnittsalter weit über 60 liegt. „Wir müssen halt nicht mehr arbeiten, darum sind nur Pensionisten hier”, bemerkt einer der rüstigen Aktivisten.
Wo die zweite Radarattrappe aufgestellt werden soll, steht noch nicht fest.
Statement gegen CP
Dass bei einem Treffen von Mitgliedern der Bürgerinitiative Lebensraum Zukunft Lustenau das Thema S 18 nicht ignoriert wird, versteht sich von selbst. Einmal mehr gibt es die Botschaft: „Wir fordern alle Beteiligte, Land und Gemeinde auf, das Ergebnis der Volksbefragung zur S 18 CP zu respektieren. Über 70 Prozent der Wähler haben sich gegen die Umsetzung dieses Projekts ausgesprochen. Es muss andere, bessere Alternativen geben”, wird Eugen Schneider nicht müde, alle wissen zu lassen.