Radarattrappe in Lustenau gestohlen. Es wird spekuliert, dass …

Bürgerinitiative Lebensraum Lustenau Zukunft vermutet eine gezielte Aktion. Polizei wurde informiert.
Lustenau Es war ein geradezu feierlicher Anlass am Montag vor einer Woche. Als Mitglieder der Bürgerinitiative Lebensraum Zukunft Lustenau beim Kindergarten Weiler an der L 203 eine Radarattrappe aufstellten. Es handelte sich dabei um ein circa 100 Kilo schweres bemaltes Kanalrohr, das die Aktivisten ohne behördliche Erlaubnis an dieser Stelle aufstellten. Später fixierten sie eine zweite Attrappe weiter südlich auf dem Privatgrund von Karina Lechtaler, Sprecherin der verkehrsgeplagten Anrainer.

Böse Überraschung
Am Sonntagvormittag dann die böse Überraschung. “Wir mussten staunend feststellen, dass jemand wohl in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Attrappe vor dem Kindergarten Weiler fachmännisch abmontiert und weggeschafft hatte”, berichtet Eckart Neururer, eines der aktiven Mitglieder der Bürgerinitiative. Neururer war einer der Ersten, der die Überreste der Abmontier-Aktion entdeckte: drei Stahlrohre und ein Haufen Erde.
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Eugen Schneider, Sprecher der BI Lebensraum Zukunft Lustenau, zeigte sich nach Entdecken des Diebstahls ebenfalls perplex. “Du fragst dich natürlich schon, wer so was macht. Waren es womöglich Autoraser, die auf der Durchzugsstraße weiterhin ungestört ihre Rennen fahren wollen?”

Geplanter Akt?
Wer auch immer die Radarattrappe entfernte, muss das wohl geplant haben. Eugen Schneider ging zur Sicherheitswache, um dort über den Diebstahl zu informieren. Der zuständige Polizist Thomas König nahm die Meldung entgegen, die zu jenem Zeitpunkt noch keine Anzeige war. “Wir brauchen eine Anzeige, um zu ermitteln. Dann werden wir uns der Sache annehmen. Anrainer befragen und herauszufinden versuchen, ob in der Nähe vielleicht eine Kamera war, die das Geschehen aufgezeichnet hat. Es ist dies natürlich ein Diebstahl.”
König vermutet hinter dem unfreundlichen Akt entweder eine “b’soffene G’schicht oder eine ganz gezielte Aktion”.
Zweite Attrappe
Die S 18-Gegner hoffen nun auf die Wirkung der verbliebenen Radarattrappe auf dem Grundstück von Karina Lechtaler. “Wir haben festgestellt, dass Autofahrer vor der Attrappe Respekt haben und tatsächlich abbremsen”, freut sich Schneider.

Das Aufstellen von Radarattrappen durch die Aktivisten soll eine Reaktion auf die bisher nicht umgesetzten Sofortmaßnahmen an der L 203 sein, die vor einem Jahr versprochen wurden. Gefordert wird unter anderem die Installation fixer Radarboxen. “Sobald das geschieht, werden wir unsere Attrappen wieder abbauen”, verspricht Schneider.