Premiere in Vorarlberg: In Hard steht das erste nachwachsende Ortsschild

In der Gemeinde sollen nach und nach alle Schilder nachhaltig sein. Das steckt dahinter.
Hard In Hard bekommt der Begriff Schilderwald eine völlig neue Bedeutung. Geplant ist, dass die Verkehrsschilder in der Gemeinde bald tatsächlich alle aus dem Wald, genauer gesagt von der Plantage kommen. Am Donnerstag wurde Bauhofmitarbeiter Martin Loacker (40) die Aufgabe zuteil, auf der linken Rheinseite das erste nachwachsende Ortsschild Vorarlbergs aufzustellen. Weitere sollen folgen. Auf den ersten Blick sind keine großen Unterschiede zu erkennen. Es ist weiß, hat eine blaue Umrandung und ist mit dem Ortsnamen bedruckt. Den Unterschied macht das Material. Das Schild, das von der Kärntner Firma ITEK entwickelt wurde, ist nicht aus Aluminium, sondern aus Bambus (Schild) und Accoya-Holz (Steher) hergestellt.


Energieintensiv
“Aluminium ist ein Stoff, der sowohl von der Erzgewinnung als auch der Erzeugung und Aufbereitung her sehr energieintensiv ist. Ziel ist, dass alle Schilder, die in Hard erneuert werden müssen, aus Holz sind. Wir haben über 2000 Verkehrszeichen mit Zusatztafeln, da kommt schon ordentlich etwas zusammen”, führt Bürgermeister Martin Staudinger aus.

Laut ITEK-Chef Karl Kaltenhauser stammen der Bambus und das Holz aus nachhaltigem Anbau und sind nicht gestrichen oder eingelassen. “Wir haben auch keine Schadstoffe im drucktechnischen Bereich”, ergänzt Kaltenhauser. Die Schilder sind seit rund sechs Jahren auf dem Markt. “Bis heute haben wir noch nie ein Schild ausgetauscht”, merkt der Geschäftsführer an und klopft dabei auf Holz. “Wir garantieren beim Bambus 25 Jahre, und für alles, was beim Holz über dem Boden ist, 50 Jahre.”

400.000 Verkehrszeichen
In Hard sind pro Jahr 6000 Euro für die Erneuerung von Verkehrsschildern budgetiert. Das nachwachsende Ortsschild kostet mit Steher rund 500 Euro und damit rund doppelt so viel wie ein Aluschild. Martin Staudinger spricht von einem vergleichsweise geringen Kostenaufwand, mit dem auf Dauer viele Tonnen Co2 eingespart werden können. “Ich frage mich, wieso das nicht jede Gemeinde macht.” Karl Kaltenhauser verdeutlicht: “Im Jahr werden in Österreich mehr als 400.000 Verkehrszeichen neu produziert. Bei einem normalen ,Halten und Parken verboten’-Schild ist es ein Unterschied von 20 Kilo CO2 im Vergleich zu Aluminium.”

