Kinder in Bewegung bringen

Leonie Hartl und Ulrike Winsauer-Rinke koordinieren die Projekte der Initiative „Vorarlberg bewegt“.
DORNBIRN In einer Welt, in der immer mehr Technologie das Freizeitverhalten bestimmt, zeichnet sich ein alarmierender Trend ab: Kinder bewegen sich zu wenig. Die Folgen betreffen sowohl die körperliche als auch die geistige Entwicklung. Ulrike Winsauer-Rinke (40) und Leonie Hartl (26), Projektkoordinatorinnen bei „Vorarlberg bewegt“, haben den Auftrag, diesem Trend entgegenzuwirken.

Treffpunkt Olympiazentrum in Dornbirn. Das Büro liegt im Kellergeschoss. Hier unten ist es bedeutend ruhiger als in den oberen Etagen. Hier unten entstehen die Projekte der 2006 von der Landesregierung ins Leben gerufenen Initiative „Vorarlberg bewegt“. Zielgruppe sind nicht nur Kinder, sondern alle, die ihr Leben mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung verbessern wollen.

Leonie hat ihre berufliche Zukunft stets im Sportbereich gesehen. Nach der Matura am Sportgymnasium in Dornbirn absolvierte sie das Studium der Sportwissenschaften. Es folgten ein Praktikum im Sportreferat der Landesregierung und schließlich die Anstellung bei „Vorarlberg bewegt“.
Auch in Ulrikes Leben hat das Thema Sport und Bewegung schon immer eine bedeutende Rolle gespielt. Sie studierte allerdings Biologie. Danach war sie in einem Labor in Wien beschäftigt. Nach ihrer Rückkehr nach Vorarlberg arbeitete sie bei Russmedia und gründete mit Johannes Rinke eine Familie.
„Es war Anfang 2019. Ich war noch in Karenz mit meiner ersten Tochter Annika, da sah ich die Stellenausschreibung vom Olympiazentrum, in der ‚Vorarlberg bewegt‘ eine Mitarbeiterin suchte“, erinnert sich Ulrike. „Und ich dachte mir: Genau das ist es, was ich machen will.“ Sie bekam die Stelle und wurde mit dem Bereich Erwachsenen- und Familienaktionen betraut. Zu ihren Aufgaben zählt etwa das Organisieren von Vorträgen, Intensivtagen, Bewegungstreffs, Familienskitagen, Kindermarathons. „Jedes Jahr schaut anders aus. Jedes Jahr ist voller Bewegung, von der Idee bis zur Realisierung “, sagt Ulrike spürbar begeistert.

Leonie, die im Oktober 2023 zum „Vorarlberg bewegt“-Team stieß, ist für die Entwicklung der VBewegt-App verantwortlich. „Die App ist unser digitales Angebot zur Förderung der Gesundheit.“, erklärt sie. Über diese Anwendung präsentiert Leonie unter anderem Tipps und Tricks zu den Themen Bewegung, Ernährung und mentales Wohlbefinden.

Ulrike zufolge war das diesjährige Highlight von „Vorarlberg bewegt“ der Kindermarathon, der am 12. Oktober in Kooperation mit dem Drei-Länder-Marathon veranstaltet wurde: „Wir hatten mehr als 3000 Teilnehmer. Allein schon mit diesem Event bringen wir viele Kinder in Bewegung.“ Die Mutter von mittlerweile zwei Töchtern, im Alter von sechs und vier Jahren, beschreibt ihre Arbeit als „abwechslungsreich mit viel Gestaltungsfreiheit“ und zudem als „sinnstiftend, weil ein gesunder Lebensstil und Bewegung nicht nur Kinder, sondern jeden Menschen betrifft“. Ihrer Kollegin voll zustimmend, fügt Leonie hinzu: „Es ist eine wertvolle und wichtige Aufgabe, die Vorarlberger Bevölkerung zu mehr Bewegung animieren zu dürfen.“

Bei beiden Frauen ist Sport auch ein fester Bestandteil ihrer Freizeit. Leonie spielt in der Damenmannschaft 1 des Handballclub Blau-Weiß Feldkirch und findet Ausgleich bei Skitouren und beim Wandern. Ulrike ist mit ihren Kindern viel in der Natur unterwegs, „meistens im Wald hinter unserem Haus“. Außerdem ist sie passionierte Läuferin, unterrichtet Yoga und klettert gern.
Und jetzt konzentrieren sich die Projektkoordinatorinnen wieder auf ihren Auftrag, dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Insbesondere Vorarlbergs Kinder betreffend.
ZU den personen
ULRIKE WINSAUER-RINKE
GEBOREN 10. März 1984
WOHNORT Schwarzach
BERUF Projektkoordinatorin
FAMILIE verheiratet mit Johannes, Töchter Annika (6) und Marie (4)
LEONIE HARTL
GEBOREN 24. Jänner 1998
WOHNORT Götzis
BERUF Projektkoordinatorin
FAMILIE verpartnert mit Julian Mair