Drei verletzte Kinder durch selbstgebautes Feuerwerk in Vorarlberg

Doch nicht nur in Vorarlberg verletzten sich Kinder und Jugendliche schwer.
Bregenz, Wien Am Sonntagabend kam es in Bregenz zu einem schweren Unfall mit selbstgebastelten Böllern. Drei Buben im Alter von 11 bis 14 Jahren experimentierten gegen 23 Uhr mit den Feuerwerkskörpern, als einer davon plötzlich in der Hand des ältesten Kindes explodierte. Dabei wurden dem 14-Jährigen mehrere Finger teilweise abgerissen.
Einem 11-Jährigen kamen durch die Explosion zwei Splitter in die Augen, weiters erlitt er Verletzungen an den Trommelfellen. Der dritte Bub zog sich einen Tinnitus zu. Alle drei wurden mit der Rettung ins LKH Feldkirch gebracht. Dort operierten Ärzte die verletzte Hand des 14-Jährigen. Auch die Splitter konnten aus den Augen des 11-Jährigen entfernt werden.
Die Polizei ermittelt nun, ob es sich tatsächlich um einen selbstgebastelten Böller handelte oder wie die Buben in den Besitz der gefährlichen Feuerwerkskörper gelangt sind.
Weitere Unfälle in Österreich
Ebenfalls fatale Folgen hatte das Zünden eines Böllers auf einer Regentonne im Tiroler Imst durch einen 16-Jährigen. Sein zehnjähriger Bruder wurde dabei von Splittern im Gesicht getroffen und verletzt. Ebenfalls in Tirol verbrannte sich ein 52-jähriger slowakischer Arbeiter eines Hotels beim Anzünden einer Feuerwerksbatterie die rechte Hand. Diese habe laut ihm zu früh gezündet.
In Niederösterreich wurden sieben Verletzte verzeichnet. Ein 40-Jähriger verletzte sich beim Zünden einer Feuerwerksbatterie. Ein 17-Jähriger verwendete eine offenbar beschädigte Rakete, die zu früh explodierte. Die Folgen waren eine schwere Handverletzung sowie Blessuren im Gesicht und am Oberkörper. Eine Augenverletzung durch Funkenflug erlitt ein ebenfalls 17-Jähriger, der mehrere Feuerwerkskörper gezündet hatte.
In Oberösterreich zündete ein 14-Jähriger einen Feuerwerkskörper der ab 16 Jahren zugelassenen Kategorie F2 in seiner Hand, wo dieser auch explodierte. Ähnlich erging es einem 31-jährigen Rumänen, allerdings mit einem F3-Knaller aus Tschechien. In Wilhering erlitten mehrere Personen einen Gehörsturz durch eine verirrte Rakete.
In der Steiermark hatte ein 23-Jähriger aus dem Bezirk Liezen einen Böller in eine Glasflasche gesteckt. Als diese explodierte, wurde der junge Mann am Hals verletzt.
Pyrotechnik in Österreich
Das Pyrotechnikgesetz kennt in Österreich vier Klassen an legalen Feuerwerkskörpern mit entsprechenden Alters- und Befähigungsvorgaben. So gilt etwa für das “Jugendfeuerwerk” der Kategorie F1 ein Mindestalter von zwölf Jahren, andere Feuerwerke der Kategorie F2, wie etwa Raketen oder Batteriefeuerwerke, erfordern ein Mindestalter von 16 Jahren. Die Verwendung von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2, dazu zählen etwa bereits Knallfrösche, ist im Ortsgebiet grundsätzlich verboten, Gemeinden erlassen jedoch zu Silvester oft Ausnahmegenehmigungen. Rund um Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen, Kirchen und andere Gotteshäuser, Tierheimen und Tiergärten sowie Tankstellen ist die Verwendung von Feuerwerkskörpern immer verboten, auch außerhalb des Ortsgebietes.
Für Feuerwerke der Klassen F3 und F4 werden darüber hinaus der Nachweis einer entsprechenden Sachkunde oder Fachkenntnis wie auch ein Mindestalter von 18 Jahren eingefordert, diese sind außerdem mit weiteren Auflagen verbunden.