Silvester: Beschlagnahmtes Feuerwerk und Angriffe auf Beamte

Vorarlberg / 01.01.2025 • 13:55 Uhr
Silvester: Beschlagnahmtes Feuerwerk und Angriffe auf Beamte

Für die Polizei war Silvester in Vorarlberg recht ruhig. Dies gilt jedoch nicht für den Rest Österreichs.

Bregenz, Wien 100 Prozent mehr Sicherstellungen von Pyrotechnik, Beamte mit Knallkörpern beworfen, hohe Zahl an Anzeigen. Dennoch, das Lagebild am Neujahrstag sei großteils ruhig gewesen – so lautete die Bilanz der Bundespolizei nach der Silvesternacht.

So auch in Vorarlberg. Gegenüber den VN spricht die Landespolizeidirektion Vorarlberg von einer ausgesprochen ruhigen Nacht in Vorarlberg. Die traurige Ausnahme sind die drei verletzten Buben durch einen selbstgefertigten Feuerwerkskörper in Bregenz. Die Landesleitzentrale meldete insgesamt 305 Einsätze, davon 70 mit Bezug auf Pyrotechnik. Eine Person wurde wegen Verdacht der Ordnungsstörung und eine weitere Person nach einem Angriff auf einen Polizeibeamten festgenommen. Der angegriffene Polizist wurde dabei verletzt.

33 Personen werden wegen Übertretungen nach dem Pyrotechnikgesetz an die Bezirkshauptmannschaften angezeigt, dabei kam es zu Sicherstellungen von insgesamt 308 pyrotechnischen Artikeln. An die Staatsanwaltschaft Feldkirch werde die Polizei drei gerichtliche Delikte im Zusammenhang mit pyrotechnischen Gegenständen angezeigen. Im Zuge von Amtshandlungen wurden zudem zwei Schreckschusswaffen von der Polizei festgestellt. Diese wurden sichergestellt und ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Insgesamt bewegt man sich damit im Trend der vergangenen Jahre.

Polizei unter Beschuss

Im Rest Österreichs war es nicht so ruhig: “Laut derzeitigem Stand wurden 21 Anzeigen wegen (fahrlässiger) Körperverletzung durch pyrotechnische Gegenstände erstattet”, hieß es in einer Aussendung des Innenministeriums am Neujahrstag. In Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark wurden Beamte gezielt mit Knall- oder Feuerwerkskörpern beworfen, berichtete die Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit. Im Zuge der Einsätze erlitten österreichweit 20 Bedienstete Verletzungen, 13 davon durch diese Attacken. “Die Tatverdächtigen sind großteils bekannt und werden entsprechend strafgerichtlich verfolgt”, versicherte die Polizei.

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Im niederösterreichischen Amstetten wurden drei Polizeibeamte kurz nach Mitternacht beim Aussteigen aus einem Streifenfahrzeug mit dem laut Polizei bewussten Böllerwurf eines 45-jährigen Einheimischen bedacht. Der Gegenstand explodierte unmittelbar vor dem Trio, das zur Überwachung einer Silvesterveranstaltung an Ort und Stelle gewesen war. Sie trugen ein Knalltrauma davon. Auch im steirischen Leoben wurden sieben Beamte durch einen Böllerwurf verletzt, der Tatverdächtige wurde festgenommen. Im oberösterreichischen Wels rückte die Polizei wegen massivem unerlaubtem Feuerwerk aus und wurde bei der Kontrolle laut Exekutive mit ebendiesem auch beschossen. Bei der Kontrolle von über einem Dutzend Personen gab es Wortgefecht und Handgemenge mit einem 19-Jährigen, er und ein 20-jähriger Bursch wurden vorübergehend festgenommen.

Sicherstellungen und Anzeigen

Die Sicherstellung von mehr als 9100 pyrotechnischen Gegenständen bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von knapp 100 Prozent. Die Landespolizeidirektionen der Bundesländer melden darüber hinaus 18 strafrechtliche und zehn verwaltungsrechtliche Festnahmen sowie über 2300 Identitätsfeststellungen. Im Rahmen der Silvestereinsätze wurden 93 Organmandate und 584 Verwaltungsanzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz sowie den jeweiligen Landesgesetzen ausgestellt, 438 Personen angezeigt.

Bei fast allen Bereichen – Straf- und Verwaltungsrecht gleichauf – zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine teils signifikante Erhöhung der Anzeigen. “Dies wird einerseits auf die intensive Kontrolltätigkeit der Exekutive, andererseits aber auch auf eine höhere Anzeigenbereitschaft seitens der Bevölkerung zurückgeführt”, erklärt das Innenministerium.