Eine Gaststätte und eine Zukunft statt einer Versteigerung

Die beliebte Jausenstation stand zur Zwangsversteigerung – bis Dienstag.
Bezau, Damüls Am Montagnachmittag war die Versteigerung noch angesetzt, am Dienstagmorgen war davon kein Wort mehr. Wie das Gericht bestätigt, wurde die Zwangsversteigerung kurzfristig abberaumt. Dies ist nicht unüblich, da es den Betroffenen grundsätzlich bis zum Versteigerungstermin möglich ist, entweder das ausstehende Geld aufzutreiben oder eine andere Form der Einigung zu finden. Wer darauf hoffte, eine beliebte Jausenstation in Damüls übernehmen zu können, dürfte enttäuscht sein.
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Versteigert werden sollte die Skihütte Sunnegg in Oberdamüls. Ursprünglich als Ferienhaus errichtet, besteht hier seit knapp 40 Jahren eine Jausenstation, die mehrmals erweitert wurde. Das Objekt mit Ölheizung umfasst 2854 Quadratmeter Grund auf etwa 1670 Höhenmetern, die ältesten Gebäudeteile sind aus der ersten Hälfte der 1960er-Jahren. Das bis zur Absage der Versteigerung online verfügbare Gutachten geht daher von einer Restnutzungsdauer des Gebäudes in seiner jetzigen Form von etwa 20 Jahren aus. Ausgelegt ist die Jausenstation laut der Bewilligung von 2022 auf 240 Gäste, jeweils 120 Personen im Restaurant und auf der Sonnenterrasse. Kapazitäten sind jedoch für 140 Gäste innen und 180 Gäste außen gegeben. Die Einrichtung und Ausstattung werden im Gutachten als “offensichtlich zwar schon länger in Verwendung, aber qualitativ hochwertig” und den Gäste-Erwartungen an eine Skihütte entsprechend bezeichnend. Der Zulauf dürfte auch einem Investor zusprechen, Sunnegg galt unter der bisherigen Führung als beliebt und gastronomisch gut. Hinzu kommt, dass Damüls auch künftig als schneesicher gilt. Unterm Strich ein Betrieb mit absehbarem Investitionsbedarf, aber auch guten Zukunftsaussichten.

Schätzwert des Selbstbedienungs-Gastronomiebetriebes: 1,27 Millionen Euro, davon 45.947 Euro an Einrichtungsgegenstände. Auch der Ertragswert liegt in diesem Bereich. Das Mindestgebot lag bei der Hälfte, also 635.000 Euro.
Neuer Eigentümer
Im November 2023 wurde wohl für viele überraschend ein Konkursverfahren eröffnet. Es hatten sich Schulden in Millionenhöhe angehäuft. Die anerkannten Forderungen beliefen sich damals auf 1,7 Millionen Euro. Im April wurde dann ein Sanierungsplan vorgelegt, der eine 20-Prozent-Quote wie auch Öffnungszeiten im Sommer vorsah. Dieser wurde angenommen, dennoch gab es bald einen Versteigerungstermin.
Am Dienstag war dann alles anders: “Wir haben einen Käufer gefunden”, erklärt Sandra Breuß, bisherige Eigentümerin des Sunneggs. Der neue Eigentümer: Die Damülser Seilbahnen GmbH, verrät Breuß. Der Preis wird nicht kommuniziert, doch für Breuß haben sich die Wolken gelichtet. Derzeit fokussiert man sich auf den laufenden Betrieb, “in gewohnter Qualität” wie die Betreiberin versichert. “Im Frühjahr schauen wir dann, ob wir zu Pächtern werden”, will Breuß noch nichts versprechen.