Täglicher Stauärger vor dem Pfändertunnel: “Jeder kommt zu spät zur Arbeit”

Spursperre wegen Sanierungsarbeiten sorgt für Unmut. Asfinag betont die Notwendigkeit.
Hörbranz, Dornbirn Wolfgang Feuerstein ist genervt. Der HNO-Arzt muss täglich durch den Pfändertunnel, um vom Leiblachtal in seine Praxis in Dornbirn zu kommen. Derzeit wird allerdings jede Fahrt zur Geduldsprobe.
Seit dem 10. März ist die Röhre in Fahrtrichtung Tirol (Weströhre) wegen Sanierungsarbeiten von Montag bis Freitag nur einspurig befahrbar. Die Folge ist ein tägliches Verkehrschaos vor dem Pfändertunnel im Berufsverkehr. „Am Dienstag reichte der Rückstau zum Beispiel bis weit nach Hörbranz hinein, auf der Autobahn bis zur Ausfahrt Friedrichshafen. In Bregenz geht nichts mehr. Die meisten Bewohner des Leiblachtals sind Pendler. Jeder kommt zu spät zur Arbeit, abgesehen vom täglichen Ärger im Stau“, schildert Wolfgang Feuerstein das Dilemma. Was den Mediziner dabei jedes Mal wundert: „Man sieht nie einen Arbeiter im Tunnel und auch keine Baumaschinen.“

Laut Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl werden derzeit die wesentlichen technischen Sicherheitseinrichtungen, die sich an der Tunneldecke, an der Tunnelwand, in den Notrufnischen und Querschlägen befinden, demontiert und anschließend wieder eingebaut. „Das kann aus Gründen der Arbeitssicherheit nur mit einer Spursperre erfolgen, damit die Arbeiter in einem sicheren Bereich arbeiten können“, erläutert Holzedl. Außerdem sei es lediglich so möglich, dass der Tunnel ab 14. April nur noch in der Nacht gesperrt ist. „Das jetzt ist quasi eine notwendige Vorabmaßnahme, damit wir das machen können“, sagt der Asfinag-Sprecher. Dass keine Arbeiter im Tunnel zu sehen sind, liege vermutlich daran, dass oftmals in den Querschlägen oder in den Notrufnischen gearbeitet werde. Er könne aber versichern, „dass derzeit mit Hochdruck in dem Bereich gearbeitet wird.”

Die Autofahrer, die vom Leiblachtal in Richtung Tirol müssen, brauchen noch bis 11. April starke Nerven. Bis dahin steht in der Weströhre nur eine Fahrspur zur Verfügung. Am 14. April beginnen die Hauptmaßnahmen. Die Weströhre ist ab dann zwischen 20 und 5 Uhr gesperrt; der Verkehr wird in dieser Zeit in der Oströhre im Gegenverkehr geführt. Tagsüber sind laut Holzedl beide Tunnelröhren zweispurig befahrbar. „Auch an besonders verkehrsreichen Tagen wie zu Christi Himmelfahrt, Fronleichnam oder während der Bregenzer Festspiele und an den Wochenenden wird der Pfändertunnel baustellenfrei sein“, ergänzt er.