Maria Ebene wehrt sich nach Klage des Ex-Primars: „Werden kein Steuergeld verschenken“

Vorarlberg / 11.11.2025 • 15:50 Uhr
Maria Ebene wehrt sich nach Klage des Ex-Primars: „Werden kein Steuergeld verschenken“
Manfred Brunner, Präsident der Stiftung Maria Ebene, findet klare Worte: „Wir werden in Zeiten von Sparmaßnahmen, die auch uns treffen, sicher kein Steuergeld verschenken.“ vN/Steurer

Ex-Primar klagt Maria Ebene: Philipp Kloimstein will 250.000 Euro von der Stiftung. Die lehnt kategorisch ab.

Darum geht’s:

  • Ex-Primar fordert 250.000 Euro nach freiwilligem Abgang.
  • Stiftung lehnt Zahlung ab, bietet rechtliche Lösung.
  • Suchtkrankenhaus in den letzten Jahren oft in Schlagzeilen.

Frastanz Die Vermutung stand schon länger im Raum, nun ist sie Realität geworden. Wieder bittet ein Ex-Primar des Suchtkrankenhauses die Stiftung Maria Ebene zur Kasse. Nicht weniger als 250.000 Euro fordert Philipp Kloimstein für seinen Abgang nun vor Gericht ein. Die erste Tagsatzung fand am Dienstag statt. Stiftungspräsident Manfred Brunner findet für das Vorgehen klare Worte: „Wir werden in Zeiten von Sparmaßnahmen, die auch uns treffen, sicher kein Steuergeld verschenken.“ Nichts anderes wäre es aus seiner Sicht nämlich: „Wir haben Philipp Kloimstein eine einvernehmliche Lösung ohne freiwillige Zusatzleistung angeboten, die lehnte er ab, deshalb wurde die Kündigung ausgesprochen und ihm die damit verbundenen gesetzlichen Ansprüche gewährt.“ Mehr werde es nicht geben.

Pressekonferenz, Stiftung Maria Ebene, „Präsentation Jahresbericht 2022 & aktuelle Themen“
In den vergangenen Jahren geriet das Suchtkrankenhaus Maria Ebene immer wieder in die Schlagzeilen. VN

Nicht nachvollziehbar

Nach internen Querelen hatte Philipp Kloimstein, der 2020 die ärztliche Leitung des Suchtkrankenhauses übernahm, im Februar 2025 das Handtuch geworfen. In einer Aussendung wurde unter andere kommuniziert, dass sich die Stiftung und Primar Kloimstein auf dessen eigenen Wunsch einvernehmlich trennen. Er selbst wurde mit den Worten zitiert: „Ich habe für mich nach reiflicher Überlegung aufgrund der medialen Berichterstattung der letzten Wochen die Entscheidung getroffen, dass so keine vertrauensvolle, sinnstiftende und wertschätzende Arbeit bzw. Zukunft mehr möglich ist und habe das Kuratorium der Stiftung Maria Ebene um die einvernehmliche Auflösung meines Dienstvertrags gebeten.“ „Er hat selbst erkannt, dass die Situation schwierig geworden ist“, ergänzt Brunner. Dass er, obwohl die Trennung von ihm ausgegangen sei, jetzt eine Viertelmillion Euro einklage, sei für niemanden im Kuratorium nachvollziehbar und noch weniger erklärbar. Für alle steht fest: „Wir brauchen das Geld, um in Leistungen zu investieren und nicht in Abschiedsgeschenke.“

Unruhige Zeiten

In den vergangenen Jahren geriet das Suchtkrankenhaus Maria Ebene immer wieder in die Schlagzeilen. Michael Willis, der Nachfolger von Langzeit-Primar Reinhard Haller, erhielt 2020 nach nur kurzem Engagement die fristlose Kündigung. Ihm wurde unter anderem Mobbing unterstellt. Willis wehrte sich gerichtlich gegen seinen Rauswurf. Schließlich einigten sich die Streitparteien außergerichtlich. Nach ihm kam Philipp Kloimstein, der, was Personalführung und die Zusammenarbeit mit den Systempartnern betraf, in die Kritik geriet.

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