Das könnte eine Show werden: Jede Minute eine Sternschnuppe

Die Geminiden sind im Anflug. Der Sternschnuppenstrom sorgt wieder für Highlights am Nachthimmel.
Bludenz In der griechischen Mythologie setzt Phaethon beinahe die Erde in Brand, weil er unbedingt den Sonnenwagen seines Vaters Helios lenken will, die unbändigen Pferde aber nicht kontrollieren kann und daher der Sonne mit dem Gespann zu nahekommt. Einmal im Jahr bringt Phaethon aber auch die Augen von Astronomiefans zum Leuchten. Der nach dem Sonnengott-Sohn benannte Asteroid ist für den Sternschnuppenregen verantwortlich, der regelmäßig in der Vorweihnachtszeit den Himmel erhellt. „In den letzten Jahren hat sich der Sternschnuppenschauer der Geminiden zum aktivsten Strom des ganzen Jahres entwickelt und übertrifft sogar die Perseiden im August“, berichtet der Bludenzer Astronom Robert Seeberger.

Der Name Geminiden leitet sich vom lateinischen Namen des Sternbilds Zwillinge (“Gemini”) ab. „Im Sternbild Zwillinge ist der Ausstrahlungspunkt der Geminiden. Von hier aus scheinen sich die Sternschnuppen radial über den ganzen Himmel zu verteilen“, erläutert Seeberger. Die Sternschnuppen sind jedes Jahr von 4. bis 17. Dezember aktiv. Der beste Zeitpunkt für die Beobachtung ist allerdings an diesem Wochenende. „Das Maximum tritt in der Nacht auf Sonntag, 14. Dezember, auf. Bei wolkenfreiem Himmel kann man mit durchschnittlich einer Sternschnuppe pro Minute rechnen. Mit 35 km/s ziehen die Geminiden eher langsame Spuren über den Himmel“, sagt der Experte aus Bludenz.

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Wie die Geminiden entstehen? Der Asteroid Phaethon kommt der Sonne beim Umkreisen sehr nahe. Durch Temperaturen von über 700 Grad platzt und bröselt Material von seiner Oberfläche ab. Das Material verteilt sich entlang seiner Umlaufbahn. Jedes Jahr im Dezember kreuzt die Erde die Bahn des Asteroiden. Dabei treten winzigen Staub- und Gesteinspartikel in die Erdatmosphäre ein und verglühen als Sternschnuppen.

Um die Geminiden zu sehen, sollte man laut Seeberger nach dem Sternbild Zwillinge Ausschau halten, das sich ab 21 Uhr deutlich über dem Osthorizont befindet. “Das derzeit hellste Himmelsobjekt, der Jupiter, steht knapp unterhalb der beiden Zwillingssterne und ist nicht zu übersehen. Um 2 Uhr nachts stehen die Zwillinge hoch im Süden”, ergänzt er.


Robert Seeberger empfiehlt einen dunklen Beobachtungsort. Ein Fernglas oder Teleskop ist nicht nötig. Das Wetter muss allerdings mitspielen. Die gute Nachricht: Den Prognosen zufolge bleibt es in vielen Teilen Vorarlbergs in der Nacht auf Sonntag überwiegend klar bis leicht bewölkt. Die weniger gute: besonderes im Rheintal ist mit Nebel oder Hochnebel zu rechnen. Es gibt allerdings noch mehr Chancen. “Auch die Nächte nach dem Maximum eignen sich für eine Beobachtung. Die Zahl der Sternschnuppen wird zwar geringer, dafür sind aber hellere Sternschnuppen zu erwarten”, erklärt Seeberger.