Die Tage des Bären sind gezählt: Größte Hürde bleibt der Verkehr

Die Abrissbirne soll bald Platz für den Umbau der Lauteracher Problemkreuzung schaffen.
Lauterach Seit Oktober steht fest: Das ehemalige Gasthaus Bären an der Achkreuzung in Lauterach darf abgerissen werden. Der Denkmalschutz wurde vom Bundesdenkmalamt aufgehoben, weil laut Bescheid kein öffentliches Interesse mehr an der Erhaltung besteht. Der Entscheidung vorausgegangen war ein gemeinsamer Antrag der Eigentümerin, der Gemeinde Lauterach und des Landes. Nun ist der Weg frei für ein seit Langem geplantes Projekt – den Umbau der Problemkreuzung beim Achpark. Bislang fehlte dafür der Platz.

Das ehemalige Gasthaus wurde laut Gemeindechronik erstmals 1844 urkundlich erwähnt. Seit 1996 steht es unter Denkmalschutz. Der Weiterbetrieb des Bären scheiterte letztlich an den hohen Investitionskosten, die aufgrund behördlicher Auflagen nötig gewesen wären. Seither bröckelt das Haus vor sich hin, doch nicht mehr lange: Schon bald soll der Abrisstrupp anrücken.

Wie Bürgermeister Elmar Rhomberg gegenüber den VN erläutert, wurde mit der Eigentümerin eine Frist bis Ende Juli vereinbart. Bis dahin muss das Gebäude abgebrochen sein. Im Laufe der nächsten Wochen ist außerdem ein Termin mit dem Land geplant.

Zum einen will Rhomberg mit den zuständigen Mitarbeitern die bereits vorhandenen Planungen evaluieren, zum anderen bereitet ihm die Verkehrsabwicklung während des Umbaus Sorgen. “Ich weiß gar nicht, wie das funktionieren soll. Das ist die größte Hürde, die wir haben. Wir müssen mit dem Land reden, wie sie das machen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die ganze Kreuzung wochenlang sperrt und wie man den Verkehr umleitet”, verdeutlicht der Gemeindechef.

Bis wann der Umbau in Angriff genommen werden kann, ist offen. Ein konkreter Zeitpunkt könne derzeit nicht genannt werden, teilt die Abteilung Straßenbau auf Anfrage mit. Ziel sei aber, “möglichst bald jene Abschnitte umzusetzen, bei denen die Grundflächen zur Verfügung stehen”.

In einer Studie wurde bereits vor einigen Jahren der Kfz-Verkehr, der Fuß- und Radverkehr, der ÖPNV sowie die Leistungsfähigkeit der Kreuzung betrachtet, Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt und geprüft, welche Grundflächen für die Umsetzung der Maßnahmen benötigt werden. Durch den Abbruch des Gasthauses Bären wäre es demnach möglich, die Linksabbiegespur von Hard kommend in Richtung Bregenz zu verlängern und Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer umzusetzen.

In einem nächsten Schritt stehen vertiefte Planungen an. “Die detaillierten Maßnahmen und deren Umfang können erst nach Vorliegen der weiteren Planungen präsentiert werden. Die Grundflächen beim Gasthaus Bären sind auf jeden Fall unbedingt notwendig für eine Umgestaltung. Die weiteren Planungen werden dann zeigen, ob noch weitere Flächen benötigt werden”, erläutern die Straßenplaner.
Chronologie
1857 erstmals in der “Urmappe” (Anm.: erste flächendeckende Erfassung aller Grundstücke) als Gebäude ersichtlich
1844 “Gasthof Bären” erstmals urkundlich erwähnt
1996 mittels Bescheid unter Denkmalschutz gestellt
2010 Gespräche (Eigentümerin, Land Vorarlberg, Gemeinde Lauterach) über die Aufhebung des Denkmalschutzes
2023 Abschluss eines Flächentauschplanes mit der Eigentümerin unter der Bedingung, dass der “Denkmalschutz” aufgehoben wird
2023 Antrag auf Aufhebung des Denkmalschutzes
2025 Aufhebung des Denkmalschutzes; Bescheid seit 10. Oktober 2025 rechtskräftig