Lange Kälteperiode, hohe Rechnung: Wie man beim Heizen sparen kann

Der Jänner war der kälteste seit neun Jahren. Trotz langer Kälteperiode lässt sich der Energieverbrauch mit ein paar einfachen Maßnahmen deutlich senken.
Schwarzach Der Jänner war heuer laut Geosphere Austria rund zwei Grad kälter als im Durchschnitt, außerdem war es der kälteste Jänner seit neun Jahren. Die Kälte zeigte sich nicht nur in einzelnen frostigen Tagen, sondern hielt über längere Phasen an. Entsprechend sind der Strom- und Gasverbrauch in vielen Haushalten gestiegen.
Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Haushalte ihren Heizverbrauch dennoch spürbar senken und damit bares Geld sparen, wie Energieberater Christoph Rettenbacher gegenüber den VN erklärt. “Raumwärme ist einer der größten Energieverbraucher im Haushalt.” Sparen sei selbst ohne größere Investitionen möglich. “Wer die Raumtemperatur um ein Grad senkt, kann grob sechs Prozent Heizenergie einsparen”, erklärt Rettenbacher.

Wie warm es sich anfühlt, hängt allerdings nicht nur von der Lufttemperatur ab, sondern auch von der Temperatur der Wände, Böden und Fenster sowie von der Luftfeuchtigkeit und dem persönlichen Temperaturempfinden. “Während 21 Grad in einem gut gedämmten Haus meist als angenehm empfunden werden, kann dieselbe Temperatur in einem älteren Gebäude deutlich kühler wirken”, unterstreicht der Energieexperte. Als Richtwert empfiehlt Rettenbacher jedoch zwischen 18 und 20 Grad im Schlafzimmer und 20 bis 22 Grad im Kinderzimmer und Wohnbereich. Zu starkes Absenken sei nicht empfehlenswert. “Zu niedrige Temperaturen und ungünstiges Lüftungsverhalten könnten Kondensat an den Wänden verursachen und die Schimmelbildung begünstigen.”

Vor allem in älteren Gebäuden kann sich auch eine Nachtabsenkung lohnen. Rettenbacher räumt dabei mit einem weitverbreiteten Irrtum auf: “Dass das Aufheizen am Morgen mehr Energie benötigt, als durch die Absenkung eingespart wird, ist nicht richtig.”
Energie gehe im Winter oft auch dort verloren, wo man es kaum bemerkt, zum Beispiel über ungedämmte Dachböden oder Heizungsrohre im Keller. “Die Decke zum Dachboden oder die Heizungsrohre zu dämmen, bringt nennenswerte Einsparungen bei vergleichsweise geringen Investitionen”, sagt Rettenbacher. Das könne in vielen Fällen sogar selbst erledigt werden. Das Einsparpotenzial liege bei bis zu 20 Prozent Heizenergie. Die Kosten beziffert er für die Dämmung von Heizungsrohren mit bis zu 300 Euro, für eine Dämmung der Dachbodendecke mit rund 1000 bis 3000 Euro.

Auch das richtige Lüften kann entscheidend sein. “Gelüftet werden sollte immer dann, wenn viel Feuchtigkeit angefallen ist, etwa im Schlafzimmer am Morgen, im Bad nach dem Duschen oder in der Küche nach dem Kochen.” Entscheidend sei die Dauer. “Je kälter es draußen ist, umso kürzer kann gelüftet werden”, erklärt Rettenbacher. Von dauerhaft gekippten Fenstern rät der Energieberater ab: “Sie erhöhen das Schimmelrisiko, erhöhen den Energiebedarf und das Einbruchsrisiko.”
Nicht sinnvoll sei es außerdem, Räume vollständig auskühlen zu lassen. “Ein Mindestmaß an Beheizung und Belüftung ist in jedem Raum notwendig, denn kalte Oberflächen begünstigen die Kondensation von Luftfeuchtigkeit”, sagt Rettenbacher. Grundsätzlich kann man laut Rettenbacher nicht “falsch” heizen. Allerdings gilt: “Bei zu niedrigen Raumtemperaturen in Kombination mit falschem Lüften steigt das Schimmelrisiko. Bei zu hohen Raumtemperaturen leiden Schleimhäute und die Geldtasche.”