Fasching in Vorarlberg: Das ist als Narr beim Umzug erlaubt

Vorarlberg / 05.02.2026 • 15:16 Uhr
Fasching in Vorarlberg: Das ist als Narr beim Umzug erlaubt
Marco Stampfl organisiert den Faschingsumzug in Feldkirch. Worauf Narren und Besucher achten sollten und wie für die Sicherheit gesorgt wird, verrät er den VN. VN/Rauch

In Feldkirch wird dieses Wochenende der Hochfasching in Vorarlberg eingeläutet. Worauf man als Besucher und Teilnehmer bei den Faschingsumzügen achten sollte.

Feldkirch “In erster Linie sollten die Leute mit einer ‚Gaude‘ kommen”, betont Marco Stampfl. “Wenn man sieht, wie es allen gefallen hat, dann gibt das einem einen Push für das nächste Jahr.” Der 41-Jährige ist seit 16 Jahren im Organisationsteam des Faschingsumzugs der Spältabürger Feldkirch. 3000 Narren in 78 Gruppen machen sich teilweise stundenlang auf den Weg in die Montfortstadt, um gemeinsam den Fasching zu feiern.

Alkohol

Ein Blick in die Umzugsrichtlinien der Vorarlberger Fasnatszünfte zeigt, dass Alkohol vor allem bei den eigenen Mitgliedern nicht gern gesehen wird. Während des Umzugs muss “ein nüchterner, närrischer Anschein gewahrt werden”, fordert man von den Narren des Landes.

Fasching in Vorarlberg: Das ist als Narr beim Umzug erlaubt
Während dem Faschingsumzug sind die Feldkircher Narren nüchtern närrisch. VN/LercH

“Wir haben eine Vorbildwirkung, es ist immer noch ein Kinderumzug”, erinnert Stampfl. “Man muss nicht mit dem Bier in der Hand vom Wagen runtergrölen.” Während dem Umzug in Feldkirch gilt auch für die Zaungäste ein absolutes Alkohol- und Rauchverbot. Man habe schließlich vor allem nach dem Umzug in der Narrenmeile noch genug Zeit, den Fasching zu feiern.

Konfetti

In Vorarlberg gilt, ebenfalls dank Umzugsrichtlinien, dass außer Süßigkeiten und Konfetti von den Wagen nichts zu werfen, schütten, spritzen oder schießen ist. In Feldkirch sind auch Konfetti und Aktenvernichter-Papier strikt verboten. “Wir genießen Konfetti auch”, räumt Stampfl ein. Aufgrund des Kopfsteinpflasters und der relativ alten Kanalisation ist es in Feldkirch einfach nicht vertretbar. Zu hoch ist der Reinigungsaufwand.

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Das Kopfsteinpflaster in Feldkirch ist froh, wenn Konfetti die Ausnahme bleibt.VN/Rauch

Sicherheit

Sicherheit geht vor. “Umzugsteilnehmer und Zuschauer sollen sich nicht gegenseitig in die Quere kommen”, bittet Stampfl. Gerade maskierte Narren wie die Hexen haben nur ein eingeschränktes Sichtfeld, Fahrer müssen auf vieles gleichzeitig achten. Absperrgitter sorgen dafür, dass jeder auf seiner Seite des Umzugs und damit sicher bleibt. Bei jedem Fahrzeug sorgen mehrere Narren zwischen Wagen und Publikum dafür, dass nichts passieren kann.

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Absperrgitter sorgen für sichere Zuschauer und sichere Umzüge. VN/Paulitsch

Pyrotechnik

Feuerwerk und Pyrotechnik sind in Feldkirch ebenfalls verboten. “Wir hatten einmal eine Anfrage bezüglich einer Nebelmaschine, aber so etwas kann auch schieflaufen”, verweist er auf Erfahrungen anderer Zünfte. In Feldkirch ist Feuerwerk daher verboten – allein schon aufgrund der Brandgefahr in den engen Gassen der Altstadt. Und auch sonst gilt: Silvesterfeuerwerk ist in Österreich grundsätzlich nur mit Sondergenehmigung der Gemeinde erlaubt, nicht nur an Silvester.

Lärm

Auch beim Lärm ist die närrische Zeit nicht frei von Regeln. So muss ein Umzugswagen vom Verband abgenommen werden, um mit dem VVF-Narrenfahrzeugpickerl teilnehmen zu dürfen. Auch die Lautstärke der Anlage wird hier kontrolliert. Die Spältabürger verbieten außerdem dezidiert Knallkörper jeder Art.

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Ganz ohne Lärm geht es bei einem Faschingsumzug nicht. VN/Paulitsch

Drohnen

Grundsätzlich gilt: Hat die Drohne eine Kamera, benötigt man eine entsprechende Haftpflichtversicherung und Registrierung des unbemannten Fluggeräts bei der Austro Control. Der Pilot muss immer eine direkte Sichtverbindung zur Drohne haben, die maximal erlaubte Flughöhe ist 120 Meter. Der Überflug von unbeteiligten Personen, etwa eines Umzugs, ist nur mit Drohnen der Kategorie C0 – darunter fällt etwa die DJI-Mini-Serie – erlaubt.

Eintritt

Bei den Feldkirchern zahlt man heuer fünf Euro Eintritt, als Eintrittskarte erhält man einen Aufkleber. Das Pickerl-Papier dient als Los für eine Tombola mit zahlreichen Preisen, verrät Stampfl. Und beim Sparkassenplatz kann man noch etwas Gutes tun und sich als Stammzellenspender typisieren lassen.

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