Der Traum ist geplatzt: Hofsteiger-Pächter ziehen die Reißleine

Vorarlberg / 13.02.2026 • 11:57 Uhr
Der Traum ist geplatzt: Hofsteiger-Pächter ziehen die Reißleine
Sandra Göschl hat viel Herzblut in das Projekt Hofsteiger gesteckt. Am Sonntagmittag ist das Lokal ein letztes Mal geöffnet. VN/Steurer

Der Personalmangel und die hohen Personalkosten zwingen Sandra und Alexander Göschl zum Rückzug. Kritik richten sie auch an die Politik.

Schwarzach Sandra und Alexander Göschl sind mit großen Plänen gestartet, als sie vor einem Jahr das Gasthaus Hofsteiger am Dorfplatz in Schwarzach eröffneten. Doch am Ende sollte es wohl einfach nicht sein. „Wir haben gewusst, was auf uns zukommt. Wir haben gewusst, dass es viel Arbeit ist, und wir haben wirklich viel Energie hineingesteckt, aber du findest einfach nicht mehr die Leute, die so denken und arbeiten wie du und die Verantwortung übernehmen“, blickt Alexander Göschl (41) zurück.

In den ersten sechs Monaten wurden die Göschls von Hanspeter Tauber, dem ehemaligen Ochsenwirt in Bildstein und ersten Pächter des Hofsteigers, in der Küche unterstützt. Die Suche nach einem neuen Koch blieb jedoch erfolglos. Tauber zog sich wie geplant zurück. Seit September stand Sandra Göschl (48) gemeinsam mit einer Hilfsköchin am Herd. „Die Hilfsköchin hat dann einen längeren Krankenstand angemeldet – das war auch so ein Zeichen“, sagt Sandra Göschl.

Der Traum ist geplatzt: Hofsteiger-Pächter ziehen die Reißleine
Sandra und Alexander Göschl verabschieden sich nach einem Jahr aus dem Hofsteiger. VN/Steurer

Am Sonntagmittag (15. Februar) ist der Hofsteiger ein letztes Mal geöffnet. Danach ist Schluss. Von der Schließung sind vier Mitarbeiter betroffen. Noch offene Wertgutscheine können anschließend im Pub nebenan gegen Getränke eingelöst werden. „Wir sind nicht insolvent“, betonen die Gastronomen. Gescheitert sei das Projekt einzig und allein am Personal – und an den hohen Personalkosten. „Wir haben gesagt: Bevor wir draufzahlen, ziehen wir die Reißleine und geben das Lokal jetzt ab.“ Dem Standort bleiben Sandra und Alexander Göschl weiterhin treu. Der Pachtvertrag für das Pub, das sie seit bald fünf Jahren betreiben, wurde kürzlich um weitere fünf Jahre verlängert.

Der Traum ist geplatzt: Hofsteiger-Pächter ziehen die Reißleine
“Das Feedback, das wir von den Leuten bekommen, ist wirklich schön”, sagt Sandra Göschl. VN/Steurer

Die scheidenden Pächter ziehen trotz allem ein positives Fazit: „Summa summarum hatten wir eine schöne Zeit. Das Feedback, das wir von den Leuten bekommen, ist wirklich schön. Wir haben auch daraus gelernt. Wir hätten nicht damit leben können, wenn wir es nicht probiert hätten.“ Alexander Göschl fragt sich aber auch: Essen wir künftig alle im Möbelhaus? “Die Lohnnebenkosten passen nicht. Außerdem ist es viel zu einfach, in den Krankenstand zu gehen. Warum muss ich das zahlen, wenn ein Mitarbeiter drei Wochen in den Krankenstand geht, aber der Mitarbeiter bekommt keine Abschläge, und die Aushilfe muss ich zusätzlich bezahlen”, kritisiert er.

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Sandra und Alexander Göschl konzentrieren sich jetzt voll und ganz auf das Pub. VN/Steurer

Im Gasthaus Hofsteiger ist es in den vergangenen 20 Jahren bereits der achte Pächterwechsel. Das Lokal hieß zwischenzeitlich auch „Cantina Corte alla Flora“ oder „Alexandras Restaurant im Hofsteiger“. An der Lage liege es nicht, bekräftigen die Göschls. „Der Standort ist gut. Wir hatten genug Kundenfrequenz. Die Gemeinde hat uns auch sehr unterstützt.“ Was sie dem künftigen Pächter raten? „Es sollte ein Gastronomie-Paar sein, bei dem einer Koch ist.“