Österreichs jüngster Berufsfotografen-Obmann über die Fotografie in Zeiten der KI-Revolution

Vorarlberg / 02.03.2026 • 16:00 Uhr
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Berufsfotograf Frederick Sams mit seiner Freundin Kristina und Hund Fritz vor seinem Atelier in Hörbranz.

Fotografie am Scheideweg. Frederick Sams (27) über den Einfluss der KI und die Herausforderung, das Echte zu bewahren.

Hörbranz Frederick Sams (27) entdeckte im zarten Alter von zehn Jahren die Fotografie für sich. Auf seinen Wunsch hin schenkten ihm seine Eltern zum Geburtstag eine Kamera. Bald wusste man in der Familie, wie man Frederick eine Freude bereiten konnte. “Mein Firmgöti schenkte mir zur Firmung ein Objektiv.” Der Bub gab sein ganzes Taschengeld für Foto-Equipment aus. Am liebsten fotografierte er Menschen, Pflanzen und Tiere. Seine drei Katzen dienten ihm immer wieder als Motiv.

Auch als HTL-Schüler ging Frederick Sams seinem Hobby nach. Durch seine Mutter rutschte der Teenager zunächst in die Sportfotografie hinein. “Mama engagierte sich für den Wasserballverein Bregenz. Ich habe für den Verein fotografiert. Das machte Spaß.” Einige der Fotos stellte er der Neuen Vorarlberger Tageszeitung zur Verfügung. “So schaffte ich den Einstieg ins Vorarlberger Medienhaus und in die Presse- und Reportagefotografie.”

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Frederick Sams ist als Fotograf auch für Industriebetriebe tätig.

Kaum volljährig, machte sich der HTL-Absolvent als Fotograf selbstständig. “Zunächst habe ich viele Termine fürs Medienhaus wahrgenommen.” Über Weiterempfehlungen kam er dann zu weiteren Kunden. Nach und nach fand er zur Werbefotografie. Zu seinen Klienten zählen heute große Firmen wie zum Beispiel Getzner und Grass. Auch Tourismusbetriebe und -organisationen wie etwa “Arlberg-Tourismus” und “Lindau-Tourismus” arbeiten mit dem jungen Fotografen zusammen. Zudem buchen ihn jährlich viele Brautpaare. “Auf Hochzeiten die Emotionen einzufangen, ist etwas Schönes.”

Es freut den 27-Jährigen, dass er von seiner Leidenschaft, der Fotografie, leben kann und mittlerweile in Vorarlberg als Fotograf bekannt ist. “Das Schöne an meinem Beruf ist, dass er mich an attraktive und interessante Orte und Plätze führt.” Im nächsten Leben würde er wieder Fotograf werden, “falls es den Beruf dann noch gibt”.

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Frederick Sams in Aktion. Er fotografiert für eine Imagekampagne.

Die Branche befindet sich in einer Zeit des Wandels. Auch in der Fotografie hält KI beziehungsweise intelligente Bildtechnologie zunehmend Einzug. “Seit April 2025 bin ich Fachgruppenobmann der 350 Vorarlberger Berufsfotografen – ich bin übrigens der jüngste Innungsmeister in ganz Österreich. Als solcher weiß ich, dass KI meine Berufskollegen beschäftigt, antreibt, aber auch einschüchtert.” Sams rät ihnen, am Puls der Zeit zu bleiben. “Sonst überrollt uns die rasante Entwicklung. Wir müssen uns in diese Richtung weiterbilden und Workshops in der KI-Bildbearbeitung besuchen.”

Die Stärke der Berufsfotografen müsse es bleiben, die Realität darzustellen – unterstützt von KI, aber mit Fokus auf das Echte. “Das sollten wir besser können als fachfremde Personen.” Insgesamt steht der junge Fachgruppenobmann der Entwicklung kritisch, aber auch interessiert gegenüber. “Jetzt gibt es Bilder, die nicht mehr echt sind. Irgendwann ist nicht mehr klar, was die Realität ist. Wenn nichts mehr real ist, ist auch nichts mehr menschlich. Wir als Berufsfotografen nehmen das stärker wahr als andere in der Gesellschaft.”

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Frederick Sams, Österreichs jüngster Fachgruppenobmann (links), wird von Luis Bruch als Fachgruppengeschäftsführer unterstützt. Dieser ist der jüngste Fachgruppengeschäftsführer in ganz Österreich.

Den aktuellen Wandel durch Künstliche Intelligenz stellt er weit über den, den der Umstieg von Analog- auf Digitalfotografie bewirkt hat. “Der Wechsel zur Digitalfotografie war ‚nur‘ mit technischen Veränderungen verbunden. Das Echte wurde nach wie vor abgebildet. Heute aber können mittels KI fiktive Bilder erzeugt werden.” Einer seiner Berufskollegen beschrieb die derzeitige Entwicklung kürzlich so: “Der Umstieg von einem Verbrenner auf ein Elektroauto ist kein großer Schritt. Der Wagen fährt trotzdem auf Rädern. Aber der Schritt zu einem Auto, das schwebt, ist groß.”

Frederick Sams

geboren 9. Jänner 1999 in Bregenz

Wohnort Hörbranz

Familie in Partnerschaft mit Kristina

Hobbys Hund, Garten, Skifahren, Basteln