“Man sieht wenig Leute auf der Straße” – Vorarlberger sitzen in Dubai fest

Adrian Kremmel ist mit einer Reisegruppe im Nahen Osten. Er und knapp 120 weitere Pensionistinnen und Pensionisten warten nun darauf, wie es weitergeht.
Dubai “Da geht es natürlich sonst zu wie auf einem Ameisenhaufen. Jetzt ist halt – ja – man sieht wenig Leute auf der Straße”, berichtet Adrian Kremmel. Der Lustenauer ist mit einer Reisegruppe in Dubai gestrandet. Sie waren am Samstag bereits am Flughafen, als der Iran mit Raketen und Drohnen seine Nachbarländer als Reaktion auf die US-Luftschläge angriff.
Adrian Kremmel aus den VAE
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Reisegruppe in den VAE
Insgesamt 117 Mitglieder des Pensionistenverbands (PVÖ) sind derzeit als Reisegruppe in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), darunter 17 Personen aus Vorarlberg. Die Reisegruppe des PVÖ-eigenen Reiseveranstalters SeniorenReisen flog am 22.2. nach Dubai, am Samstag hätte der Rückflug stattfinden sollen. Das Gepäck war bereits verladen, als der Luftraum aufgrund der Luftangriffe gesperrt wurde. Auch der Flughafen selbst wurde getroffen.
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Noch vor der Evakuierung des Flughafens wurden Transfers zu einer Unterkunft organisiert. “Das war echt sensationell, weil im Flughafen sind sie Schlange gestanden ohne Ende. Da ging es ja drunter und drüber – und wir wurden vorbeigelotst als Gruppe und kamen relativ gut raus”, ist Kremmel zufrieden. Seitdem ist die Reisegruppe in einem Hotel der Emirates-Gruppe untergebracht. Airports und nationale Fluggesellschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben der Generalbehörde für Zivilluftfahrt zufolge bereits rund 20.200 Passagiere betreut, deren Flüge verschoben werden mussten.
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Aufgrund der Gefahr aus der Luft ist das Leben in den VAE derzeit auf Sparflamme, auch in der nahen Emirates Mall seien kaum Menschen. Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sind daher vor allem im Hotel und nutzen etwa den Pool. “Es ist durchwachsen. Von getrübt bis – keine Ahnung – es ist eigentlich relativ noch gelassen”, spricht er von einer gefassten Stimmung innerhalb der Reisegruppe.

Tägliche Information
Täglich findet eine Informationsveranstaltung mit den Teilnehmern statt, erklärt der Vorarlberger Pensionistenverband. “Heute waren die Emirates hier, Daten aufnehmen. Ich vermute wegen den Kosten”, erzählt der Lustenauer. “Jetzt haben wir hier ganz normal Vollpension bekommen – Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Es gibt einen Pool, Fitnesszentren, alles Mögliche”, fühle es sich eigentlich wieder wie Urlaub an.

Zudem findet täglich eine Arztsprechstunde mit dem mitgereisten österreichischen Arzt statt, der auch ausgehende Medikamente für die Pensionisten besorgt. “Kein Mensch nimmt Medikamente für 14 Tage oder länger mit, wenn man fünf Tage fort ist”, sagt Kremmel. Der Arzt sei mit den Wiener Reisenden in einem anderen Hotel untergebracht, doch auch dies funktioniere gut.

Man sei also gut versorgt und per se weiterhin im Urlaub. Doch wie es für die knapp 120 Österreicherinnen und Österreicher nun weitergeht, ist offen. So ist weder absehbar, wie lange der Luftraum über den VAE noch gesperrt ist, noch ob man die Heimreise etwa über Riad in Saudi-Arabien oder andere Flughäfen organisieren wird.