Immer mehr Waffenbesitzer im Land

Bereits über 12.000 registrierte Besitzer: Sorge um Sicherheit spielt eine Rolle.
SCHWARZACH. In Vorarlberg gibt es immer mehr registrierte Waffenbesitzer. Allein seit dem Jahr 2020 ist die Zahl um ein Drittel auf 12.157 gestiegen. Sie verfügen über 40.041 Waffen. Dabei handelt es sich um 21.885 Büchsen und Flinten, 15.600 Revolver und Pistolen sowie 2.556 verbotene Schusswaffen. Das ist Daten zu entnehmen, die das Innenministerium den VN übermittelt hat; und zwar auf Basis einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Ebenfalls registrierungspflichtiges Zubehör oder auch Magazine sind in den Angaben nicht enthalten. Es geht ausschließlich um Waffen.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
Daniel Heinzle von der Landespolizeidirektion Vorarlberg bestätigt, dass es „einen deutlich wahrnehmbaren Anstieg registrierter Waffen“ gebe: Die Entwicklung deute „jedoch nicht darauf hin, dass sich die Vorarlberger Bevölkerung bis an die Zähne bewaffnet“.
Tatsächlich fällt auf, dass der Anteil der Waffenbesitzer gemessen an der Bevölkerung mit 2,9 Prozent weit unterdurchschnittlich ist im Bundesländervergleich: Österreichweit beträgt er 4,1 Prozent. Im Burgenland ist er mit 6,1 Prozent am höchsten, in Wien mit zwei Prozent am niedrigsten.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
Zu tun haben die Anteile ganz offensichtlich auch damit, dass es unterschiedliche Gründe gibt, eine Waffe zu besitzen. Christian Pfeifer, Betreiber eines Fachgeschäfts in Feldkirch, verweist auf die Jagd und einen Trend, den er vor allem auch bei Frauen wahrnehme: „Es gibt viele, die gerne schießen gehen – als Sportschützen.“
Für den Bludenzer Büchsenmacher Wilfried Beer ist aber auch die persönliche Sicherheit ein Thema: „Das ist schon ein Punkt, dass sich die Leute nicht sicher fühlen und zu mir kommen und fragen, was sie tun können.“ Er weise dann darauf hin, dass es mit einem Pfefferspray anfange. Dann komme eine Schreckschusspistole und in weiterer Folge eine Schrotflinte für Gummigeschosse. Eine „Hauswaffe“ könne Sicherheit geben, so Beer weiter, man müsse sie aber beherrschen, also etwa „regelmäßig auf den Schießstand gehen“.

Daniel Heinzle von der Landespolizeidirektion weist darauf hin, dass eine Schusswaffe ein effektives Verteidigungsmittel sein könne, wenn sie schnell greifbar ist und man damit umgehen kann: „Es muss jedoch bedacht werden, dass solche Waffen zu Hause entsprechend sicher verwahrt sein müssen. Meist erfolgt dies in einem Tresor oder Waffenschrank. Wenn im Notfall die Waffe schnell benötigt wird, ist sie dann schlichtweg nicht sofort griffbereit.“
Infolge eines Amoklaufs in Graz vor einem Dreivierteljahr ist der Zugang zu legalem Waffenbesitz erschwert worden. So ist das Mindestalter für Büchsen und Flinten von 18 auf 21 Jahre und für Pistolen und Revolver von 21 auf 25 Jahre erhöht worden. Außerdem ist etwa ein psychologisches Gutachten nicht nur beim Erstantrag, sondern auch nach einer fünfjährigen Probephase notwendig geworden.
Erste Folgen sind spürbar: Josef Kroyer vom Waffengeschäft Deuring in Bregenz berichtet von einem „leichten Rückgang“ der Nachfrage nach Waffen: „Auf der anderen Seite haben wir aktuell eine erhöhte Nachfrage nach unseren Schulungen.“
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
Dass es in Vorarlberg immerhin 2556 verbotene, aber registrierte Schusswaffen gibt, mag widersprüchlich klingen. Daniel Heinzle klärt auf: Darunter würden zum Beispiel Ausnahmen für Museen fallen; oder für Sicherheitsunternehmen. Hauptsächlich handle es sich jedoch um „Altbestand“ aufgrund von Übergangsbestimmungen. Zum Beispiel Pumpguns, die vor deren Verbot im Jahr 1995 angeschafft worden sind.