Schrebergärten in Feldkirch werden teurer: “Halte ich für Unverschämtheit”

Schrebergärten als Rückzugsort – doch in Feldkirch sorgt jetzt ein Beschluss für Unmut: Die Stadt erhöht die Pacht und schafft die Staffelung nach Größe ab.
Darum geht’s:
- Stadtvertretung: Schrebergärten in Feldkirch werden ab April teurer.
- Kosten steigen auf 250 Euro jährlich, unabhängig der Größe.
- Anpassung soll Verwaltungsausgaben und Einnahmen ausgleichen.
Feldkirch Er steht bei seinem Schrebergarten zwischen Schattenburg und Bahnhof, mit Blick auf Feldkirch. Seit 35 Jahren bewirtschaftet der Feldkircher – er möchte anonym bleiben – die Parzelle. Weil er in der Stadt wohnt, ist sie für ihn ein Stück Lebensqualität. Umso größer ist sein Unverständnis über die geplante Erhöhung der Nutzungsentgelte, die in der letzten Feldkircher Stadtvertretungssitzung einstimmig beschlossen wurde. “Dass jetzt alle gleich viel zahlen sollen, egal wie groß der Garten ist, halte ich für eine Unverschämtheit”, sagt der Pensionist. Außerdem spare man in seinen Augen bei “den Falschen”. Sinnvoller wäre es aus seiner Sicht, stärker darauf zu achten, “wer seinen Garten wirklich pflegt und wer nicht”. Bisher zahlte der Pensionist für den mittelgroßen Garten um die 60 Euro brutto.

Die Kassen vieler Gemeinden sind angespannt, auch in der Montfortstadt wird nun an einzelnen Stellschrauben gedreht. Das bekommen jetzt auch Pächterinnen und Pächter von Schrebergärten zu spüren. Die Stadt passt die Entgelte für Schrebergärten nun deutlich an. Ab 1. April 2026 werden sie auf 250 Euro jährlich festgesetzt und künftig jährlich nach dem Verbraucherpreisindex 2020 valorisiert. Bisher waren es – je nach Größe des Schrebergartens – 30, 50 oder 100 Euro jährlich netto. Die Stadtvertretung hat den Antrag einstimmig bei der letzten Stadtvertretungssitzung in der Vorwoche beschlossen.

Betroffen sind laut Stadt Feldkirch rund 80 Einheiten auf drei Liegenschaften: dem Schlossgut (Gesamtfläche 15.147 Quadratmeter) zwischen Schattenburg und Bahnhof, eine Liegenschaft an der Kapfstraße sowie einer kleineren Anlage in der Herdenstraße. Die Parzellen sind unterschiedlich groß, im Schnitt etwa 150 bis 250 Quadratmeter.

Begründet wird die Anpassung mit dem langen Zeitraum, der seit der letzten Erhöhung verstrichen ist. Diese wurde 2013 beschlossen und trat mit 1. Jänner 2014 in Kraft. “Seit damals hat sich der Verwaltungsaufwand außerdem maßgeblich erhöht”, erklärte Stadtrat Wolfgang Flach (VP) in der Sitzung. Künftig rechnet die Stadt mit Einnahmen von rund 20.000 Euro netto jährlich, bisher waren es etwa 8000 Euro exklusive Mehrwertsteuer.
Kritik gab es in der Stadtvertretungssitzung dennoch: “Wir halten die Anpassung für sinnvoll, aber die Steigerung ist massiv”, sagte Stadtvertreter Stefan Spangenberg (SP) und sprach von Erhöhungen von bis zu 700 Prozent. Auch die fehlende Staffelung nach Größe sei “schwer nachvollziehbar”. VN-MIH, ECK