“Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet” – Der Winter kehrt mit voller Wucht zurück

Vorarlberg / 24.03.2026 • 13:59 Uhr
"Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet" – Der Winter kehrt mit voller Wucht zurück
Nur wenige Tage nach dem kalendarischen Frühlingsstart rollt am Mittwochabend eine Kaltfront über Vorarlberg. Alexander Angeloff weiß, was im Garten zu tun ist. VN/Steuer

Markante Kaltfront bringt Sturm, Minusgrade und Schnee nach Vorarlberg. Alexander Angeloff gibt Tipps, wie man die Pflanzen gut über den Frost bringt.

Schwarzach Der Frühling hat gerade erst begonnen, schon meldet sich der Winter mit voller Wucht zurück: Nur wenige Tage nach dem kalendarischen Frühlingsstart rollt am Mittwochabend eine Kaltfront über Vorarlberg. Die Temperaturen fallen laut Prognosen auf bis zu minus vier Grad. Bis Donnerstagfrüh sind sogar wieder einige Zentimeter Neuschnee im Tal möglich.

"Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet" – Der Winter kehrt mit voller Wucht zurück
Vlies ist jetzt für viele Hobbygärtner das wichtigste Hilfsmittel, um die Pflanzen gut über den Frost zu bringen.

Für viele Hobbygärtner, die schon in den Startlöchern stehen, kommt der neuerliche Wintereinbruch alles andere als gelegen, denn in vielen Gärten treiben bereits die ersten Pflanzen aus. Entsprechend groß ist die Unsicherheit, wie gut diese die bevorstehende Kälte und den Schnee überstehen. “Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet”, bringt es Gärtnermeister Alexander Angeloff von der gleichnamigen Gärtnerei in Rankweil auf den Punkt.

"Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet" – Der Winter kehrt mit voller Wucht zurück
Besonders Obstbäume, die bereits blühen, sind betroffen.

Besonders heikel sei die Lage bei Obstbäumen. “Die meisten Obstblüten werden erfrieren, wenn man nichts dagegen tut”, betont Angeloff. Das betreffe etwa Marillen, die zum Teil jetzt bereits blühen. “Wenn man sie nicht entsprechend schützt, wird es zu starken Ausfällen bis hin zum Totalausfall kommen.” Wichtigstes Hilfsmittel sei dabei das Abdecken mit Vlies. “Im Obstbau dürfte zudem die Frostberegnung ein Thema werden”, sagt der Gärtner.

"Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet" – Der Winter kehrt mit voller Wucht zurück
“Im Obstbau dürfte zudem die Frostberegnung ein Thema werden”, sagt Alexander Angeloff.

Hobbygärtner sollten empfindliche Pflanzen in den kommenden Tagen besonders gut schützen. Betroffen sind vor allem jene, die bereits ins Freie gestellt wurden. “Kübelpflanzen sollte man jetzt besser wieder in ein geschütztes Winterquartier holen, bis die Temperaturen wieder steigen. Alternativ kann man sie auch gut einpacken”, sagt Angeloff. Sobald es wieder milder wird, sollten sie aber rasch wieder nach draußen. “So könnten sich die Pflanzen besser an Licht und Temperaturen gewöhnen.”

"Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet" – Der Winter kehrt mit voller Wucht zurück
Jetzt wäre eigentlich der ideale Zeitpunkt, Rosen zurückzuschneiden. Angeloff rät aufgrund der bevorstehenden Temperaturen jedoch dazu, abzuwarten.

Auch bei Rosen kann ein entsprechender Schutz sinnvoll sein, vor allem wenn die Pflanze bereits ausgetrieben hat. “Wenn sie noch nicht ausgetrieben hat, muss ich nichts machen. Rosen gelten als relativ robust und halten auch Minusgrade aus”, sagt Angeloff. Mit dem Rückschnitt sollte laut Angeloff jedoch noch abgewartet werden.

Narzissen blühen fröhlich vor sich hin. Und das im Februar. Das ist äußerst ungewöhnlich.  VN/Lerch
Die Narzissen blühen auch trotz Frost und Schnee.

Weniger Sorgen muss man sich bei klassischen Frühlingsblühern wie Narzissen oder Tulpen machen. “Diese halten Schnee und Minustemperaturen aus.” Auch im Gemüsebeet kann weiter gearbeitet werden: Wer sein Hochbeet bereits auf Vordermann gebracht hat, kann Salate und andere Kulturen weiterhin setzen, sofern sie mit Vlies geschützt werden. “Empfindliche Kräuter wie Basilikum oder wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten oder Gurken werden ohnehin erst nach den Eisheiligen im Mai gesetzt.”

Schnee als natürliche Isolationsschicht

Auch Schnee kann zum Schutz der Pflanzen beitragen. “Die Schneedecke wirkt wie eine natürliche Isolation und schützt vor starkem Frost”, weiß der Gärtnermeister. Problematisch wird es erst bei größeren Mengen, das kann zu Schneebruch führen. “Hier sollte man darauf achten, Pflanzen regelmäßig von schwerem Schnee zu befreien.”

"Alles, was jetzt blüht, ist stark gefährdet" – Der Winter kehrt mit voller Wucht zurück
Die kommenden Tage wird es laut Prognosen wieder bis in tiefe Lagen schneien.

Der neuerliche Wetterumschwung sei für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich, sagt Alexander Angeloff. Ungewöhnlich sei vielmehr das bisherige Wetter gewesen. “Es war viel zu warm, deswegen ist die Vegetation heuer sehr früh dran”, erklärt der Gärtnermeister. “Dadurch seien viele Pflanzen bereits ausgetrieben oder sogar in Blüte und nun entsprechend anfällig.”