100 Jahre Krankenpflegeverein Hohenems: “Eine persönlich, menschlich und fachlich gelebte Sorgekultur”

Der KPV feierte Jubiläum und stellte den steigenden Pflegebedarf in den Mittelpunkt.
Hohenems Mit einem Festakt im Löwensaal hat der Krankenpflegeverein Hohenems sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Neben dem historischen Rückblick stand vor allem die aktuelle Entwicklung der Pflege sowie der Wechsel an der Spitze im Mittelpunkt. Nach neun Jahren als Obmann und insgesamt fast drei Jahrzehnten im Vorstand übergab Karl Bitschnau seine Funktion. “Ich weiß die Obmannschaft in guten Händen. Die Übergabe ist gut vorbereitet”, sagte Bitschnau. Zu seinem Nachfolger wurde Ernst Schmid einstimmig gewählt. Neu im Vorstand sind auch Martin Tagwerker als Vizeobmann sowie Yirgit Semra als Beirätin für interkulturelle Kommunikation. Die Funktion des Kassaprüfers übernimmt Andreas Giesinger.

Heute 2241 Mitglieder
Bitschnau verwies auf die lange Kontinuität des Vereins: “Was in den Gründungsstatuten festgeschrieben wurde – eine persönlich, menschlich und fachlich gelebte Sorgekultur – ‚ist bis heute zentrales Anliegen des Krankenpflegevereins.‘” Die Entwicklung zeigt sich auch in den Zahlen: Zählte der Verein 1926 noch 166 Mitglieder, sind es heute 2241.
Der Bedarf an mobiler Pflege wächst weiter. Im Jahr 2025 betreute das Pflegeteam 352 Personen, ein Plus von elf Prozent und zugleich ein Höchststand. Insgesamt wurden 13.229 Hausbesuche gemacht. 59 Prozent der betreuten Personen sind Frauen, 69 Prozent älter als 80 Jahre. “Der Anteil hochbetagter Menschen steigt kontinuierlich”, so Karl Bitschnau. Auch im Bereich der psychiatrischen Pflege zeigt sich eine steigende Nachfrage: Das zuständige Team betreute 127 Klientinnen und Klienten. Häufigste Diagnosen waren demenzielle Erkrankungen (35 Prozent), affektive Störungen (33 Prozent) sowie Angst- und Anpassungsstörungen (15 Prozent).
Abwechslungsreicher Abend
Der Festakt, moderiert von Ines Hergowits-Gasser, setzte auf einen lebendigen Mix aus Rückblick, Einblick und Ausblick. Persönliche Geschichten, kurze Beiträge von Bürgermeister Dieter Egger, Landesrätin Martina Rüscher und Wolfgang Rothmund, Obmann des Landesverbandes der Hauskrankenpflege, sowie eine humorvolle Einlage von Dr. Horst Hillgarter alias Sepp Forcher gaben dem Abend eine besondere Note und machten das Jubiläum spürbar.