Ewige Baustelle in Dornbirn: Grund für Optimismus in der Schulgasse

Seit 2019 wird hier an einem viergeschossigen Gebäude gebaut. Nach viel Hin und Her für einen neuen Baubescheid zeichnet sich nun eine Lösung ab.
Darum geht’s:
- Seit Jahren faktischer Baustopp in Dornbirn.
- Wohnraum statt Gastronomie fordert neues Baubewilligungsverfahren.
- Nachbarn signalisieren Akzeptanz für jüngste Änderungen.
Dornbirn Mit dem Frühjahr wachen auch viele Baustellen wieder auf. Nicht so jedoch in der Schulgasse in Dornbirn: Auch dieses Frühjahr wird der Bau auf dem Gelände der alten Postsparkasse neben dem City Park vorerst nicht weitergebaut. “Wir erwarten einen neuen Bescheid”, erklärt Eigentümer und Architekt Anton Fink.

Ewige Baustelle
2019 wurde die Baustelle eingerichtet. Geplant waren Verkaufsflächen im Erdgeschoss sowie Gastronomiebetriebe auf allen vier Geschossen, also sowohl im Erdgeschoss als auch in den drei Stockwerken darüber. Zu den Nachbarn nebenan wäre der Block ohne Fenster gewesen. Es regte sich in der Mozartstraße Widerstand, da man Nachtgastronomie und damit verbunden laute Nächte fürchtete.
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Inzwischen haben sich die Pläne jedoch verändert: Nun soll auf den oberen beiden Stockwerken Wohnraum entstehen, inklusive Fenster und Loggias. Auch das Dach soll als Spielplatz und Gemeinschaftsfläche der Bewohner genutzt werden.
Laufendes Verfahren
Insgesamt ändert sich jedoch durch die Umplanung zu Wohnraum die Nutzung des Gebäudes, was einen neuen Baubescheid und damit ein neues Bewilligungsverfahren notwendig macht. Bei der Stadt als zuständiger Baubehörde hatte man vor einem Jahr vor allem Bedenken bezüglich des offenen Treppenhauses. Nachbarn störten sich an den Loggias und Fenstern auf Augenhöhe direkt an der Grundstücksgrenze. Durch die Verzögerung wurde die Baustelle auch indirekt Thema im Gemeindewahlkampf 2025, da es sich auf die geplante Begegnungszone in der Schulgasse auswirkte.
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Fink ging auf die Kritik von Stadt und Anrainerschaft ein: Im November 2025 legte der Hausherr neue Pläne vor: Das vierte Stockwerk ist nun gegenüber dem City Park ohne Fenster, die Wohnungen öffnen sich in diesem Geschoss nur mehr zur Straße hin. Der Nachtklub im ersten Stock ist nur von der Schulgasse aus betretbar. Das Treppenhaus wird in den oberen beiden Stockwerken mit Lamellen verkleidet. Und die oberen beiden Stockwerke werden wieder mit dem angrenzenden Vereinshaus verbunden, ein Stabgitter-Schiebetor macht den Durchgang zwischen den beiden Gebäuden zum Treppenhaus der Wohnungen zur Sackgasse. Das Dach ist kein Aufenthaltsbereich mit Spielplatz mehr.
Verbesserungen für Anrainer
“Derzeit liegt wieder alles für ein halbes Jahr bei den Behörden”, erklärt Fink gegenüber den VN. “Ich vermute eine Überlastung der Behörde”, sieht der Architekt, dem auch der gegenüberliegende Stadtpark gehört, vor allem die bürokratischen Abläufe als Verzögerungsgrund.

Vonseiten der Nachbarschaft ist zu erfahren, dass ihnen im Februar aufgrund ihrer bisherigen Parteistellung diese “Bekanntgabe von Planabweichungen” zugestellt wurde. Viele der Änderungen werden als Verbesserung wahrgenommen. Zwar gibt es noch Kritik an Detaillösungen, doch dürften diese nicht mehr zu Einwänden gegen das Bauprojekt führen.
Sollte auch die Stadt als Baubehörde mit den Abänderungen können, stünde einem neuen Baubescheid nichts mehr im Wege – und die 2019 begonnene Baustelle könnte fertiggestellt werden. 2025 schätzte Fink die restliche Bauzeit bis zur Fertigstellung auf ein Jahr.