Südtirolersiedlung: Architektenkammer stellt sich hinter Vogewosi und Siegerprojekt

Kammer der Ziviltechniker:innen für Tirol und Vorarlberg sieht bei Südtirolersiedlung in Bregenz “ein vorbildlich durchgeführtes Wettbewerbsverfahren”.
Bregenz Die Kammer der Ziviltechniker:innen für Tirol und Vorarlberg weist Kritik an den Plänen für den Neubau der Südtirolersiedlung an der Rheinstraße in Bregenz zurück und verteidigt das laufende Wettbewerbsverfahren.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Das Projekt basiere auf einem mehr als fünfjährigen, begleiteten Planungsprozess, in dem unterschiedliche Szenarien, angefangen bei der vollständigen Erhaltung bis hin zu Neubauten, geprüft wurden. Eine komplette Sanierung sei aus wirtschaftlichen Gründen schlichtweg nicht umsetzbar, betont Architekten-Sektionsvorsitzende Carmen Schrötter-Lenzi.

Auch alternative Sanierungsansätze hätten sich im Vergleich nicht durchgesetzt. Sie hätten entweder zu hohe Kosten verursacht oder bei der städtebaulichen Qualität oder der Umsetzbarkeit nicht überzeugen können. “In diesem Fall würde aus einem gemeinnützigen Wohnbauprojekt eine hochpreisige Wohnanlage werden”, erklärt Schrötter-Lenzi. Dies widerspreche dem Auftrag des gemeinnützigen Wohnbaus.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Nicht selbstverständlich
Dem schließt sich Kammerpräsident Hanno Vogl-Fernheim an: “Aus meiner Erfahrung mit Südtirolersiedlungen in Tirol, wo von Neubau über Abriss bis Sanierung mehrere Varianten umgesetzt wurden, ist die Sanierung oft wirtschaftlich nicht tragbar.” Der aufwendige Prozess der Vogewosi mit einem Ideen- und einem Realisierungswettbewerb sei im Wohnbau alles andere als selbstverständlich.

Das Siegerprojekt sieht vor, dass 80 der derzeit 280 Wohnungen bestehen bleiben, während durch Neubauten Platz für insgesamt rund 320 Wohnungen entsteht. Das Areal rund um den Südtiroler Platz soll als identitätsstiftendes Zentrum weiterentwickelt werden. Die Kammer spricht hier von einer realistischen Lösung, die leistbaren Wohnraum schaffe und dies mit der Weiterentwicklung bestehender Qualitäten verbinde.
Kritik am Neubau
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Damit reagiert die Kammer auf die Kritik des auf Sanierungen spezialisierten Architekten Gerald Strehle. Dieser zeigte sich gegenüber den VN überzeugt, dass mit der entsprechenden Fachkenntnis eine Sanierung und Aufstockung möglich wäre. Dies würde nicht nur mehr leistbarem Wohnraum günstiger ermöglichen, sondern auch andere Qualitäten der Siedlung und ihre Identität erhalten. So hat Strehle Zweifel, ob sich auf Basis des Siegerprojekts eine zukunftsfitte Grünraumgestaltung nach dem Prinzip der Schwammstadt ermöglichen lasse.