Stammzellspende schenkt Laura (27) neue Hoffnung: “Ich darf jetzt zwei Mal Geburtstag feiern”

Nach der Diagnose Leukämie begann für eine 27-Jährige aus Bregenz ein Wettlauf gegen die Zeit.
Darum geht’s:
- Laura erhielt eine Stammzelltransplantation durch “Geben für Leben”.
- Diagnose akute myeloische Leukämie erfolgte eher per Zufall.
- Dankbarkeit gegenüber ihrem unbekannten Stammzellspender.
Bregenz Sechs Wochen ist es her, dass Laura Pedrazza aus Bregenz ihre Stammzelltransplantation in Innsbruck erhalten hat. Ein Eingriff, der über Leben und Zukunft entscheiden kann. Heute ist sie wieder zu Hause in Bregenz, umgeben von Familie und Freunden, und spürt Schritt für Schritt, wie die Kräfte zurückkehren.

“Inzwischen geht’s mir immer besser”, sagt die 27-Jährige. Ganz überstanden ist die Zeit nach der Transplantation aber noch nicht. “Die letzten fünf Wochen waren noch sehr geprägt von Geschmacksverlust. Ich konnte kaum etwas essen oder trinken, war körperlich sehr geschwächt und müde.” Dass sie bereits zwölf Tage nach dem Eingriff das Krankenhaus verlassen konnte, sei ungewöhnlich gewesen und habe ihren Körper zusätzlich gefordert.
Zufallsdiagnose
Im Oktober wurde bei der Bregenzerin eher zufällig akute myeloische Leukämie diagnostiziert. “Ich ging nur zum Arzt, weil ich seit Tagen Kopfschmerzen hatte”, blickt sie zurück. Nach einer Blutuntersuchung folgte die Schockdiagnose und die sofortige Aufnahme ins Landeskrankenhaus Rankweil.

Die Suche nach einem passenden Stammzellspender läuft für viele Betroffene über Monate, manchmal vergeblich. Bei Laura ging es überraschend schnell und grenzt für sie an ein kleines Wunder: “Mir wurde gesagt, dass sogar zwei passende Fremdspender gefunden wurden”, erinnert sie sich. Ein Gedanke ließ sie dabei nicht los: “Wie sich jemand fühlen muss, der ewig auf einen passenden Spender warten muss.”
Halt im Glauben
Halt fand sie bei Familie und Freunden, aber auch im Glauben: “Ich bin tief im christlichen Glauben verwurzelt, aus dem ich gerade in solchen Situationen viel Kraft schöpfen kann.” Dazu kam ein starkes Umfeld, das sie getragen hat. “So ungewöhnlich es vielleicht klingt, konnte ich gerade deshalb der Situation mit Gelassenheit, Vertrauen und der Hoffnung auf das Beste begegnen.” Auch das Ärzte- und Pflegeteam sei immer für sie da gewesen.
Geben für Leben – 2025
- 2025 haben sich 22.419 Menschen neu typisieren lassen
- 187 Personen konnten tatsächlich Stammzellen spenden und so Leben retten. Insgesamt wurden für 879 Menschen passende Stammzellspender gefunden.
- 283 Typisierungsaktionen wurden österreichweit durchgeführt
- Für die Laboranalysen sind Kosten in Höhe von 896.760 Euro entstanden. “Dank zahlreicher Geldspender:innen konnte der Verein diese tragen, wofür wir von Herzen dankbar sind”, sagt Susanne Marosch, Obfrau und Geschäftsführerin des Vereins “Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich”.
- 2026 wurden bereits 17.491 Typisierungen durchgeführt.
Besonders dankbar ist Laura dem Menschen, der ihr durch die Stammzellspende ein zweites Leben ermöglicht hat. “Es ist ja nicht nur ein Tag Blut geben”, betont sie. “Das auf sich zu nehmen für einen Menschen, den man gar nicht kennt, finde ich richtig schön.” Für sie hat dieser Einsatz eine ganz konkrete Bedeutung: “Ich darf jetzt dank meinem Spender zweimal Geburtstag feiern.”

Auch bei dem Verein “Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich” sorgt die Nachricht für Freude. “Es freut mich riesig, dass für Laura ein passender Stammzellspender gefunden wurde und ich hoffe, dass sie nun ganz gesund werden kann”, sagt Obfrau und Geschäftsführerin Susanne Marosch. Wie wichtig jede einzelne Registrierung ist, zeigen auch die Zahlen: Allein im Jahr 2025 wurden rund 23.000 Typisierungen und 284 Typisierungsaktionen im ganzen Land durchgeführt.

Aktuell wartet etwa die 49-jährige Carmen dringend auf einen passenden Spender, eine Stammzelltransplantation ist ihre einzige Hoffnung. Mit einem einfachen Wangenabstrich und unkomplizierter Registrierung kann man bereits einen Unterschied machen.
Zuversicht
Laura Pedrazza richtet ihren Blick mit Zuversicht nach vorne: “Momentan gibt mir Kraft, wieder zu Hause zu sein, umgeben von meiner Familie und Freunden.” Und auch die Erfahrung der vergangenen Monate trägt sie weiter: “Zu sehen, dass Gott mich durch meine tiefste Phase getragen hat und ich nie alleine war.”
Ihre Botschaft an andere ist klar: “Wenn jemand in deinem Umfeld betroffen wäre, würdest du nicht überlegen.” Für sie steht fest, wie entscheidend jede einzelne Registrierung sein kann und welche Chance sie schenkt: ein neues Leben.
Schritte zur Typisierung
Ein Wangenabstrich für “Geben für Leben” ist eine einfache, schmerzfreie Methode (Wattestäbchen an der Wangeninnenseite), um sich als Stammzellspender:in gegen Leukämie zu registrieren. Gesunde Personen im Alter von 17 bis 45 Jahren können online ein Set bestellen oder an Aktionen teilnehmen, um in der Datenbank (bis zum 60. Lebensjahr) als potenzielle:r Lebensretter:in erfasst zu werden.
- Registrierung: Über das Online-Formular auf der Website von “Geben für Leben”.
- Set erhalten: Ein kostenloses Typisierungsset mit Wattestäbchen wird per Post zugesendet.
- Abstrich: Die Wattestäbchen werden circa zehnmal fest an der Wangeninnenseite auf- und abgerollt.
- Rücksendung: Die Proben werden im beiliegenden Kuvert an den Verein retourniert.