So viel Verkehr wie noch nie

Vorarlberg / 12.04.2026 • 14:34 Uhr
So viel Verkehr wie noch nie
Rückkehr zur Normalität: Auf der Höhe von Wolfurt, Lauterach sind bereits 2024 erstmals über 70.000 Fahrzeuge pro Tag erfasst worden im Durchschnitt. Foto: VN/Steurer

Auf der Rheintalautobahn: „Vignettensünder“ meist mit ausländischem Kennzeichen.

SCHWARZACH. „Wir gehen davon aus, dass es zu einer Rückkehr zur Normalität gekommen ist“, sagt Alexander Holzedl von der ASFINAG, die sich um die Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich kümmert. Also auch die A14, die Rheintal- und Walgauautobahn. Im Großraum Bregenz, Dornbirn hat es hier im vergangenen Jahr so viel Verkehr gegeben wie noch nie.

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Das bedeutet, dass der Einbruch, den es in Folge der Coronakrise ab 2020 gegeben hatte, mehr als überwunden ist. Ob bei der Grenze in Hörbranz oder auf der Höhe von Dornbirn, wo durchschnittlich 62.989 Fahrzeuge pro Tag erfasst wurden. 2019 hatte es sich um 56.824 gehandelt. Auf Höhe Wolfurt, Lauterach könnten es noch mehr gewesen sein. Dort waren es bereits 2024 erstmals über 70.000 gewesen, liegen für 2025 aber keine Daten vor. 70.000 Fahrzeuge pro Tag würden knapp 50 pro Minute entsprechen, wenn das Aufkommen gleichmäßig verteilt wäre. In Wirklichkeit sind es zu Spitzenzeiten also viel mehr.

Die Rückkehr für Normalität bedeutet laut Holzedl, dass der Freizeitverkehr wieder zugenommen hat und es darüber hinaus gerade im unteren Rheintal auch starken Pendlerverkehr gibt. Das erklärt, dass vor allem mehr und mehr Autos gezählt werden. Beim Schwerverkehr sei eine gewisse Stabilität feststellbar, so Holzedl.

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Ab Dornbirn Richtung Arlberg wird das Verkehrsaufkommen generell weniger groß. Bei Feldkirch wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 35.534 Fahrzeuge gezählt, bei Bludenz 27.397. Beides entsprach ungefähr dem „Vor-Corona-Niveau“.

Erhöhte Spritpreise könnten vorerst folgenlos bleiben, was das Aufkommen betrifft. Aktuell dürfte es sich weniger auf dieses als auf die Fahrweise auswirken, so Holzedl. Stichwort sparsameres Fahren, freiwillig Tempo 100. Wobei es aus einem anderen Grund ohnehin schon in diese Richtung geht: „Wir sehen eine grundsätzliche Verringerung der Geschwindigkeit durch das hohe Verkehrsaufkommen.“ Vor allem auch die große Anschlussstellendichte hierzulande führe „speziell zu Rush-Hour-Zeiten zu Verzögerungen“.

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„Wir sehen eine Verringerung der Geschwindigkeit durch das hohe Verkehrsaufkommen”, berichtet ASFINAG-Sprecher Alexander Holzedl. Foto: ASFINAG

Obwohl auf dem A14-Abschnitt zwischen Hörbranz und Hohenems eine Ausnahme von der Vignettenpflicht herrscht, werden landesweit mittlerweile zehntausende „Vignettensünder“ jährlich registriert. 2025 handelte es sich allein um 55.579, bei denen dies im Rahmen einer automatischen Kontrolle der Fall war. Das ist Daten zu entnehmen, die die Gesellschaft infolge einer Anfrage auf Basis der Informationsfreiheit ausgewertet hat. Auffallend: Bei 48.204, also 87 Prozent, handelte es sich um Fahrzeuge mit einem nicht-österreichischen Kennzeichen.

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Bei der ASFINAG weist man darauf hin, dass 98 Prozent aller Verkehrsteilnehmer mit einer gültigen Vignette unterwegs seien. Den übrigen unterstelle man keinen Vorsatz. Dass so viele mit einem nicht-österreichischen Kennzeichen unter ihnen sind, führt man auf entsprechend viele ausländische Urlaubsreisende zurück.

Auffallend sind jährliche Schwankungen bei den automatischen Kontrollen. Bis 2024 ist die Zahl der erfassten Vignettensünder auf knapp 94.000 stark gestiegen und dann auf die erwähnten 55.579 zurückgegangen. Das hat damit zu tun, dass die automatischen Erfassungssysteme erst ausgebaut wurden und es sich um stichprobenartige Kontrollen handelt.

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Vignettensünder müssen büßen. Neben einer Ersatzmaut kann eine Verwaltungsstrafe fällig werden. Ihr Volumen bezogen auf Vorarlberg machte 2024 immerhin 3,3 Millionen Euro aus. Für 2025 liegen noch keine Angaben vor und zur Ersatzmaut gibt es grundsätzlich keine Aufschlüsselung nach Bundesländern.