Tradition bleibt – doch beim Milchpilz wird sich mehr ändern, als viele erwarten

Vorarlberg / 19.04.2026 • 17:45 Uhr
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Die neuen Pächter des Milchpilzes in Bregenz wollen Altbewährtes mit neuen Akzenten verbinden. VOL/SKÖ

Der traditionsreiche Milchpilz in Vorarlberg bekommt neue Betreiber. Sie wollen Altbewährtes mit neuen Akzenten verbinden.

Er ist klein, rund – und für viele ein Stück Kindheit: der Milchpilz. Seit Jahrzehnten gehört das markante Mini-Gebäude zum vertrauten Bild, seit 2007 steht es unter Denkmalschutz. Nun beginnt ein neues Kapitel: Claudia und Michael Pfanner-Plangger übernehmen den Betrieb.

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“Für das brennt mein Herz”, sagt Claudia Pfanner-Plangger. VOL/SKÖ

Die beiden sind in der Region keine Unbekannten. Sie führen bereits eine Kantine und bringen Erfahrung aus der Lebensmittelbranche mit. “Für das brennt mein Herz”, sagt Claudia Pfanner-Plangger im Gespräch.

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Vom Vorbeifahren zur Bewerbung

Die Idee, den Milchpilz zu übernehmen, entstand nicht am Reißbrett. Vielmehr war es der Alltag, der den Anstoß gab. “Wir fahren jeden Tag am Milchpilz vorbei”, erzählt Pfanner-Plangger.

Als die Vorarlberg Milch aktiv auf mögliche Pächter zuging, war für das Paar schnell klar: Das passt.

Tradition bleibt – doch beim Milchpilz wird sich mehr ändern, als viele erwarten
Der Milchpilz im Zentrum von Bregenz ist mit seinem markanten Erscheinungsbild kaum zu übersehen. VOL/SKÖ

Neben wirtschaftlichen Überlegungen spielten auch persönliche Motive eine Rolle. Der Milchpilz sei nicht einfach ein Verkaufsstand, sondern ein Ort mit Geschichte – und mit Emotionen.

Klassiker bleiben – Neues kommt dazu

Am Grundkonzept möchten die neuen Betreiber festhalten. Klassiker wie Bananen-, Schoko- oder Erdbeermilch bleiben Fixpunkte im Sortiment. Gleichzeitig tüftelt das Paar an Erweiterungen: Heidelbeer- oder Johannisbeermilch könnte schon bald dazukommen.

Auch kleine Speisen werden angeboten – von Käse- und Eiersemmeln bis zu Panini mit Vorarlberger Raclettekäse. Ein besonderes Augenmerk liegt auf regionalen Produkten.

Tradition bleibt – doch beim Milchpilz wird sich mehr ändern, als viele erwarten
Auch mit neuen Bänken und Sitzmöglichkeiten lädt der Milchpilz dazu ein, Speisen und Getränke in Ruhe zu genießen. VOL/SKÖ

Neu ist etwa ein “Matscher”, ein Mixgetränk, das sowohl mit klassischer Milch als auch mit Hafermilch erhältlich ist. “Da haben wir sehr lange getüftelt”, so Pfanner-Plangger.

Emotionen und Erinnerungen

Was den Milchpilz besonders macht, sind nicht nur die Produkte, sondern die Geschichten. Viele Gäste verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Ort. “Viele Leute kommen und teilen Kindheitserinnerungen mit uns”, erzählt die neue Pächterin.

Tradition bleibt – doch beim Milchpilz wird sich mehr ändern, als viele erwarten
“Viele Leute kommen und teilen Kindheitserinnerungen mit uns” VOL/SKÖ

Genau dieses Gefühl wollen die neuen Betreiber bewahren – und gleichzeitig behutsam weiterentwickeln.

Eröffnung mit Musik geplant

Mit Ostern wurde der Milchpilz aus dem Winterschlaf geweckt, eine größere Feier folgt am 30. April. Im Rahmen der “Langen Nacht der Musik” soll es erstmals auch musikalische Unterhaltung beim Milchpilz geben.

Damit schlägt der kleine Pavillon eine Brücke zwischen Tradition und Gegenwart – und bleibt, was er immer war: ein Treffpunkt für alle Generationen.

Tradition bleibt – doch beim Milchpilz wird sich mehr ändern, als viele erwarten
Besucher des Bregenzer Milchpilzes 1985. Stadtarchiv Bregenz/Oskar Spang
Tradition bleibt – doch beim Milchpilz wird sich mehr ändern, als viele erwarten
Besucher des Bregenzer Milchpilzes 1985. Stadtarchiv Bregenz/Oskar Spang

Fakten zum Milchpilz:

  • Eigentümer: Vorarlberg Milch (seit 1993)
  • Denkmalschutz: seit 2007
  • Neue Pächter: Claudia und Michael Pfanner-Plangger
  • Eröffnungsfeier: 30. April mit Musikprogramm