Braucht es einen eigenen Club nur für Frauen?

Sicher feiern, sich frei bewegen und ohne ungutes Gefühl nach Hause kommen – für viele junge Frauen in Vorarlberg ist das nicht immer selbstverständlich.
Schwarzach Die Nachfrage nach geschützten Treffpunkte für junge Frauen ist hoch. Das zeigen auch die Zahlen des Vereins Amazone: Allein im amazoneZENTRUM wurden 2025 knapp 5900 Besuche gezählt. Räume und Safespaces für Mädchen und junge Frauen sind “dringend notwendig”, versichert Karin Fitz vom Verein Amazone.
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Ein Nachtclub ausschließlich für junge Frauen könne mehr sein als ein gewöhnlicher Treffpunkt: ein geschützter Raum, der Austausch und Gemeinschaft ermöglicht, das Sicherheitsgefühl stärkt und in dem junge Frauen ernst genommen werden.
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Dabei steht nicht das Freizeitangebot im Vordergrund, sondern das persönliche Sicherheitsgefühl junger Frauen. K.O.-Tropfen sind immer wieder ein Thema, auch in der Berichterstattung. Auch abseits davon weiß jedes Mädchen und jede Frau von Momenten zu berichten, in denen sie sich wegen Männern unwohl fühlen musste. Im Rahmen einer Umfrage wurden Schülerinnen des BORG Bludenz gefragt, wie groß der Wunsch nach einem eigenen Club für junge Frauen ist und welche Gründe dahinterstehen.
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“Einzelne Events nur für Frauen”

„Ich kann mir gut vorstellen, dass sich viele Mädchen einen Mädchenclub wünschen würden, vor allem wegen des Sicherheitsaspekts. Vielleicht müsste es zuerst keine eigene Location sein, sondern eher einzelne Events nur für Frauen, um zu sehen, wie groß die Nachfrage ist. Ich glaube, die Stimmung wäre anders und entspannter, und vielleicht hätte ich dann auch mehr Lust, feiern zu gehen.”
“Sicherheit endet auf dem Heimweg”

„Statt ein komplett getrenntes Angebot zu schaffen, sollte der Fokus eher auf den bestehenden Clubs liegen und darauf, dort die Sicherheitsmaßnahmen konsequent zu verbessern. Auch reine Mädchenclubs bieten keine vollständige Lösung, da weiterhin die Gefahr besteht, dass sich Männer vor oder außerhalb der Locations aufhalten. Die Sicherheit endet nämlich auf dem Heimweg.”
“Eine coole Abwechslung”

„Ich wäre grundsätzlich dafür, dass es Clubs für junge Frauen gibt und ich glaube auch, dass die Nachfrage dafür da wäre. Es wäre mal eine coole Abwechslung, auch von der Stimmung her, weil man entspannter sein kann, weniger aufpassen muss und sich wohler fühlt. Ich persönlich würde mich weiterhin gleich anziehen. Insgesamt glaube ich, dass dort eher liebe, coole Mädchen wären, die einfach gute Stimmung machen wollen.“
“Mehr Lust zu Feiern”

„Ich finde das eine sehr coole Idee und glaube, dass solche Clubs gefragt wären. Als Eventformat für eine bestimmte Zielgruppe fände ich das auch fair. Es wäre extrem befreiend und empowernd, weil man ohne Angst feiern kann. Ich würde mich zwar gleich anziehen wie sonst, aber viel entspannter in die Situation gehen und hätte mehr Lust zu Feiern.“
„Weniger Angst um sein eigenes Getränk“

„In einem Club, in den nur Frauen dürfen, fühlt man sich einfach sicherer und dadurch wäre die gesamte Atmosphäre entspannter und lockerer. Man könnte sich freier bewegen, müsste weniger aufpassen und könnte den Abend unbeschwerter genießen, etwa ohne ständig Angst um das eigene Getränk zu haben.“
Mehr als ein Treffpunkt
Einschätzungen aus der Praxis kommen auch von Karin Fitz vom Verein Amazone. Grundlage dafür sind unter anderem Ergebnisse aus dem FREILUFTreport, der im Rahmen der FREILUFTamazone 2025 entstanden ist. Entscheidend sei dabei nicht nur, dass es Angebote gibt, sondern auch unter welchen Bedingungen sie genutzt werden können.
Demnach gibt es in Vorarlberg nicht nur eine Lücke bei konkreten Angeboten, sondern auch im öffentlichen Raum insgesamt, der von vielen jungen Frauen als unsicher wahrgenommen wird – besonders in den Abend- und Nachtstunden. In der Befragung gaben Mädchen und junge Frauen an, dass sie sich häufig einschränken, Wege vermeiden oder ständig erreichbar sein müssen, um sich sicher zu fühlen. Viele erklärten, dass sie ohne diese Sorgen länger draußen bleiben, alleine unterwegs sein, durch Nebenstraßen gehen oder feiern würden, ohne Angst und so lange sie wollen. „Es liegt nicht nicht immer nur an den fehlenden Orten, sondern auch daran, wie junge Frauen dorthin gelangen“, betont Fitz.
Bestehende Hilfs‑ und Beratungsangebote
Um Gewalt im öffentlichen Raum wirksam zu bekämpfen, braucht es aus Sicht vieler junger Frauen ein stärkeres politisches Engagement. Gefordert werden mehr Sensibilisierung, ein konsequenterer Umgang mit Grenzüberschreitungen wie Catcalling sowie höhere Strafen, schnellere Abläufe bei Anzeigen und eine gezielte Schulung der Polizei.
In Vorarlberg gibt es neben der Amazone verschiedene geschützte Anlaufstellen für unter anderem Mädchen und junge Frauen, die Unterstützung, Beratung oder Hilfe in schwierigen Situationen bieten. Dazu zählen etwa die Gewaltschutzstelle des ifs, das Frauenhaus oder die amazoneBERATUNG.