Digitale Zollabfertigung wider den Lkw-Stau im Land startet mit Verzögerung

Mit Anfang 2026 sollte der Testbetrieb in Tisis starten, nun wird es Mai. Dabei ist der Zeitplan auch für den Umbau der Anschlussstelle Dornbirn Nord wichtig.
Bregenz, Wolfurt Der Staatsfeiertag am 1. Mai verkürzt die letzte Aprilwoche auf eine Vier-Tage-Woche. Für viele Pendler aus dem Bregenzerwald oder mit Arbeitsplätzen im Unterland bedeutet es vor allem noch mehr Stau an der Anschlussstelle Dornbirn Nord. Schließlich fehlt auch dem Grenzverkehr ein Arbeitstag.
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Denn seit 2003 wird am Zollamt Wolfurt der komplette Warenverkehr von und in die Schweiz inklusive Liechtenstein abgewickelt. Ein Viertel der Zollabfertigungen der ganzen Republik findet in Vorarlberg statt, täglich an die 700 Lkw. Mit Blick in die Zukunft drohen sogar bis zu 1800 Lkw am Tag. Digital ist dabei wenig, es braucht bis heute Laufzettel.
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Dem soll nun “Bordercross light” Abhilfe leisten, so die Vorstellung von Land, Finanzministerium und Zoll. Kameras an den Grenzen werden die Lkw bei ihrem Grenzübertritt registrieren und die Zollabwicklung im Hintergrund einleiten – ohne dass der Schwerverkehr nach Wolfurt muss. Den Auftakt sollte mit Anfang des Jahres Tisis machen und das System im Laufe des Jahres auf ganz Vorarlberg ausgedehnt werden. “Im Jahr 2026 wird das Chaos rund um das Zollamt Wolfurt Geschichte sein”, versicherte Landesstatthalter Christof Bitschi im November 2025.
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Projektstart im Mai
“Aktuell wird seitens der Abteilung Straßenbau die Bauausschreibung finalisiert, Baustart in Tisis ist im Mai”, konkretisiert Bitschi. Nach einem Testlauf soll Mitte Juni der Regelbetrieb anlaufen und die Adaption der anderen Grenzübergänge angegangen werden. Wie versprochen sollen gegen Ende des Jahres die Lkw-verschuldeten Staus bei Wolfurt Geschichte sein. “Der Zeitplan hält.”
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Die Digitalisierung bedeute natürlich auch eine Umstellung für die Frächter. “Bei den einheimischen Frächtern sollte es weniger ein Problem sein”, ist der Landesstatthalter optimistisch. Man müsse jedoch realistisch sein und damit rechnen, dass manch Lkw-Fernfahrer noch unnötig zur Zollabwicklung nach Wolfurt fahren werde, um dort dann von der Umstellung zu erfahren. Durch die schrittweise Umsetzung des Projekts erwartet Bitschi jedoch, dass sich diese bei den europäischen Frächtern herumsprechen werde und auch rasch angenommen werde.
Enges Zeitfenster für Dornbirn Nord
Parallel läuft die Vorbereitung des Einreichprojekts für den Umbau des Kreisverkehrs bei Dornbirn Nord zur ampelgesteuerten Kreuzung, moderne Steuerungen versprechen hier mehr Kapazität. Gewünschte Umsetzung: 2027, nach der Digitalisierung der Zollabfertigung und vor der Erweiterung des Güterbahnhofs. Langfristig wäre dann wieder eine Zunahme des Schwerverkehrs rund um Wolfurt zu erwarten, darauf soll die Infrastruktur vorbereitet werden.
“Wenn sich das Industriegebiet so entwickelt, wie es geplant ist, wird es wieder eine Verkehrszunahme auf dieser Kreuzung geben. Darum ist dieses Zeitfenster von drei, vier Jahren so unheimlich wichtig”, will Bitschi jenen Zeitraum mit vergleichsweise wenig Verkehr für den Umbau der Verkehrsachse nutzen. “Aber es wird die nächsten drei Jahre sicher ein sehr günstiges Zeitfenster dafür geben.”