“Stolz, sein Freund sein zu dürfen” – Zehn Jahre nach den Schüssen steht Werner Pultar wieder für Gerhard Hummer ein

Vorarlberg / 20.05.2026 • 20:55 Uhr
"Stolz, sein Freund sein zu dürfen" - Zehn Jahre nach den Schüssen steht Werner Pultar wieder für Gerhard Hummer ein
Werner Pultar und Gerhard Hummer sind sich seit der Nacht vor zehn Jahren einander verbunden.VN

Werner Pultar war einer der Ersthelfer beim Amoklauf in Nenzing. Seitdem sind er und der bei der Tat verletzte Gerhard Hummer befreundet. Für ihn organisiert der Bludenzer zum zehnten Jahrestag ein Benefizkonzert.

Bludenz Am Freitag jährt sich der Amoklauf von Nenzing zum zehnten Mal. Anlässlich des Jahrestags organisiert Werner Pultar in der Fabrik Klarenbrunn ein Benefizkonzert für Gerhard Hummer, der seit dem Abend vom Hals abwärts gelähmt ist. Die beiden Männer sind seit den dramatischen Ereignissen in Freundschaft verbunden – Pultar war damals ein Ersthelfer Hummers.

"Stolz, sein Freund sein zu dürfen" - Zehn Jahre nach den Schüssen steht Werner Pultar wieder für Gerhard Hummer ein
Werner Pultar ist in den letzten Zügen, das Benefizkonzert zu organisieren.VN

45 Minuten lang reanimiert

“Ich war auf dem Motorradtreffen, wie viele andere auch”, erinnert sich der heute 64-jährige Pultar. Kurz vor der Tat ging er von der Terrasse zum Lagerfeuer, traf dort auf seinen Schwiegersohn. Als sie sich was zum Trinken holen wollten, fielen die ersten Schüsse. Vor der Terrasse lagen die ersten Opfer, darunter der schwerverletzte Hummer. “Wir haben eine Dreiviertelstunde neben ihm gekniet und reanimiert, bis die Rettung durchkam.”

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In der Fabrik Klarenbrunn wird das Benefizkonzert stattfinden.VN

Im November erfuhr der Bludenzer, wie es Hummer danach erging: Hummer ist seit dem Amoklauf vom Hals abwärts gelähmt, musste zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Seit nun zehn Jahren sind die beiden im ständigen Kontakt. “Das ist der positivste Mensch, den ich jemals kennengelernt habe”, ist der Bludenzer beeindruckt. Pultar organisierte eine Hilfsgruppe und ein Spendenkonto für den Familien- und Großvater. “Letztes Jahr ist ein Steuerelement ausgefallen, das hat 4300 Euro gekostet”, zeigt Pultar die Dimensionen auf. Dank vieler regelmäßiger Spender könne man so der Familie unter die Arme greifen.

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Benefizkonzert in der Fabrik Klarenbrunn

Seit Jänner organisiert Pultar nun ein Benefizkonzert zugunsten von Gerhard Hummer. “Ich habe natürlich zuerst mit ihm und seiner Familie geredet, ob ihnen das recht wäre”, betont Pultar. Mit ihrem Segen begann er einen Rundruf unter den ihm bekannten Künstlern. Schnell fand er einige Musiker und Bands aus Vorarlberg, die ihn dabei unterstützen. So werden unter anderem Fast Love aus Bregenz, The Becks Company oder McLoud ab 14 Uhr bis weit in die Nacht hinein auf der Bühne stehen.

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Auch zahlreiche Sponsoren unterstützen den 64-Jährigen. Statt Eintritt stehe am Eingang eine Spendenbox für Hummer, auch die Getränke könne er dank des Sponsorings zu vernünftigen Preisen anbieten. 18 Freiwillige sorgen gemeinsam mit dem Bludenzer für einen gelungenen Tag, er hofft auf 500 Besucher. Auch Hummer werde dabei sein können. “Wenn die Getränke ausgehen, dann ist es fertig.”

Benefizkonzert für Gerhard Hummer anlässlich zehn Jahre Amoklauf von Nenzing. In der Fabrik Klarenbrunn, 22. Mai 2026, ab 14 Uhr.

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Am Tatort erinnert eine Gedenktafel des Motorradclubs den beiden Todesopfern.VN/Paulitsch

Amoklauf von Nenzing

In der Nacht auf den 22. Mai 2016 geriet ein 27-Jähriger auf dem Fest eines Motorradclubs in Nenzing in Streit mit seiner Freundin. Der Mann, der Verbindungen in die rechtsextreme Szene hatte, verließ das Fest und holte zwei Kalaschnikows aus jugoslawischer Produktion. Mit den Sturmgewehren schoss er bei seiner Rückkehr und einem erneuten Wortgefecht mit seiner Partnerin wahllos in die Menge. Ein 48-jähriger Mann aus Nenzing und ein 33-jähriger Lustenauer starben, weitere zwölf Personen wurden verletzt. Der Schütze und zweifache Vater richtete sich noch auf dem Gelände selbst. Gegen den achtfach Vorbestraften bestand seit 2004 ein aufrechtes Waffenverbot. Am Tatort erinnert eine Gedenktafel den beiden Todesopfern.

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VN/Paulitsch

Zehn Jahre Amoklauf von Nenzing in der Berichterstattung

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