“Sieben Schulkinder müssen hier ein- und aussteigen” – Dies ist Vorarlbergs meistkritisierte Haltestelle

Die Haltestelle Stüben ist auf Platz drei der Mängelmeldungen beim VCÖ für ganz Österreich. Marietheres Metzler zeigt auf, warum sich hier etwas allein im Sinne von sieben Schulkindern verbessern muss.
Schwarzenberg Die Parzelle Stüben hat eine Bushaltestelle. Talwärts in den Ort hinein hat man zumindest eine wettergezeichnete Sitzbank und eine Fahrplansäule mit Landbustafel. Bergwärts Richtung Bödele gibt es beides nicht, hier ist eine kleine asphaltierte Abfahrt für den Traktor auf die Wiese, die als Wartebereich genutzt wird. Keine Sitzbank, keine Kennzeichnung als Haltestelle, keine Beleuchtung, kein Wetterschutz, kein Gehsteig und kein Zebrastreifen.

“Wir verstehen, dass es schwierig ist, hier etwas zu verbessern”, erklärt Marietheres Metzler. Die 35-Jährige lebt in Stüben, ist Mutter von drei Kindern. Sie muss mit dem Kinderwagen gut hundert Meter entlang der vielbefahrenen Landstraße gehen, um zur Bushaltestelle zu gelangen. Neben ihr ist die Wiese steil abfallend, hier ist kein Platz für einen Kinderwagen.

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Sieben Schulkinder in der Parzelle
Ab diesem Herbst muss ihr ältestes Kind von hier mit dem Landbus in die Volksschule. “Hier oben leben sieben Kinder, die in die Schule müssen”, erklärt Metzler. Jene Kinder, die nicht in der nahen Halde wohnen, sondern direkt an der Landesstraße, müssen dann in der Dunkelheit entlang der Landesstraße zur Bushaltestelle. “Wenn dann Schnee liegt, wird es wirklich eng.”

Was hinzukommt: Im Winter gilt hier Tempo 100, da es sich um eine Landesstraße außerhalb der Ortsgrenzen handelt. “Im Sommer gilt hier nun Tempo 60, da spürt man schon eine Verbesserung”, betont Metzler. Warum diese Temporeduktion, die im Sommer nur von 6 bis 22 Uhr gilt, nicht auch im Winter verhängt wird, ist ihr aber unverständlich.

Frage der Zuständigkeit
Wenig verwunderlich für Metzler, dass die Haltestelle Stüben beim Haltestellencheck des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit 22 Meldungen bezüglich Verbesserungsbedarf negativ auffällt. Die Haltestelle im 1900-Seelen-Dorf ist damit nicht nur jene mit den meisten Mängel-Meldungen in Vorarlberg, sondern sogar auf Platz drei in Österreich. “Alle merken, dass diese Situation ein Problem darstellt”, schließt Metzler. Sie selbst habe keine Meldung ans VCÖ abgegeben. Da sie aber befürchtet, dass es früher oder später zu einem Unfall kommen könnte, wandte sie sich an die VN.


Auch die Gemeinde Schwarzenberg hat Verständnis für die Kritik aus der Parzelle. “Das ist oft das Schwierige bei Haltestellen auf Landstraßen, bei welchen 100 km/h erlaubt sind”, hieß es gegenüber dem ORF Vorarlberg. Warum die Beschränkung auf Tempo 60 im Winter entfällt, könne man nicht nachvollziehen. Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz kündigte dem ORF eine Prüfung der Situation und möglicher Verbesserungen an. Unklar bleibt vorerst die Zuständigkeit: Während die Behörde den Verkehrsverbund als Konzessionsinhaber in der Pflicht sieht, verweist dieser beim Thema der Gestaltung der Haltestellen an die Gemeinden.

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Wunsch nach Verbesserung
Vor Ort würde man sich vor allem mehr Sichtbarkeit und einen Gehweg wünschen: “Ein Hinweisschild, dass auch auf dieser Straßenseite eine Haltestelle ist, würde sicher helfen”, vermutet Metzler. Auch eine Sitzbank oder eine Beleuchtung würde einen Unterschied machen. Hohe Hoffnungen hat die Schwarzenbergerin auch in eine dauerhafte Geschwindigkeitsanpassung, sprich Tempo 60 rund um das Jahr.
