Pommes müssen sein – doch Freibad-Essen wird für Familien zur Kostenfrage

Pommes, Nuggets und Eis gehören zum perfekten Freibadbesuch dazu. Doch viele Familien rechnen genau nach und greifen lieber zur mitgebrachten Jause.
Darum geht’s:
- Freibadbesuche werfen Kostenfrage für Familien auf.
- Viele bringen Jause mit, um Geld zu sparen.
- Pommes im Schwimmbad beliebt, aber teuer.
BREGENZ, EGG, Schruns Wenn die Temperaturen steigen, füllen sich Vorarlbergs Freibäder nicht nur mit Badegästen, sondern auch mit dem Duft von Pommes, Chicken Nuggets und Eis. Zwischen Sonnencreme, Schwimmreifen und Handtüchern stellt sich für viele Familien im Sommer täglich dieselbe Frage: selber Jause mitbringen oder im Schwimmbad essen gehen?
Für Heike Ogger aus Biberach gehört beides dazu. Gemeinsam mit ihren drei Kindern verbringt sie die Ferien im Bregenzerwald und besucht unter anderem das Freibad in Egg. “Wir bringen Obst, Gemüse und Kekse selber mit, die kaufen wir davor im Supermarkt. Und manchmal gehen wir hier oben Mittagessen und kaufen Pommes oder Chicken Nuggets”, erzählt sie.

Ein Mittagessen für die ganze Familie summiere sich schnell. “Da sind wir 50 Euro los, das ist nicht jeden Tag möglich.” Vor allem das Familienbudget spiele dabei eine Rolle. “Das ist wirklich viel Geld, das können wir uns nicht leisten”, sagt Ogger offen.

Im Café „Egg’spresso“ direkt neben dem Freibad beobachtet Betreiberin Ramona Kohler seit Jahren das gleiche Bild. Viele Familien würden klassisch im Schwimmbad essen gehen. “Die Kinder essen meistens Nuggets oder Wurst mit Pommes. Die Mama bestellt einen Salat oder Toast”, erzählt sie mit einem Lachen.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
100 Kilo Pommes an einem heißen Tag in Egg
Die Portion Pommes frites kostet fünf Euro – “Glatter Preis, einfache Rechnung”, sagt Kohler. Dass der Hunger an heißen Tagen groß ist, zeigt sich besonders an Wochenenden. “Wir haben an einem Tag rund 100 Kilo Pommes gebraucht.”
Auch im Strandbad Bregenz ist der Verbrauch enorm. Mitarbeiterin Judith Souza erinnert sich an den Pfingstmontag: “Wir haben etwa eine Tonne Pommes verkauft und von 11 bis 19 Uhr durchgearbeitet.”

Für Familie Schenk und Baumgartner aus dem Allgäu gehört der Restaurantbesuch im Schwimmbad wiederum fix zum Ausflug dazu. “Das ist ein Stück Lebenskultur”, sagt Frau Baumgartner. “Wenn wir einen Urlaubstag machen, dann gehört Essen, Kaffee trinken und Eis einfach dazu.”

Über die Preise im Strandbad zeigt sie sich wenig überrascht. “Das ist bei uns im Oberallgäu ähnlich. Die Eintrittspreise sind sogar teurer als hier in Vorarlberg”, so Baumgartner.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

VN/DJSHOM
Viel zu teuer für eine ganze Familie
Anders sieht das Theresa Eisele aus dem Schwabenland. Sie sitzt mit ihren zwei Kindern beim Essen im Strandbad Bregenz und erzählt, dass sie meistens belegte Brote, Obst oder Cracker von zu Hause mitbringt. “Mal holen wir Pommes oder Eis, aber jeden Tag wäre uns das zu teuer”, sagt sie. Fünf Euro für eine Portion Pommes seien für Ferien einmal in Ordnung – “aber sicher nicht drei Mal pro Woche”.

Auch Silke Bitschnau aus Tschagguns kennt das tägliche Abwägen zwischen mitgebrachter Jause und Freibadessen gut. Gemeinsam mit ihrem Kind verbringt sie regelmäßig Sommertage im Alpenbad Montafon – und versucht dabei, die Kosten im Blick zu behalten. “Obst nehme ich immer schon von zuhause klein geschnitten mit”, erzählt sie. Ganz verzichten möchte sie auf Freibadklassiker aber nicht: “Pommes brauche ich halt immer vom Schwimmbad.”

Schwimmbad Montafon setzt auf Feriengäste
Auch Dagmar Siegert, Pächterin des Kiosks “Café Strandkorb”, beobachtet, dass viele Gäste inzwischen genauer aufs Geld schauen. Gemeinsam mit ihrem Mann Oliver Martin betreibt sie den Kiosk direkt beim Schwimmbad.

“Man merkt schon, dass alles teurer wird und die Leute nicht mehr ganz so locker Geld ausgeben”, sagt Siegert. Eine endgültige Einschätzung der Saison sei zwar noch schwierig, weil der Betrieb erst vor wenigen Tagen gestartet habe und die ersten heißen Sommertage sofort für Hochbetrieb sorgten. Dennoch sei die Stimmung insgesamt gut.