Dem Riesen auf den Fersen: Neuer Erlebniswald in Mellau begeistert Besucher

Ein neuer Erlebnispfad im Mellauer Gemeindewald lässt die Sage des Riesen Wirm lebendig werden. Der spielerische Rundweg verbindet Bewegung, Kreativität und Tradition.
von Mona Pfefferkorn
Mellau Direkt oberhalb der Talstation der Bergbahnen Mellau zieht ab sofort der sagenumwobene Riese Wirm die kleinen und großen Besucher in seinen Bann. Auf dem neu gestalteten, rund einen Kilometer langen Erlebnispfad im Mellauer Gemeindewald verschmelzen spielerische Action und regionale Identität. Das Besondere: Die Geschichte des Riesen wird nicht nur auf Hochdeutsch, sondern auch im charakteristischen Wälder Dialekt erzählt. Besucher können an den Stationen ganz einfach einen QR-Code mit dem Smartphone scannen und so direkt in die Audio-Erzählung eintauchen.

Schnelle Umsetzung durch engagiertes Team
Die Idee für das Projekt kam direkt aus der Gemeindevertretung und dem Tourismusausschuss. Bis zur Umsetzung dauerte es nur knapp anderthalb Jahre, seit dem 22. Mai ist er der Öffentlichkeit offiziell zugänglich. Mellaus Bürgermeister Tobias Bischofberger war eine schnelle Verwirklichung sehr wichtig: “Wir versuchen, immer gleich in die Umsetzung zu gehen. Wenn man mit engagierten Leuten arbeitet, macht es keinen Sinn, nur alle paar Wochen weiter zu machen.”

Einbindung der Dorfgemeinschaft
Den Planern war wichtig, von Anfang an alle einzubinden. “Es ist ein viel frequentierter Weg. Es gibt einen Abschnitt mit einem Marienbild, wo es vor allem den älteren Leuten wichtig war, dass wir dort nichts verändern”, erklärt Bischofberger. Auch der Kindergarten wurde in die Planungen einbezogen, um im Vorfeld alle Interessen abzuwägen. So konnte sichergestellt werden, dass der neue Pfad für alle Generationen eine Bereicherung ist.


Bevölkerung steht an erster Stelle
Der Erlebnispfad im Hinteren Bregenzerwald mit Blick auf die Kanisfluh ergänzt zwar das Angebot für den Sommertourismus – doch sei dies nicht der Fokus in der Gemeindestube gewesen. “Ich mache nichts ‘nur’ für den Tourismus. Wenn wir etwas machen, dann immer in erster Linie für die Einheimischen”, betont Bischofberger. Die Urlaubsgäste seien natürlich herzlich willkommen und würden das Angebot schätzen, das Fundament müsse jedoch für das Dorf gegossen werden.

Spielerische Entdeckungsreise
Das Konzept ist speziell auf das Kindergarten- und Volksschulalter ausgelegt, bietet aber ein Erlebnis für die ganze Familie. Entlang des Pfades warten insgesamt acht Stationen auf die Besucher. Bischofberger erklärt: “Es ist nicht so, dass du da gedanklich eine Story durchliest, sondern du bist animiert, im Wald viele Sachen zu entdecken.“ Gesäumt wird der Weg von kunstvollen Holzschnitzereien der Künstlerin Julia Gridling, während die Sage des Riesen Wirm das verbindende Element im Hintergrund bildet.

Lebendige Tradition
Ob beim Balancieren, beim kreativen Ausprobieren im Spielhüsle oder beim rasanten Flug mit dem Flying Fox – der neue Pfad fordert und fördert die Geschicklichkeit der Kinder. Am Ende des Rundwegs bleibt das Gefühl, dem Wald und seinen Geschichten ein Stück nähergekommen zu sein. Ein Ausflugsziel, das zeigt, wie lebendig Tradition sein kann.
