Dorfplatz, Gasthaus, Eisdiele: Warum in Meiningen gerade Großes entsteht

Vorarlberg / 04.06.2026 • 11:30 Uhr
Dorfplatz, Gasthaus, Eisdiele: Warum in Meiningen gerade Großes entsteht
Ulrich Feistenauer und Thomas Muther wollen für die Meininger wieder ein Dorfgasthaus errichten. VN/Steurer

Drei Freunde hatten eine Vision – nun soll im Frenerhus ein Gasthaus entstehen, das dem Dorf gehört und den Ortskern neu belebt. Auch abseits des Projekts stehen in der 2500-Seelen-Gemeinde die Zeichen auf Wachstum.

Meiningen Alles begann bei einem Feierabendbier, als drei Meininger Freunde über die Zukunft des Dorfes an der Schweizer Grenze philosophierten. Schnell wurde klar: Seit der Schließung des “Tannenhofs” fehlt der westlichsten Gemeinde Österreichs ein traditionelles Gasthaus. Aus diesen Gesprächen entstand eine Idee, die inzwischen konkrete Formen angenommen hat.

Dorfplatz, Gasthaus, Eisdiele: Warum in Meiningen gerade Großes entsteht
Das mehr als 100 Jahre alte Frenerhus bildet gemeinsam mit Kirche und Pfarrhof den letzten historischen Kern der Gemeinde. VN/Steurer

Im Frenerhus neben der Kirche und gegenüber dem Pfarrhof soll im Zuge der Ortskernentwicklung ein neues Dorfgasthaus entstehen. “Wir hatten die Idee, das Zentrum in Schwung zu bringen und es weiterzuentwickeln. Für uns war klar: Es braucht ein Gasthaus”, sagt Thomas Muther, der gemeinsam mit Ulrich Feistenauer und Florian Wilhelm zu den Initiatoren zählt.

Dorfplatz, Gasthaus, Eisdiele: Warum in Meiningen gerade Großes entsteht
Thomas Muther und Ulrich Feistenauer sind seit ihrer Kindheit befreundet. VN/Steurer

Das Gasthausprojekt ist eng mit der geplanten Neugestaltung des Ortszentrums verbunden. Zwischen Kirche, Pfarrhof und Frenerhus soll durch die Gemeinde ein neuer Dorfplatz entstehen. Der bisherige Kirchenparkplatz wird dabei umgestaltet und die Parkplätze werden neu organisiert.

Dorfplatz, Gasthaus, Eisdiele: Warum in Meiningen gerade Großes entsteht
Herlinde Nachbaur-Zeiss, Ulrich Feistenauer, Thomas Muther und Samuel Rothmund. VN/Steurer

Das mehr als 100 Jahre alte Frenerhus bildet gemeinsam mit Kirche und Pfarrhof den letzten historischen Kern der Gemeinde. Früher war es Wohnhaus, später Kindergarten und danach wieder Wohngebäude. “Wir wollten das Haus unbedingt erhalten. Man kann nicht immer alles gleich abreißen”, unterstreicht Muther. Das Gebäude gehört der Gemeinde, für eine künftige Nutzung habe es bislang jedoch keine konkrete Strategie gegeben.

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Modelle zeigen, wie der Dorfplatz in Zukunft aussehen wird. Bis Ende des Jahres werden weitere Absichtserklärungen gesammelt.VN/Steurer

Herzstück des Vorhabens ist die Genossenschaft, die Finanzierung und Umbau übernimmt und später als Verpächterin auftritt. Der Gastronomiebetrieb selbst soll eigenständig geführt werden. Die Idee einer Genossenschaft entstand nach dem Vorbild eines ähnlichen Projekts in Bayern. Heute arbeitet ein neunköpfiges Team ehrenamtlich an der Umsetzung.

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Der historische Charakter des Frenerhauses soll erhalten bleiben und durch zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten ergänzt werden. VN/Steurer

“Wir wollen Familien- und Parteigrenzen außen vor lassen. Das Gasthaus soll für alle da sein”, betonen die Initiatoren. Vom Vereinsabend bis zur Taufe oder zum Trauermahl könne das Gasthaus für viele Veranstaltungen genutzt werden. Wichtig ist den Initiatoren der demokratische Gedanke: Jeder Anteilseigner verfügt über eine Stimme. “Das Gasthaus wird gemeinsam gebaut und gehört dem Dorf, nicht einer einzelnen Person.” Zum Gasthausprojekt selbst gehören neben dem Gastronomiebetrieb mit Gastgarten auch eine Eisdiele. “Es soll für jede Bevölkerungsschicht etwas Interessantes geben”, sagt Ulrich Feistenauer.

Dorfplatz, Gasthaus, Eisdiele: Warum in Meiningen gerade Großes entsteht
Geplant sind gemütliche Gaststuben, ein öffentlicher Gastgarten neben dem öffentlichen Dorfplatz sowie flexibel nutzbare Räume für unterschiedliche Anlässe. Ulrich Feistenauer

Die Gesamtkosten für das Projekt “Frenerhus” werden auf zwei Millionen Euro geschätzt. Ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro, pro Person können bis zu 20 Anteile erworben werden. Ziel ist es, bis Herbst 2026 Genossenschaftsanteile im Umfang von mindestens 500.000 Euro zu sammeln. Rund 200 Personen haben laut den Initiatoren bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet. “Alle sind eingeladen, mitzumachen, nicht nur Meininger”, betont Muther.

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Die Initiatoren Florian Wilhelm, Thomas Muther und Ulrich Feistenauer mit dem Genossenschaftsteam. Nele Anselm/Frenerhus Genossenschaft

Das bestehende Gebäude soll in seinem Kern erhalten, energetisch saniert und durch einen modernen Anbau für Küche, Sanitäranlagen und Infrastruktur ergänzt werden.

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Auch abseits des Gasthausprojekts stehen in Meiningen die Zeichen auf Wachstum. Derzeit laufen laut Muther finale Gespräche mit einem großen Nahversorger, einer Bäckerei und einer Apotheke. Zudem wird im erst kürzlich fertiggestellten Gebäude neben der Kirche eine neue Arztpraxis eröffnet, die die medizinische Versorgung in der Gemeinde weiter stärken soll.