Gantner: “Der Wolf hat bei uns keinen Lebensraum”

Vorarlberg / 05.06.2026 • 16:18 Uhr

Landesrat Christian Gantner spricht bei “Vorarlberg LIVE” über Wolf, Biber, TBC, Agrarförderungen und Sparpläne. Auch bei Aquamühle-Küche und Schlachthof kündigt er Bewegung an.

Landesrat Christian Gantner (ÖVP) hat in “Vorarlberg LIVE” klare Linien bei mehreren heiklen Themen gezogen: Der Wolf soll in Vorarlberg keinen dauerhaften Platz bekommen, beim Biber soll noch vor der Sommerpause eine neue Verordnung kommen, und der neue Schlachthof soll im Sommer eröffnet werden.

Gantner: "Der Wolf hat bei uns keinen Lebensraum"
Landesrat Christian Gantner (ÖVP). Ländle TV

Wolf: “Es ist nicht der Wolf in Gefahr”

Die aktuelle Wolfsverordnung zum sogenannten Hohenemser Wolf läuft laut Gantner Ende des Monats aus. Gefunden wurde das Tier nicht. In Vorarlberg gehe man derzeit vor allem von durchziehenden Wölfen aus, ein Rudel gebe es “mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit” noch nicht.

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Gantner betonte: “Es will niemand den Wolf ausrotten.” Gleichzeitig sagte er aber auch: “Der Wolf hat bei uns einfach keinen Lebensraum.” Vorarlberg sei eng, die Alpwirtschaft, der Tourismus und andere Nutzungen würden sich mit einer dauerhaften Wolfspräsenz kaum vertragen.

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Die Möglichkeit einer präventiven Entnahme verteidigte der Landesrat. Wenn eine unmittelbare Gefährdung für Menschen oder Weidetiere bestehe, müsse gehandelt werden können. Für ihn steht dabei die Alpwirtschaft im Mittelpunkt: “Es ist nicht der Wolf in Gefahr. Es ist bei uns tatsächlich die Alpwirtschaft in Gefahr.”

Biberverordnung vor der Sommerpause

Auch beim Biber sieht Gantner Handlungsbedarf. Seit 2006 habe sich die Population in Vorarlberg auf rund 400 Tiere entwickelt. Inzwischen gebe es Probleme auf landwirtschaftlichen Flächen, bei Dämmen, im Hochwasserschutz und zunehmend auch im Siedlungsgebiet.

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Noch vor der Sommerpause soll eine Biberverordnung präsentiert werden. Geplant ist eine Kaskade: zuerst Vergrämung, dann – falls das nicht wirkt – auch Entnahmen. Diese sollen pro Bezirk begrenzt werden. Gantner will dabei keinen “Bürokratietiger” schaffen.

TBC bleibt Belastung für Alpen

Zur TBC-Situation sagte Gantner, Vorarlberg schaue besonders genau hin. Rund 13.000 Nutztiere und 900 Stück Rotwild seien untersucht worden. Besonders betroffen sei derzeit der nördliche Landesteil. Die Bewältigung könne nur gemeinsam mit Jagd, Grundbesitz, Landwirtschaft und Behörden gelingen.

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Wildtierfütterungen will Gantner nicht vorschnell abschaffen. Ohne Fütterung drohten Wildschäden und in den ersten Jahren auch verhungernde Tiere. Eine wildökologische Raumplanung, begleitet von der BOKU, soll Antworten liefern.

Sparen zuerst bei Strukturen

Auch die Landwirtschaft müsse sparen, sagte Gantner. Zuerst solle aber bei Strukturen angesetzt werden: bei der Landwirtschaftskammer, in der Landesabteilung und bei Verbänden. Gelder, die direkt bei Bäuerinnen und Bauern ankommen, wolle man zuletzt angreifen.

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Bei den EU-Agrarförderungen warnte Gantner vor einem Aufgehen der Gemeinsamen Agrarpolitik in einem größeren “Single-Fonds”. Landwirtschaftspolitik sei auch Sicherheitspolitik, sagte er – mit Blick auf Ernährung und Energie.

Gantner: "Der Wolf hat bei uns keinen Lebensraum"
Leiter der Poltikredaktion bei der VN und Landesrat Christian Gantner. Ländle TV

Aquamühle, Rüstküche und Schlachthof

Zur Zukunft der Aquamühle-Küche auf dem Messeareal sagte Gantner, seine Information sei, dass es dort ab Ende 2028 zeitlich nicht mehr möglich sei. Nach anderslautenden Aussagen werde man das aber besprechen. Wichtig sei, dass regionale und gesunde Verpflegung für Kinder weiter möglich bleibe.

Beim neuen Schlachthof zeigte sich Gantner optimistisch. Die Gebäudehülle stehe bereits, die Eröffnung solle “jedenfalls noch im Sommer” stattfinden. Für regionale Fleischproduktion sei diese Infrastruktur entscheidend.

Zum Schluss wurde es persönlich: Sein Lieblingstier sei die Kuh. Der tägliche Gang in den Stall sei für ihn “mein tägliches Yoga”, sagte Gantner.

(VOL.AT)