Nach Brandstiftung in Au: “Die sind in Hosen und Jacken rausgegangen – der Rest ist verbrannt”

Vorarlberg / 05.06.2026 • 10:00 Uhr
Nach Brandstiftung in Au: "Die sind in Hosen und Jacken rausgegangen – der Rest ist verbrannt"
Stephan Muxel hat das Haus ursprünglich gebaut, ein Familienmitglied hatte darin eine Wohnung. Seit dem Brand ist es eine Ruine. VN/Rauch

Nach der Brandstiftung im März stand die Zukunft des Mehrparteienhauses in Frage. Stephan Muxel vom gleichnamigen Holzbauunternehmen weiß mehr.

Au Bereits kurz nach dem Brand des Mehrparteienhauses in Au-Rehmen im März befürchtete man einen Totalschaden. Ein Bewohner des Hauses legte Feuer in seiner Wohnung und der Tiefgarage, er wurde wenig später nahe der Tannbergbrücke tod aufgefunden. Das Gebäude selbst ist seitdem eine Brandruine.

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Stephan Muxel vor vergleichbaren Holzelementen, wie sie für die Sanierung des Brandobjekts genutzt werden könnten.

“Das ist schon eine relativ starke emotionale Sache”, erklärt Stephan Muxel. Er ist Geschäftsführer des gleichnamigen Holzbauunternehmens im Ort. Seine Firma hat das Gebäude erbaut, der Sohn hatte eine Wohnung im beim Vorarlberger Holzbaupreis 2025 gelisteten Gebäude. “Ich kann sie nicht mehr sehen.” Muxel kann sich noch gut an jene Nacht erinnern, an die Hilflosigkeit und den Schock. Und auch wenn niemand Unbeteiligtes verletzt wurde, ist der Schaden groß: “Die sind in Hosen und Jacken rausgegangen – der Rest ist verbrannt.”

Neubau steht im Raum

Doch auch die Hilfsbereitschaft war groß. “Der Nachbar, der Spengler Albrecht, hat uns damals extra die Garage aufgemacht, Kaffee und zum Trinken ausgegeben”, erinnert er sich. Solche kleinen Gesten taten im Schock gut. Und auch danach: Die Gemeindestube und die Bevölkerung im Ort kümmerte sich um Unterkünfte und Unterstellmöglichkeiten für jene Habseligkeiten, die man aus dem Haus retten konnte. “Man wird schon überall unterstützt”, betont Muxel.

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Das Brandobjekt in Au-Rehmen. VN

Hinter den Kulissen beschäftigt man sich derweil mit der Frage, wie es weitergehen soll. Der damalige Bauherr, das Architekturbüro Bischof Zündel, und die Gebäudeverwaltung setzten sich mit Muxel als Mann vom Fach hin, um der Eigentümergemeinschaft einen Vorschlag auszuarbeiten, wie es weitergehen könne. “Das größte Ziel ist, dass keiner noch mal Geld in die Hand nehmen muss”, betont der Unternehmer. “Sonst hätten viele Existenzprobleme. Wer hat heute noch Geld auf der Seite, nachdem er eine Wohnung gekauft hat?”

Neubau bis September 2027

Und dies soll auch klappen. Muxel betont, dass auch die Versicherungen herwärts schauen. Ähnlich sei auch seine Erfahrung mit den verschiedenen Haushaltsversicherungen der Bewohner bezüglich der Einrichtung. Klar sei auch: Das Gebäude und die Tiefgarage werde man wohl von Grund auf neu bauen müssen, nur der Keller mit der Heizung ist wohl zu retten.

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Stephan Muxel schätzt, dass das Haus in einem Jahr wieder aufgebaut sein könnte. VN

Auch einen Zeitplan kann das Team rund um Muxel in Aussicht stellen: “Ich bin der Meinung, dass es in einem Jahr im August oder September wieder steht”, ist der Bauunternehmer optimistisch. Derzeit laufen noch die Gespräche mit den benötigten Baufirmen und Partnern. Doch ein Beginn der Abbrucharbeiten mit August dürfte realistisch sein. Für den Abbund, sprich die Zimmereitätigkeiten, rechnet Muxel mit acht Wochen Arbeit.

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Die Spuren des Brands sind nicht zu übersehen. VN

Noch ist aber vieles in der Abklärung. Die Abstimmung zwischen Versicherungen, Sachverständigen, Hausverwaltung und den verschiedenen Firmen ist komplex, funktioniere jedoch sehr gut, zeigt sich das Team rund um Muxel zuversichtlich.

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