Wer kommt, wer geht? Pfarrerwechsel in den Gemeinden im Überblick

Diözese regelt zahlreiche Pfarrerwechsel: Mehrere Vorarlberger Pfarren bekommen neue Verantwortliche. Doch nicht alle Pfarren können besetzt werden.
Feldkirch Die Diözese Feldkirch ordnet mehrere Pfarren und Seelsorgeräume in Vorarlberg neu. Grund dafür sind Pensionierungen, bereits angekündigte Wechsel und neue Aufgaben für Priester. Wie Hans Rapp, Leiter Personal und Entwicklung, auf Anfrage der VN mitteilt, bleibt der im Vorjahr angekündigte Zeitplan für die Dompfarre Feldkirch und das Vorderland unverändert.

Der wohl prominenteste Wechsel betrifft die Dompfarre in Feldkirch: Thomas Heilbrun, bisher für den Seelsorgeraum Hohenems zuständig, tritt mit September seine neue Aufgabe als Dompfarrer in Feldkirch an.


Fabian Jochum wechselt von der Dompfarre ins Vorderland, Mathias Bitsche übernimmt Hohenems. Dort ist Bitsche bereits seit Ostern operativer Leiter; ab September wird er von Diakon Manfred Sutter unterstützt.

Geklärt ist auch die Nachfolge in Tisis: Stefan Biondi, Vikar des Pfarrverbandes Nofels-Tisis-Tosters, geht mit Ende August in Pension. Ihm folgt Cristian Silviu Salca nach. In Feldkirch ist der gebürtige Rumäne kein Unbekannter: 2021 war er Kaplan in der Dompfarre, zuletzt wirkte er im Mittleren Montafon.

Auch in anderen Gemeinden stehen Veränderungen an. In Nenzing übernimmt Johannes Kolasa nach der Pensionierung von Joy Peter Tattakath. Kolasa, Jahrgang 1981, stammt aus Polen, gehört dem Franziskanerorden an, war bisher in Schoppernau, Schröcken und Warth tätig und gilt im Hinterwald als beliebter Seelsorger.

Im Pfarrverband Blons, St. Gerold und Thüringerberg folgt Gabriel Steiner auf Pater Christoph Müller. Der aus Nüziders stammende Priester ist wegen seiner Liebe zu den Bergen auch als “Bergpfarrer” bekannt.

Nicht überall dauerhafte Lösungen
Nicht überall gibt es eine dauerhafte Lösung: In Andelsbuch, Egg, Großdorf und Schwarzenberg übernimmt Mihai Cristian Anghel für ein Jahr die Verantwortung, unterstützt von Pater Benno Skwara aus Bezau. Der bisherige Pfarrer Friedel Kaufmann wechselt nach 18 Jahren in den Pfarrverband Schoppernau, Schröcken und Warth, den bislang Johannes Kolasa betreute. In Bludenz sind wegen der Studienfreistellung von Kaplan Jakob Geier Aushilfslösungen nötig.

Weitere Veränderungen gibt es im Pfarrverband Doren, Langen, Sulzberg und Thal, wo Pater Thombelani Mzizi auf Pater Abidon Kwabe folgt, sowie im Pfarrverband Am Kumma, wo Franz Ulbing übernimmt. In Bregenz Mariahilf geht Vikar Norman Buschauer in Pension, Kaplan Christopher Illiparmbil bleibt. Für die kroatischsprachige Gemeinde ist die Nachfolge von Juarj Kostelac noch offen.

“Epochaler gesellschaftlicher Wandel”
Die vielen Wechsel sind für die Diözese nicht nur eine Frage der Personalplanung. Pastoralamtsleiterin Petra Vonier-Pösel spricht von einem “epochalen gesellschaftlichen Wandel”. Bis 2030 gebe es einen Struktur- und Stellenplan, der die Verteilung von Priestern und gesendeten Seelsorgerinnen und Seelsorgern auf Pfarren und Seelsorgeräume nach transparenten Kriterien regle. Wie die Seelsorge nach 2030 organisiert werde, solle in den kommenden Jahren gemeinsam entwickelt werden.

Klar sei aber schon jetzt, dass sich das Berufsbild des Pfarrers verändere. “Ein Priester wird nicht mehr Priester sein können, wie das noch vor 30 Jahren möglich war”, so Vonier-Pösel. Künftig werde er stärker Menschen begleiten, die haupt- oder ehrenamtlich Verantwortung in Verkündigung und Seelsorge übernehmen. Wichtig sei, auch in Zukunft in den Kernbereichen verlässliche Ansprechpartner zu bleiben, etwa bei Lebenswenden, in Krankheit, Tod und Trauer.
91 Priester aktiv
Aktuell sind laut Diözese 91 Priester in Vorarlberg aktiv, einige davon bereits im Pensionsalter. Zehn sind unter 40 Jahren alt. Von den derzeit 54 Pfarrern sind vier jünger als 40. Unter den jungen Priestern habe rund ein Drittel Deutsch als Muttersprache, ein Drittel stamme aus Rumänien, ein weiteres Drittel aus anderen Ländern der Weltkirche.
Priester in Vorarlberg
Gegenwärtig sind laut Diözese Feldkirch 91 Priester in Vorarlberg aktiv, einige davon haben das Pensionsalter bereits erreicht. Einige von ihnen sind Ordensmänner: zum Beispiel die Einsiedler Benediktiner im Großen Walsertal, die Steyler Missionare in Dornbirn, die Franziskaner in den Klöstern in Bezau, Bludenz und Dornbirn, die Marianhiller Missionare im Vorderwald oder das Werk in Gisingen. Davon sind zehn unter vierzig Jahre alt. Als Pfarrer werden nur Priester bezeichnet, die eine Pfarre leiten – von den gegenwärtig 54 Pfarrern sind vier unter vierzig.