Ab wann ist man als Freiwilliger zu alt für das Ehrenamt?

Vorarlberg / 12.07.2026 • 08:00 Uhr
Ab wann ist man als Freiwilliger zu alt für das Ehrenamt?
Dieser Oldtimer ist nicht mehr im aktiven Dienst der Feuerwehr, übernimmt jedoch repräsentative Aufgaben. Auch für Ehrenamtliche stellt sich mit fortschreitendem Alter die Frage nach der Form des Engagements.VN/Pfefferkorn

Nicht nur das Material, sondern auch die Ehrenamtlichen können für bestimmte Organisationen in manchen Funktionen zu alt werden. Dies betrifft nicht nur die Feuerwehr, sondern auch das KIT.

Feldkirch Hilfsorganisationen in Österreich setzen stark auf das Ehrenamt. Ab wann man für das Ehrenamt zu alt ist, beschäftigt derzeit eine Organisation in Vorarlberg.

Altershürde im KIT

So gibt etwa die Österreichische Plattform Krisenintervention/Akutbetreuung die Qualitätsstandards für die inhaltliche Arbeit vor. Der Leitfaden von 2019 legt unter anderem fest, dass man für den Eintritt in ein Kriseninterventionsteam (KIT) zwischen 25 und 60 Jahre alt sein sollte.

Doch ist auch vorgesehen, dass bei Erreichen des 70. Lebensjahres ein “Zukunftsgespräch” geführt werden sollte und der Ausstieg aus der Tätigkeit geplant wird. Nur in Vorarlberg fand dies bislang nicht statt. Das 1999 gegründete KIT Vorarlberg soll sich nun den Standards anpassen: “Die Trägervertreter haben sich geeinigt, die Richtlinien in absehbarer Zeit zu überarbeiten”, räumt KIT-Koordinator Thomas Stubler gegenüber den VN ein.

Vorarlberg muss Standards anpassen

Dies wurde intern kommuniziert und kam für manche überraschend. Aus dem Umfeld der ehrenamtlichen Akutbetreuer dringen Stimmen zu den VN, dass sich diese Vorgabe wie eine Aussortierung von erfahrenen und engagierten Ehrenamtlichen anfühle.

Ab wann ist man als Freiwilliger zu alt für das Ehrenamt?
Thomas Stubler betont, dass man sich erst am Anfang eines Prozesses befinde.privat/Thomas Stubler

Ein Bild, das Stubler so nicht stehen lassen will. So verabschiede man niemanden gegen seinen Willen in den Zwangsruhestand. In einer Arbeitsgruppe soll erst einmal in einem breit angelegten Beteiligungsprozess eine Übergangsregelung ausgearbeitet werden und welche Rollen sich innerhalb der Organisation abseits des aktiven Diensts ergeben könnten. Darüber hinaus gebe es weder einen Zeitplan noch eine weiterführende Entscheidung.

Jeder zweite Österreicher lebt Ehrenamt

Das Ehrenamt darf nicht unterschätzt werden: Laut dem Sozialministerium sind 53,1 Prozent der 50 bis 59-Jährigen in der Freiwilligentätigkeit aktiv – über 60 Jahre rutscht der Anteil auf unter 48 Prozent. 30,4 Prozent aller ehemaligen Ehrenamtlichen gaben Altersgründe für die Beendigung der Tätigkeit an.

Es ist nicht unüblich, dass stark ehrenamtlich organisierte Einsatzorganisationen wie die Feuerwehren und das Rote Kreuz ein Höchstalter für den aktiven Dienst vorgeben. Mit dem Alter nehmen die Sehstärke und das Kontrastsehen ab, aber auch das Hörvermögen und Richtungshören sowie die Reaktionsgeschwindigkeit allgemein.

Rotes Kreuz bis 65

Beim Roten Kreuz muss ab dem 65. Lebensjahr der Arzt die gesundheitliche Eignung zum aktiven Rettungsdienst nachweisen, die Eignung der 1200 Freiwilligen sei nicht nur vom Alter abhängig. “Entscheidend für die Ausübung einer Tätigkeit sind daher nicht primär das Lebensalter, sondern die gesundheitliche Eignung und die konkreten Anforderungen des jeweiligen Engagementbereichs”, erklärt Daniel Peter von der Personalabteilung des Roten Kreuzes. Gerade im Rettungsdienst muss die physische und psychische Belastbarkeit gegeben sein. Derzeit sind 22 Sanitäter älter als 65 Jahre aktiv, die sich vor allem im Bereich der Ausbildung, Blutspendeaktionen oder als Sanitätsdienst bei Veranstaltungen einbringen.

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Beim Roten Kreuz wird ab dem 65. Lebensjahr die Frage der weiteren Eignung gestellt.APA

60plus bei der Feuerwehr

Die Feuerwehren haben ein Höchstalter von 60 Jahren für den aktiven Dienst. Mit der Initiative “60plus” gibt es nicht nur einen Lehrgang des Verbandes, sondern auch Bemühungen der einzelnen Wehren, diese Altersgruppe auch im Passivdienst in den Feuerwehralltag einzubinden. “Diese Altersgruppe ist für uns sehr wichtig, da hier ein enormer Erfahrungsschatz, wichtige Wissensträger und zumeist höhere Zeitressourcen und Verfügbarkeiten vorhanden sind”, betont Markus Beck vom Landesfeuerwehrverband. Denkbar sind hier Aufgaben in der Florianistation, in der Aus- und Weiterbildung oder in der Organisation.

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