In Liechtenstein sind offene Flammen verboten, in Vorarlberg gibt es Tipps

Vorarlberg / 12.07.2026 • 15:01 Uhr
In Liechtenstein sind offene Flammen verboten, in Vorarlberg gibt es Tipps
Waldbrände, wie hier in Nüziders 2015, fordern die Feuerwehren.VOL/Pletsch

Es ist das trockenste Frühjahr der österreichischen Messgeschichte, die 1767 begann. Entsprechend hoch ist die Waldbrandgefahr. In Liechtenstein sind Feuer im Freien absolut verboten.

Dornbirn, Vaduz Aufgrund der seit April anhaltenden außerordentlichen Trockenheit gilt seit Ende Juni erhöhte Waldbrandgefahr in Vorarlberg. Im benachbarten Liechtenstein spricht man seit dieser Woche bereits von einer sehr großen Brandgefahr. Seit dem 8. Juli gilt daher im Fürstentum ein absolutes Feuerverbot im Freien. Verboten sind Feuerschalen, Kerzen, Holz- und Kohlegrills, im Wald herrscht Rauchverbot. Selbst Gas- und Elektrogrills dürfen nur außerhalb von Wäldern mit ausreichend Bodenabstand auf einem nicht brennbaren festen Untergrund betrieben werden.

In Liechtenstein sind offene Flammen verboten, in Vorarlberg gibt es Tipps
Bundesamt für Umwelt BAFU

Verhaltensvorgaben

Das Land Vorarlberg, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) und der Waldverein rufen zu besonderer Vorsicht auf. “Die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden zählt zu den anspruchsvollsten Einsätzen unserer Feuerwehren”, sagt Landesrat Christian Gantner.

So vermeiden Sie Flur- und Waldbrände

  • Kein Feuer im Wald und in Waldnähe
  • Kein Feuer in Schilf- und Uferzonen
  • Keine brennenden oder glimmenden Gegenstände wie Zündhölzer, Zigaretten usw. wegwerfen
  • Sorgsamer Umgang mit offenem Feuer beim Grillen sowie bei Lager- und Brauchtumsfeuern
  • Bei Rauchentwicklung oder Verdacht auf einen Wald- oder Vegetationsbrand sofort den Feuerwehr-Notruf 122 wählen.

Viele Waldbrände gehen auf menschliches Verhalten zurück. Die Bevölkerung wird ersucht, sowohl in Wäldern als auch in Schilf- und Uferzonen keine Feuer zu entfachen. Brennende oder glimmende Gegenstände sollten nicht weggeworfen werden, und ein sorgsamer Umgang bei offenen Flammen sollte gepflegt werden, sei es beim Grillen oder auch bei Lagerfeuern. Bei Rauchentwicklung oder Verdacht auf einen Wald- oder Vegetationsbrand soll sofort der Feuerwehr-Notruf 122 gewählt werden.

In Liechtenstein sind offene Flammen verboten, in Vorarlberg gibt es Tipps

Erinnerung an Großbrand in Bings

Wie schnell ein Feuer außer Kontrolle geraten kann, zeigt ein Blick in die Vorarlberger Vergangenheit. Im Gebiet Gasünd in Bings kam es Ende Oktober 1989 zu einem Großbrand, vermutlich durch Funkenflug einer defekten Lokomotive. Rund 20 Hektar Fläche waren betroffen. Mehr als 800 Einsatzkräfte von 37 Feuerwehren, das Bundesheer, die Bergrettung Bludenz sowie zwei ÖBB-Löschzüge standen damals im Einsatz. Die Wiederherstellung der zerstörten Schutzwaldfläche dauerte Jahre und erforderte umfangreiche Aufforstungen, Sicherungsmaßnahmen und Investitionen in Millionenhöhe.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Auch die Feuerwehren sind gefordert: Insgesamt wurden über den Landesfeuerwehrverband allein 2024 und 2025 über 720.000 Euro in Spezialgeräte, Ausrüstung und Ausbildungen für die zwei Stützpunkte für die bodengebundene Waldbrandbekämpfung investiert. Die Feuerwehren Bürs und Bings-Stallehr bilden den Stützpunkt Süd, die Feuerwehr Bezau den Stützpunkt Nord.