Nach dem Sozialjahr wollen zwei Drittel im Sozial- oder Bildungsbereich bleiben

Vorarlberg / 12.07.2026 • 12:10 Uhr
Freiwilliges-Soziales-Jahr-105-Jugendliche-Abschluss-2026.jpg
64 weibliche Teilnehmerinnen, 40 männliche Teilnehmer sowie eine diverse Person erhielten am Freitagabend ihre Abschlussurkunden in Klaus. Christian Lins

105 junge Menschen haben in Vorarlberg ihr Freiwilliges Soziales Jahr abgeschlossen. Für viele war es mehr als ein Orientierungsjahr: Zwei Drittel wollen nun einen sozialen oder pädagogischen Beruf ergreifen.

Klaus 105 Jugendliche und junge Erwachsene haben in Vorarlberg ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) abgeschlossen. Bei einer Feier im Winzersaal in Klaus erhielten sie am vergangenen Freitag ihre Zertifikate. Für viele war das Jahr zugleich die Weichenstellung für ihren weiteren Berufsweg: Zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen wollen künftig im Sozialbereich oder in der Pädagogik arbeiten.

Freiwilliges-Soziales-Jahr-Abschluss-2026-Juergen-Burger.jpg
Volles Haus: Geschäftsführer Jürgen Burger von der Sozialen Berufsorientierung Vorarlberg begrüßte 105 Jugendliche und junge Erwachsene zur Abschlussveranstaltung des Freiwilligen Sozialen Jahres.Christian Lins

Seit September waren die Teilnehmenden in Einrichtungen der Kinderbetreuung, Altenpflege oder Behindertenhilfe im Einsatz. 40 von ihnen planen nun eine soziale Ausbildung, weitere 26 wollen Lehrerinnen oder Lehrer werden oder eine Ausbildung in der Elementarpädagogik absolvieren. Die übrigen Absolventinnen und Absolventen schlagen unterschiedliche berufliche Wege ein oder nutzen die Erfahrungen aus dem Sozialjahr für ihre weitere Orientierung.

3000 junge Menschen absolvierten FSJ

“Das Freiwillige Soziale Jahr ist viel mehr als ein Hineinschnuppern. Die jungen Menschen spüren, wie schön die Arbeit für und mit anderen Menschen ist. Wir gewinnen sie für jene Berufe, in denen sie dringend gebraucht werden”, sagt Jürgen Burger, Geschäftsführer der Sozialen Berufsorientierung Vorarlberg (SBOV), die das Programm organisiert. Helena Tuider und Miriam Hoffelner vom Sozialministerium, Caritas-Direktor Walter Schmolly und die Geschäftsführerinnen des IfS und der Lebenshilfe, Martina Gassner und Michaela Wagner-Braito, übergaben die Auszeichnungen.

Freiwilliges-Soziales-Jahr-Abschluss-2026-SBOV.jpg
Helena Tuider und Miriam Hoffelner vom Sozialministerium, Caritas-Direktor Walter Schmolly, und die Geschäftsführerinnen des IfS und der Lebenshilfe, Martina Gassner und Michaela Wagner-Braito, übergaben die Auszeichnungen.Christian Lins

Das FSJ gibt es in Vorarlberg seit 1997. Seither haben fast 3000 Jugendliche und junge Erwachsene das Angebot zur Berufsorientierung genutzt. Die meisten sind zwischen 17 und 24 Jahre alt. Für ihren Einsatz erhalten sie derzeit ein monatliches Taschengeld von 535 Euro und absolvieren begleitend ein Schulungsprogramm. Das Sozialjahr kann zudem als Zivildienst angerechnet werden.

Das FSJ wird vom Land Vorarlberg finanziell unterstützt, der Bund stellt den rechtlichen Rahmen über das Freiwilligengesetz bereit. Das Land fördert heuer die Kursbegleitung von rund 100 Teilnehmenden mit bis zu 110.000 Euro und unterstützt zudem Schulen, die als Einsatzstellen fungieren. Bei der Abschlussfeier in Klaus berichteten Teilnehmende laut Veranstalter, das FSJ sei die beste Entscheidung ihres bisherigen Lebens gewesen.

Freiwilliges Sozialjahr


Das FSJ in Vorarlberg wird primär durch das Land Vorarlberg finanziert. Der Bund stellt den rechtlichen Rahmen (Freiwilligengesetz) bereit und gewährt die Familienbeihilfe weiterhin. Träger ist die Soziale Berufsorientierung Vorarlberg GmbH (SBOV).