Erste Gemeinden bitten, Wasser zu sparen: So steht es um das Trinkwasser in Vorarlberg

Nicht nur im Bodensee und Bächen fehlt Wasser, auch die Quellen schütten weniger Wasser aus. Der Ausblick ist wenig aufbauend.
Dornbirn, Egg Ohne Regen trocknen nicht nur kleinere Bäche aus, auch das Grundwasser geht zurück – und damit auch Quellwasser. 99 Prozent des Trinkwasserbedarfs werden über das Grund- und Quellwasser gestillt. Und vor allem die Quellen liefern derzeit wenig Wasser.
So trocken ist das erste Halbjahr 2026 in Österreich
Österreich hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Regen bekommen als üblich. Laut GeoSphere Austria lag das Minus bundesweit bei 27 Prozent, ähnlich trocken war es zuletzt 2003 und 1993. Vom Walgau und dem Montafon in Vorarlberg über den Salzburger Flachgau, das Innviertel bis zum Wald- und Weinviertel, dem Wiener Becken und Teilen des Burgenlandes ist es aber so trocken wie seit 1885 nicht mehr.
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Quellen liefern wenig Wasser
Betroffen sind derzeit vor allem der westliche Bregenzerwald, hier liefern mehrere Quellen derzeit deutlich weniger Wasser als gewohnt. In Egg und Dornbirn wurde bereits reagiert: Die Bregenzerwälder Gemeinde bittet, auf die Bewässerung von Rasenflächen und das Befüllen von Schwimmbädern zu verzichten, um Trinkwasser zu sparen. Auch das Bewässern von Gärten sollte auf das Minimum reduziert werden. Denn die Wasserreserven litten unter der anhaltenden Trockenheit. “Auch der Zulauf von der Gemeinde Schwarzenberg ist derzeit stark reduziert, da dort die Wasserreserven ebenfalls knapp sind”, warnt Egg.
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Auch Dornbirn bezieht normalerweise 35 Prozent des Trinkwassers aus den Quellen rund um das Ebnitertal. 50 Prozent des Wasserbedarfs werden über den Trinkwasserverband Rheintal und dessen Pumpwerk bei Mäder gedeckt. Derzeit müssen von dort 80 Prozent des Trinkwassers nach Dornbirn gepumpt werden, da die Quellen nicht ausreichend Wasser liefern. Gleichzeitig stieg der Verbrauch von 10.000 auf 14.000 Kubikmeter Wasser am Tag.
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Auch kurze, starke Regenfälle sind nur bedingt hilfreich: Da Regenfälle auch Dreckwasser in die Quellen spülen, müssen diese dann kurzzeitig vom Netz genommen werden. Gärten sollten möglichst nur in den frühen Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr bewässert werden, um Verdunstung zu reduzieren. Während die Stadt selbst die Straßenreinigung und das Benetzen der Grünflächen einstellt, bittet sie, auf das Befüllen von Pools und Autowäschen nach Möglichkeit zu verzichten.
Ratschläge der Gemeinden
- Rasenflächen nicht bewässern, Gärten und Blumenbeete eher in den frühen Morgenstunden. Dann verdunstet weniger Wasser. Dennoch auch hier sparsam vorgehen.
- Pools und Schwimmbäder nicht nachfüllen
- Auf Autowäschen verzichten
Trinkwasser ist derzeit jedoch nicht knapp, betonen Dornbirn und auch die Wasserwirtschaft des Landes. Man habe aber am Dienstag die erste Quelle verzeichnet, die neue Niedrigstwerte bei der Ausschüttung von Wasser erreichte. Trinkwassermangel bedeute dies aber nicht: “Fallweise werden dabei die von der Wasserwirtschaft forcierten Notverbünde, beispielsweise in Langen bei Bregenz, genutzt, um geringere Quellschüttungen auszugleichen.”
Grundwasserreserven
Ein Blick in die Grundwasserkarte der Wasserwirtschaft ist jedoch wenig aufbauend. Von den rund 350 Messstellen liefert weniger als die Hälfte automatisiert tägliche Messwerte. Keine Messstelle mit Datenübertragung meldete am Mittwoch einen Normalstand zurück. 57, etwa ein Drittel, liegen unter dem Mittelwert, 93 liegen unter dem je an diesem Tag gemessenen Minimalwert. Sieben Messpunkte haben den niedrigsten Wert überhaupt erreicht.
Die wärmsten Jahre in Österreich seit 1768 in absteigender Reihenfolge
2024, 2023, 2018, 2014, 2022, 2019, 2015, 2025, 2020, 1994, 2007, 2016, 2000, 2002, 2008, 2017, 2011, 2012, 2009, 1822, 2013, 1992, 1797, 2003, 2021, 1811 und 1794.
Beim Land sieht man dennoch keinen Grund für Panik: “Die Grundwasserressourcen weisen trotz der aktuell niedrigen Grundwasserstände eine ausreichende Ergiebigkeit auf”, betont das Land. Denn für die Trinkwassernutzung wird nur ein geringer Teil des Grundwasserkörpers genutzt. Hier helfe auch, dass seit Jahren in das Trinkwasservorsorgekonzept investiert wird. Mit Ausweichquellen, etwa dem Brunnen Nofler-Au, und besagten Notverbünden mit Nachbargemeinden sorge man für ein zweites Standbein. Auch auf den Alpen ist die Wasserversorgung derzeit gesichert.
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Grundwasser bleibt rückläufig
Der Ausblick zeigt die Notwendigkeit: Der Klimastatusbericht 2025 prognostiziert je nach Szenario für Kärnten und Vorarlberg einen Rückgang der Grundwasserreserven um bis zu 30 Prozent bis 2050. Besorgniserregender wird es für mehrere Grundwasserkörper von Kärnten über Steiermark bis Burgenland: Sie drohen, bis 2027 nicht mehr in einem “guten mengenmäßigen Zustand” zu sein.