Was hinter den fast gleichen MGA von Norbert und Andreas Ender steckt

Seit Jahrzehnten schlägt das Herz von Norbert Ender für britische Sportwagen. Heute teilt der 85-Jährige diese Leidenschaft mit seinem Sohn Andreas. Gemeinsam starten sie am 30. August bei der Benefizfahrt “drive2help”.
Hohenems Wenn Norbert Ender (85) und sein Sohn Andreas (57) ihre beiden MGA der ehemaligen Autoschmiede MG aus der Garage holen, unterscheidet die beiden fast nur die Farbe: Die Sportwagen sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Der eine (Baujahr 1959) strahlt in edlen Weiß, der andere in dem für englische Rennautos klassischen British Racing Green. Während zwischen den Baujahren der beiden britischen Roadster nur zwei Jahre liegen, liegen zwischen ihren Besitzern fast drei Jahrzehnte. Ende August werden Vater und Sohn mit ihren Fahrzeugen wieder an der Benefizfahrt drive2help teilnehmen.

“Es geht nicht nur um schöne Autos, sondern vor allem darum, gemeinsam etwas Gutes zu tun”, sagt Initiator Hans-Peter Schuler. Bereits zum 13. Mal organisiert er am Sonntag, 30. August, die Ausfahrt, bei der Old- und Youngtimerfreunde für einen karitativen Zweck durch Vorarlberg fahren.

Erstmals erfolgt der Start heuer in Zwischenwasser, wo die Oldtimerfreunde Zwischenwasser die Teilnehmer empfangen. Von dort führt die Route durch den Walgau zum Muttersberg.

Die Begeisterung für historische Fahrzeuge begleitet Norbert Ender schon seit seiner Jugend. Mit einem Austin Healey begann in den 1960er-Jahren seine Liebe zu britischen Fahrzeugen: “Der Sportwagen ist mir nie aus dem Kopf gegangen”, erzählt er. Als Familie und Alltag wichtiger wurden, verschwand der Zweisitzer wieder. Der Traum aber blieb.

Erst mit der Pension erfüllte er sich diesen schließlich. “Ich habe mir gedacht: Was mache ich jetzt mit der ganzen Freizeit? Dann kaufe ich mir noch einmal so einen Sportwagen.” Im Internet entdeckte er schließlich seinen weißen MGA, der zuvor einem Gestütsbesitzer im Odenwald gehört hatte. Heute zählt das Modell zu den großen Schätzen seiner Sammlung. Wobei “Sammlung” bei Norbert Ender weit über Autos hinausgeht. In seiner Garage und seinem Haus finden sich rund ein Dutzend historische Fahrräder, darunter ein motorisiertes Waffenrad, sowie rund 300 Paar alte Ski. Das älteste Paar stammt aus dem Jahr 1895. “Ich liebe einfach alte Sachen”, verrät er.



Auch Sohn Andreas war schon früh von alten Fahrzeugen fasziniert. Nach Käfern und einem Buckel-Volvo fand schließlich auch er seinen MGA – einen 1961 gebauten Roadster, der zuvor jahrzehntelang in Kalifornien gestanden hatte. “Ich bin aber kein Schrauber”, sagt der Künstler mit einem Schmunzeln. “Ich will einsteigen und losfahren.”


Gerade dieses unmittelbare Fahrerlebnis macht für Vater und Sohn den Reiz der Oldtimer aus. Moderne Assistenzsysteme sucht man vergeblich. “Kein ABS, keine Servolenkung, sondern man fährt das Auto noch selbst”, sagt Andreas Ender. Die beiden genießen gemeinsame Ausfahrten ebenso wie Treffen mit Gleichgesinnten. Andreas gründete aus diesem Grund vor einigen Jahren die Interessengemeinschaft “Freunde Marken unabhängigen Altmetalls”.

Das Startgeld beträgt heuer – auf Wunsch vieler Teilnehmer erhöht – 30 Euro pro Auto beziehungsweise 15 Euro pro Motorrad. „Uns ist wichtig, dass jeder gespendete Euro in Vorarlberg bleibt und Menschen in Not zugute kommt“, sagt Initiator Schuler. Wer den diesjährigen Spendenerlös erhält, wird traditionell erst nach der Benefizfahrt bekannt gegeben.
13. Drive2help
Wann: Sonntag, 30. August, 9 Uhr.
Anmeldung: Wer mit seinem Old- oder Youngtimer teilnehmen möchte, kann sich per E-Mail an hps@vol.at anmelden. Die Anmeldung ist nach Vorabüberweisung des Startgeldes gültig (IBAN: AT39 2060 4000 0012 3000). Benefizgebühr: 30 Euro/Auto, 15 Euro/Motorrad.
Treffpunkt: Zwischenwasser Hauptstraße.
Ziel: Muttersberg-Bahn Bludenz.