Hitze macht Wildtieren zu schaffen: “Jungvögel springen verzweifelt aus ihren Nestern”

Der außergewöhnlich heiße Sommer bringt die Vorarlberger Wildtierhilfe an ihre Grenzen. Vor allem Mauersegler landen derzeit in der Obhut der Helfer.
Dornbirn Österreich hat den viertwärmsten Juli der 260-jährigen Messgeschichte hinter sich, und ein Ende der Hitze ist vorerst nicht in Sicht. Die anhaltend hohen Temperaturen wirken sich nicht nur auf Landwirtschaft und Gewässer, sondern auch auf die Tierwelt aus. Für die Vorarlberger Wildtierhilfe bedeutet das Hochsaison.

“Es ist schon ein Ausnahmejahr”, sagt Wildtierhilfe-Obfrau Katharina Feurstein. Begonnen habe die Saison im April mit den Frühbrütern noch weitgehend normal. Mit den hohen Temperaturen im Juni änderte sich die Situation jedoch schlagartig, wie Feurstein berichtet. “Das hat sich auch an der Vielzahl der Anrufe bemerkbar gemacht, die bei uns eingegangen sind. Wir bekommen bei dieser Hitze etwa 40 Anrufe täglich.”

Besonders betroffen seien Gebäudebrüter wie Mauersegler. “Sie ziehen ihre Jungtiere unter Dachziegeln auf. Dort werden die Nester im Hochsommer kochend heiß. Das hat zur Folge, dass die Tiere aus Verzweiflung aus den Nestern springen, um dem Hitzetod zu entkommen”, erzählt die diplomierte Tierpflegerin.
“Das bedeutet den sicheren Tod”
Für die Wildtierhilfe, die das ganze Jahr über auf Spenden angewiesen ist, bedeutete das eine Flut an Einsätzen. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mussten ihre Kräfte bündeln, um die vielen Jungvögel versorgen zu können. Die Mauersegler zählen zu den Dauerfliegern und verbringen den Großteil ihres Lebens in der Luft. “Wenn Mauersegler einmal am Boden sind, bedeutet das ihren sicheren Tod, da die Muttertiere die Jungvögel nicht versorgen können. Wir versuchen natürlich, jedem Tier zu helfen.”

Zeitweise hat der Verein bis zu 50 Mauersegler gleichzeitig versorgt. Die Pflege der Tiere ist sehr aufwendig. “Jedes Jungtier muss zwischen acht und zehn Mal am Tag gefüttert werden. Da sind wir richtig am Rotieren”, sagt Feurstein.

Der enorme Arbeitsaufwand hat auch Auswirkungen auf die neue Wildtierstation in Dornbirn. Der geplante Einzug musste verschoben werden. “Wir wurden regelrecht überrollt, dazu kam, dass die Volieren noch nicht ganz fertig errichtet sind”, berichtet Feurstein. Schon in wenigen Wochen soll in der Station der Betrieb aufgenommen werden. Sie ist die erste offizielle Anlaufstelle für Wildtiere in Vorarlberg und wurde neben dem Tierheim in Dornbirn errichtet.
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