Hiobsbotschaft in der Schetteregg – für diesen Winter und darüber hinaus

Noch vor wenigen Wochen galt das Familienskigebiet im Bregenzerwald als gerettet. Nun im August sind die Vorzeichen aber wieder düster.
Egg Eigentlich sollte die Zukunft des Skigebiets Schetteregg mehr oder weniger in trockenen Tüchern sein. Im März entschied sich die Genossenschaftsversammlung der Alpe Gemeine Brongen beinahe einstimmig, den angestrebten Sommerbetrieb inklusive Bikepark zu unterstützen. Die anderen Alpen in dem Gebiet hatten das Konzept bereits zuvor mitgetragen. Nun ist alles wieder in der Schwebe.
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In einer außerordentlichen Vollversammlung am 10. August hätte die Genossenschaft der Alpe Gemeine Brongen den inzwischen ausgehandelten Verträgen zustimmen sollen. “Am 14. Juli wurden sämtliche noch offenen Vertragsinhalte gemeinsam mit dem gesamten Vorstand und dem Bewirtschafter abschließend vereinbart und per Handschlag bestätigt”, informiert Jürgen Sutterlüty vergangene Woche alle Stakeholder. Rund 70 Verträge sind mit Grundeigentümern und den anderen drei Alpen fix und fertig. Dies seien die letzten Verträge gewesen, die auf die nächsten 20 Jahre den Betrieb in der Schetteregg gesichert hätten. Dennoch fehlten wenige Prozent auf die notwendige Zweidrittelmehrheit.

Kein Winterbetrieb oder Wegpflege
Die Konsequenz ist nicht nur, dass der geplante Sommerbetrieb als Bikepark auf Eis liegt. “Mit dem Winter allein ist Schetteregg nicht überlebensfähig, das ist außer Diskussion”, erklärt Jürgen Sutterlüty gegenüber den VN. “Das wird wirtschaftlich nicht funktionieren.” Entsprechend wird das Skigebiet auch im Winter nicht öffnen. Der langjährige Geschäftsführer Hannes Waldner bestätigt, dass derzeit keine Wintersaison vorbereitet wird. “Dies bedeutet, dass wir beispielsweise kein Öl einlagern. Auch müssen wir die bereits getätigten Reservierungen stornieren”, verweist er auf die etwa 40 Betten, die über das Skigebiet bewirtschaftet werden.

Wenn das Familienskigebiet geschlossen bleibt, hat dies Folgen über den Liftbetrieb hinaus, verdeutlicht Waldner. So erhalten die Liftmitarbeiter auch Winterwanderwege oder übernehmen den Räumdienst in der Schetteregg. Ohne Liftbetrieb wird dies nun auch liegen bleiben. Hinzu kommen Skischulen, Gastronomie und Handel im Bregenzerwald. “Wir kommunizieren seit dem ersten Tag klar und unmissverständlich: Einen Winterbetrieb wird es nur gemeinsam mit einem tragfähigen Sommerbetrieb geben”, macht Sutterlüty klar.
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Alle bereit für Gespräche
“Ich bin überzeugt vom Konzept, überzeugt von der Schetteregg”, steht ein Verkauf der Liftgesellschaft für Sutterlüty nicht zur Debatte. Allein die Einreichung der Wegstrecke umfasse 60 Seiten, 50 Adaptierungen wurden auf Wunsch der Partner in der Schetteregg gemacht. Er sei für weitere Gespräche offen, fordere jedoch “Fairness” in den Verhandlungen ein.

Aus der Alpgenossenschaft ist zu erfahren, dass es bei den Kritikern anhaltende Bedenken zur Vereinbarkeit von Landwirtschaft und Bikepark wie auch zur Laufzeit der Verträge gäbe. Der Sinn einer Alpe sei in erster Linie die gemeinsame Bewirtschaftung als Landwirtschaft, dem müsse sich der Bikepark aus ihrer Sicht unterordnen. Man stehe auch weiterhin für Gespräche zur Verfügung.
Insolvenz abgewendet
Ende Mai 2025 wurde über die Egger Liftgesellschaft ein Insolvenzverfahren eröffnet. Mit ein Grund war, dass die Gesellschafter sich auf kein Sommerbetriebskonzept einigen konnten, aber der Winterbetrieb nicht mehr kostendeckend möglich war. Sutterlüty hatte sich unter Vorbehalt für die Übernahme des Skiliftunternehmens in der Schetteregg zur Verfügung gestellt und finanzierte den Winterbetrieb 2025/26. Mitte Juni schien der Eigentümerwechsel endlich in trockenen Tüchern zu sein.
Bis Oktober ist noch Zeit für eine Lösung: Waldner gibt eine zweimonatige Vorlaufzeit für einen funktionierenden Winterbetrieb an.