“Ich hoffe auf schlechtes Wetter” – Die Flugshow in Altenrhein hat nicht nur Freunde

Die Flugshow zum hundertjährigen Jubiläum des Flugfelds Altenrhein hat auf beiden Seiten des Rheins nicht nur Befürworter.
Altenrhein “Für uns war es frustrierend, dass das Land Vorarlberg bei der Flugshow erstmals gegen die Gemeinden entschieden hat”, räumt Cécile Metzler von der Aktion gegen Fluglärm (AgF) ein. Man sehe ja ein, dass das hundertjährige Jubiläum gefeiert werden will. “Ich verstehe auch die Faszination für das Fliegen an sich”, erklärt die 77-Jährige. Aber in Zeiten von Krieg in Europa und sichtbarem Klimawandel eine dreitägige Flugshow mit Militärmaschinen abzuhalten, empfinde sie als pietätlos.

Die AgF stemmt sich seit 40 Jahren gegen die Auswirkungen des Flugverkehrs im Rheintal. Man hätte es begrüßt, wenn die Flugshow sich auf zwei Tage beschränkt hätte; statt Militärflugzeugen hätte auch der Zeppelin eine tragendere Rolle einnehmen können. So stelle die Flugshow eine große Belastung für Anrainer und Umwelt dar. Hinzu kommt das Risiko von Unfällen.
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100 Jahre Flugfeld
Das Flugfeld Altenrhein nahm seine Anfänge vor 100 Jahren. Da der Versailler Vertrag Deutschland den Bau von Flugzeugen verbot, wich Dornier über den Bodensee nach Altenrhein aus. Bereits seit 1927 wird die Testflugbahn des Dornier-Werks für kommerzielle Flüge genutzt, seit 2010 ist es der Heimatflughafen der People’s Viennaline.

Offiziell ist es bis heute ein Flugfeld, da die Konzessionierung als Flughafen bislang nicht stattfand. Dies hängt auch mit dem Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Österreich zusammen. Dieser regelt die Belange des Flughafens, da die Einflugschneise in österreichischem Hoheitsgebiet liegt. Auf dessen Basis hat Österreich das letzte Wort beim Flugverkehr in Altenrhein und damit auch bei Flugshows. Wien folgte dabei bislang den Wünschen des Landes Vorarlberg; dieses übernahm die Haltung der vom Flugverkehr betroffenen Rheindeltagemeinden. Diese waren immer verlässlich gegen eine Ausweitung des Flugverkehrs. Entsprechend waren die Gemeinden gegen die Flugshow im geplanten Ausmaß, das Land und damit Österreich stimmten heuer jedoch zu.
Unglückliche Anrainergemeinden
Sehr zum Unmut in den Rheindeltagemeinden. “Die Enttäuschung ist natürlich nach wie vor groß, dass die Landesregierung entgegen der Meinung der Anrainergemeinden diese Show zugelassen hat”, bestätigt Philip Schlegel. Er ist seit 2025 über eine ÖVP-nahe Bürgerliste Bürgermeister von Gaißau.
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In ihrer Stellungnahme sprachen sich die Bürgermeister vor allem dagegen aus, dass die Patrouille Suisse der Schweizer Luftwaffe ihre Flugeinlage über dem dicht verbauten Rheindelta und dem dortigen Natura-2000-Schutzgebiet abhalten wird. “Nach der Entscheidung hat sich nicht mehr viel getan”, lässt Schlegel keine Aussprache mit dem Land erahnen.
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Und es gibt auch Stimmen aus den Gemeinden, die sich am Auftritt von Militärmaschinen zu Unterhaltungszwecken stoßen. “Höchste Zeit”, eine Bürgerinitiative und Gemeindepartei in Höchst, stimmt in die Kritik der Schweizer AgF und der Bürgermeister ein. Man zeige sich irritiert vom Umgang des Landes mit den Gemeinden, kritisiert man per Leserbrief die Landesregierung. “Die Entscheidung für diese Flugshow hinterlässt bei uns daher nicht nur Unverständnis, sondern vor allem große Enttäuschung über den Umgang des Landes mit den berechtigten Sorgen und dem Vertrauen der betroffenen Region.”
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Die Schweizer Grünen der Region Rorschach planen eine Mahnwache für den Klimaschutz am Flughafen, faktisch als Demonstration gegen die Flugshow. Und Metzler: “Ich persönlich hoffe auf schlechtes Wetter.” Sie hält die Hoffnung hoch, dass es die letzte Flugshow in Altenrhein sein wird.