Aus für legendäre Vorarlberger Diskothek: “Es wird sicher emotional werden”

37 Jahre lang lockte das Lokal Nachtschwärmer aus ganz Vorarlberg an. Am Wochenende wird zum Abschied groß gefeiert.
Röthis In den Räumen einer ehemaligen Waschmittelproduktionsfirma in Röthis nahm 1989 die Geschichte eines Clubs ihren Anfang, der zum Treffpunkt für Nachtschwärmer aus dem ganzen Land wurde. Seinen Namen wechselte das Lokal dabei mehrmals – von Starlight über Kiew und Jimmys Palace bis zu A14, Dos Manos und K-Shake. Als Thomas Krobath das Lokal vor 22 Jahren übernahm, war “New Noise” von Refused sein erster Song am DJ-Pult. Nun, 37 Jahre nach der Eröffnung, steht das endgültige Aus bevor. Und zum Abschied soll sich der Kreis schließen: “New Noise” wird am kommenden Wochenende auch der letzte Song sein, der im “Shake” erklingt.

Dass die Zeiten schwieriger werden würden, zeichnete sich für Thomas Krobath schon lange vor der Corona-Pandemie ab. “Seit 2014 ist es eigentlich nur noch bergab gegangen”, bedauert der Gastronom. Bereits 2017 versuchte er deshalb, das Lokal zu verkaufen – ohne Erfolg. Also investierte er erneut, baute den Club zwischenzeitlich zur “Vabrik” um. “Die Corona-Pandemie war schließlich der Todesstoß”, sagt Krobath.

Doch die Pandemie war für ihn nur ein Teil des Problems. Vor allem Smartphones und soziale Medien hätten das Ausgehverhalten junger Menschen verändert. Heute werde anders gefeiert als noch vor zehn oder 20 Jahren. “Man lernt sich auf Tinder kennen und wird durch Instagram, Snapchat, YouTube und Co. unterhalten – da ist eine Diskothek für viele zweitrangig. Da gibt es auch wissenschaftliche Studien dazu. Das ist ein Phänomen, das in ganz Europa verbreitet ist”, erläutert der 48-Jährige.

Für Krobath, der in der Vergangenheit mehrere Lokale im ganzen Land geführt hat, ist das Ende seines “Shake” ein Wechselbad der Gefühle. “Einerseits fällt eine schwere Last von meinen Schultern, andererseits war es mein berufliches Leben. Es ist das, was ich mache, was ich kann und was ich gerne tue.” Das Gebäude soll laut Krobath vom Inhaber ausgehöhlt und an eine gewerbliche Firma vermietet werden. “Es könnte auch sein, dass man es abreißt, sollte sich niemand finden.”

In seinen 22 Jahren im “Shake” hat Krobath viele Höhepunkte erlebt. Besonders zwischen 2007 und 2012 jagte ein Partyhighlight das nächste. Große Namen wie die Fäaschtbänkler oder DJ Antoine lockten mehr als 3000 Besucher auf den “Shake”-Parkplatz. Zu seinen persönlichen Erfolgen zählt Krobath aber nicht nur volle Tanzflächen. Auch die Abschaffung der Kriegsopferabgabe war für ihn ein Meilenstein. 18 Jahre lang habe er dafür gekämpft, dass sie abgeschafft wird. “Zehn Prozent vom Eintritt musste man abdrücken – das war enorm viel.” Dass die Landesregierung die Abgabe im Juni 2020 abschaffte, sieht Krobath als Erfolg für die gesamte Nachtgastronomie.
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Auch in Zukunft möchte er der Branche treu bleiben. Im Echo Club in Rankweil wird er künftig seine “Wohlfühlevents” veranstalten, dazu zählen der Jugendtanz für 13- bis 15-Jährige, das Ü40-Clubbing, bei dem er selbst als DJ auflegt, und der Ü60-Seniorentanz. “Das sind einfach tolle Events”, schwärmt er.

Zum Abschied hat sich der Diskobetreiber noch einmal ein besonderes Programm einfallen lassen. Drei Tage lang öffnet das “Shake” ein letztes Mal seine Türen. Am Donnerstag sind 13- bis 15-Jährige zum Tanzen eingeladen, am Freitag steigt die letzte 16-plus-Party. Den Abschluss bildet am Samstag die große Abschiedsparty auf vier Floors: Mainstage, Alternative-Stage, Techno- und Latino-Floor. Für Krobath dürfte es dabei auch ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern geben. “Es wird sicherlich emotional werden. Ich freue mich darauf, viele Menschen wiederzusehen, die hier früher ihre Nächte verbracht haben.”
Tickets für die Abschiedsparty im “Shake” sind unter tickets.shake-clubbing.at und an der Abendkasse erhältlich