Ein neuer Ort für den letzten Abschied am Lochauer Pfänderhang

Vorarlberg / 02.09.2026 • 16:00 Uhr
Daniel Dalmonek vom Bestattungsunternehmen Reumiller durfte die erste Bestattung durchführen.
Daniel Dalmonek vom Bestattungsunternehmen Reumiller durfte die erste Bestattung durchführen. Bernadette von Sontagh

In Lochau sind nun auch Naturbestattungen möglich.

Lochau Ein stiller Moment am Pfänderhang: Bestatter Daniel Dalmonek vom Bestattungsunternehmen Reumiller trägt die erste Urne in den “Wald des Friedens” in Lochau. Am Montagabend fand dort die erste Bestattung statt. Die Genehmigung für die Naturbestattung liegt seit gut einem Monat vor. Offiziell eröffnet werden soll der rund sechseinhalb bis sieben Hektar große Wald in zwei bis drei Wochen. Bis dahin werden noch Wege und ein Andachtsplatz fertiggestellt. Für die Angehörigen des Verstorbenen war die Beisetzung ein lang erwarteter Moment. “Sie warten schon seit Ende vergangenen Jahres auf diese Möglichkeit”, verrät Daniel Dalmonek. Damals erfuhren sie von den Plänen für den “Wald des Friedens” am Pfänderhang und entschieden sich, mit der Beisetzung der Verstorbenen zu warten. Die Urne blieb bis dahin beim Bestattungsunternehmen. “Für mich ist es schön zu sehen, dass die Person nun ihre letzte Ruhe gefunden hat und es einen Abschluss gibt, dort, wo sie es sich gewünscht haben”, sagt Dalmonek.

Am Pfänderhang in Lochau gibt es einen neuen
Am Pfänderhang in Lochau gibt es einen neuen “Wald des Friedens”, in dem Naturbestattungen möglich sind. Am Montagabend fand die erste Beisetzung bereits statt. Bernadette von Sontagh
Am Pfänderhang gibt es nun einen eigenen Wald des Friedens.
Am Pfänderhang gibt es nun einen eigenen Wald des Friedens. Bernadette von Sontagh

Familien- und Gemeinschaftsbäume

Der Weg zum “Wald des Friedens” führt über die Straße Richtung Pfänder und die Parzelle Flühlen. Ein neu errichteter Parkplatz befindet sich bereits auf der rechten Straßenseite.

Der Bagger bahnt sich einen Weg vom Straßenrand in den Wald.
Der Bagger bahnt sich einen Weg vom Straßenrand in den Wald. Bernadette von Sontagh

Im Wald sind die für Bestattungen vorgesehenen Bäume mit farbigen Schleifen bereits gekennzeichnet. “Jene mit einer roten Schleife sind Familienbäume, die blauen sind als Gemeinschaftsbäume vorgesehen”, erklärt Dalmonek. Bis zu zehn Urnen können bei einem Baum beigesetzt werden.

Die verfügbaren Bäume sind bereits mit roten und blauen Schleifen markiert.
Die verfügbaren Bäume sind bereits mit roten und blauen Schleifen markiert. Bernadette von Sontagh
In den kommenden Wochen werden Wege im Wald errichtet.
In den kommenden Wochen werden Wege im Wald errichtet. Bernadette von Sontagh
Die Bäume sind bereits markiert.
Die Bäume sind bereits markiert. Bernadette von Sontagh

Seit Montag finden die Forstarbeiten im Wald statt. Die Arbeiter Florian und Harald legen Wege durch den Wald an und errichten einen Rundweg durch das große Waldstück. Auch ein Andachtsplatz ist im Entstehen.

Florian und Harald legen Wege im Wald an.
Florian und Harald legen Wege im Wald an. Bernadette von Sontagh

Dort sollen künftig Verabschiedungen für die Verstorbenen mitten in der Natur möglich sein. Claus Kergel, Betreiber des “Walds des Friedens” und Geschäftsführer des Ethik- und Umweltkrematoriums in Hohenems, plant zudem Sichtfelder mit Blick auf den Bodensee. Von einzelnen Stellen aus soll die Sicht sogar bis nach Konstanz reichen. Wie an den anderen Standorten des “Walds des Friedens” wird es auch in Lochau Bäume für die Bestattung von Sternenkindern geben.

Die Kapelle Flühlen wird saniert. Claus Kergel bedankte sich bei der Gemeinde darin, in dem er die neuen Fenster übernahm.
Die Kapelle Flühlen wird saniert. Claus Kergel bedankte sich bei der Gemeinde, indem er die neuen Fenster übernahm. Bernadette von Sontagh
Bei der Kapelle können Angehörige ihrer Verstorbenen gedenken.
Bei der Kapelle können Angehörige ihrer Verstorbenen gedenken. Bernadette von Sontagh

Kapelle Flühlen wird saniert

Auf dem Weg zum Wald liegt die Kapelle Flühlen, die derzeit saniert wird. Das Krematorium von Claus Kergel übernimmt als Dankeschön an die Gemeinde die Kosten für die neuen Fenster. “In dieser Kapelle können die Angehörigen ihrer Verstorbenen gedenken”, sagt Kergel und freut sich über die bald fertig sanierte Kapelle. Zusätzlich sind Aussichtsbänke beim Wald geplant, die zum Verweilen und zum Erinnern an die Verstorbenen einladen sollen. Bäume im “Wald des Friedens” können bereits reserviert werden, wie es vonseiten des Betreibers heißt. Die offizielle Eröffnung ist für die kommenden Wochen vorgesehen, dann, wenn alle Arbeiten im Wald abgeschlossen sind. Am Pfänderhang entsteht damit ein besonderer Ort, an dem Menschen inmitten der Natur Abschied nehmen und ihrer Verstorbenen gedenken können. BVS

In der Parzelle Flühlen gibt es einen Wald des Friedens.
In der Parzelle Flühlen gibt es einen Wald des Friedens. Bernadette von Sontagh