Ein neuer Ort für den letzten Abschied am Lochauer Pfänderhang

In Lochau sind nun auch Naturbestattungen möglich.
Lochau Ein stiller Moment am Pfänderhang: Bestatter Daniel Dalmonek vom Bestattungsunternehmen Reumiller trägt die erste Urne in den “Wald des Friedens” in Lochau. Am Montagabend fand dort die erste Bestattung statt. Die Genehmigung für die Naturbestattung liegt seit gut einem Monat vor. Offiziell eröffnet werden soll der rund sechseinhalb bis sieben Hektar große Wald in zwei bis drei Wochen. Bis dahin werden noch Wege und ein Andachtsplatz fertiggestellt. Für die Angehörigen des Verstorbenen war die Beisetzung ein lang erwarteter Moment. “Sie warten schon seit Ende vergangenen Jahres auf diese Möglichkeit”, verrät Daniel Dalmonek. Damals erfuhren sie von den Plänen für den “Wald des Friedens” am Pfänderhang und entschieden sich, mit der Beisetzung der Verstorbenen zu warten. Die Urne blieb bis dahin beim Bestattungsunternehmen. “Für mich ist es schön zu sehen, dass die Person nun ihre letzte Ruhe gefunden hat und es einen Abschluss gibt, dort, wo sie es sich gewünscht haben”, sagt Dalmonek.


Familien- und Gemeinschaftsbäume
Der Weg zum “Wald des Friedens” führt über die Straße Richtung Pfänder und die Parzelle Flühlen. Ein neu errichteter Parkplatz befindet sich bereits auf der rechten Straßenseite.

Im Wald sind die für Bestattungen vorgesehenen Bäume mit farbigen Schleifen bereits gekennzeichnet. “Jene mit einer roten Schleife sind Familienbäume, die blauen sind als Gemeinschaftsbäume vorgesehen”, erklärt Dalmonek. Bis zu zehn Urnen können bei einem Baum beigesetzt werden.



Seit Montag finden die Forstarbeiten im Wald statt. Die Arbeiter Florian und Harald legen Wege durch den Wald an und errichten einen Rundweg durch das große Waldstück. Auch ein Andachtsplatz ist im Entstehen.

Dort sollen künftig Verabschiedungen für die Verstorbenen mitten in der Natur möglich sein. Claus Kergel, Betreiber des “Walds des Friedens” und Geschäftsführer des Ethik- und Umweltkrematoriums in Hohenems, plant zudem Sichtfelder mit Blick auf den Bodensee. Von einzelnen Stellen aus soll die Sicht sogar bis nach Konstanz reichen. Wie an den anderen Standorten des “Walds des Friedens” wird es auch in Lochau Bäume für die Bestattung von Sternenkindern geben.


Kapelle Flühlen wird saniert
Auf dem Weg zum Wald liegt die Kapelle Flühlen, die derzeit saniert wird. Das Krematorium von Claus Kergel übernimmt als Dankeschön an die Gemeinde die Kosten für die neuen Fenster. “In dieser Kapelle können die Angehörigen ihrer Verstorbenen gedenken”, sagt Kergel und freut sich über die bald fertig sanierte Kapelle. Zusätzlich sind Aussichtsbänke beim Wald geplant, die zum Verweilen und zum Erinnern an die Verstorbenen einladen sollen. Bäume im “Wald des Friedens” können bereits reserviert werden, wie es vonseiten des Betreibers heißt. Die offizielle Eröffnung ist für die kommenden Wochen vorgesehen, dann, wenn alle Arbeiten im Wald abgeschlossen sind. Am Pfänderhang entsteht damit ein besonderer Ort, an dem Menschen inmitten der Natur Abschied nehmen und ihrer Verstorbenen gedenken können. BVS
